Statt großer Demos und lautstarker Proteste stehen bei der BIN gerade andere Dinge im Fokus. © Thomas Peek (Archiv)
Politik in Werne

Industriegebiet: Gespräche zwischen Politik und Gegnern laufen

Lautstarke Proteste, Tausende Unterschriften - die Pläne für ein Industrie- und Gewerbegebiet an der Nordlippestraße haben die Gemüter erhitzt. Nun ist es ruhig geworden - aber nicht hinter den Kulissen.

Ende Juli übergaben die Initiatoren eines Bürgerbegehrens der Stadt Werne eine Liste mit fast 6.000 Unterschriften. So viele Werner hatten sich klar gegen ein neues Industrie- und Gewerbegebiet an der Nordlippestraße positioniert. Seither organisierte die Bürgerinitiative BIN zwei weitere Fahrraddemonstrationen.

Davon abgesehen ist es ruhig geworden um das Projekt. Zumindest ruhiger als in den Monaten zuvor. Legt man bei der BIN jetzt etwa die Füße hoch und wartet auf die nächste Ratssitzung Ende September, bei der die Ratsmitglieder darüber entscheiden, ob sie dem Begehren folgen oder nicht?

Nein, sagt BIN-Sprecher Axel Kersting. Ganz im Gegenteil. Aber statt lautstarker Proteste stünden aktuell andere Dinge im Fokus. Und die könnten am Ende entscheidender sein als die bisherigen Demonstrationen. „Wir führen in den Wochen bis zur nächsten Ratssitzung Gespräche mit allen Ratsfraktionen“, erklärt Kersting auf Anfrage unserer Redaktion.

BIN-Sprecher: „Wir wollen nicht wie die Oberlehrer dastehen“

Ein erstes Gespräch habe bereits stattgefunden. Dabei habe man offen miteinander diskutiert, Argumente und Fakten ausgetauscht. „Wir lassen natürlich mit uns reden. Uns ist wichtig, nicht wie Oberlehrer oder Missionare rüberzukommen. Aber wir wollen trotzdem auch aufklären.“ Der Grund dafür: Man glaube nicht, dass jedes Rats- und Ausschussmitglied alle Details zum geplanten Industrie- und Gewerbegebiet kenne. Zumal es sich um ein ziemlich üppiges Datenmaterial handle.

„Wenn man sich da richtig einarbeiten will, hat man rund 1.000 Seiten zu lesen. Und dann muss man das Ganze natürlich noch verstehen. Das haben wir in den vergangenen Monaten auch nur mit Expertenhilfe geschafft“, sagt Kersting. Und weiter: „Es ist eigentlich die Aufgabe der Verwaltung, solche Informationen aufzubereiten und vernünftig darzulegen. Das hat hier aus unserer Sicht aber nicht ganz so gut geklappt.“

Nun erhofft man sich, dass der ein oder andere Politiker Ende September doch noch zurückrudert und dem Bürgerbegehren folgt. „Wir haben außerdem die Hoffnung, dass es eine geheime Abstimmung gibt. Dann fällt die Hürde des Fraktionszwangs weg“, so der BIN-Sprecher weiter.

Sollte die Mehrheit des Rates dem Bürgerbegehren nicht folgen, käme es zu einem Bürgerentscheid. Die Werner Bürger dürften dann erneut ihre Stimmen abgeben. In etwa nach dem Motto: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Nur dass dazwischen keine ganze Legislaturperiode liegt.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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