Andreas Drohmann (l.) hatte eine ganze Liste mit Themen mitgebracht, über die er mit Landrat Mario Löhr (r.) sprechen wollte. © Carina Strauss
Politik in Werne

Industriegebiet, Zechengelände, Raser – Bürger sprechen mit Landrat in Werne

„Das Ohr nah an den Menschen zu haben, ist mir sehr wichtig", so Landrat Mario Löhr. Deswegen besuchte er am Freitag Werne. Und die Bürger nahmen das Gesprächsangebot gut an.

Sei es das geplante Industriegebiet an der Nordlippestraße oder die Surfworld auf dem alten Zechengelände – Themen, die in der Stadt Werne diskutiert werden, gibt es wohl gerade genug. Und so war es nicht wirklich überraschend, dass am Freitag (2. Juli 2021) viele Bürgerinnen und Bürger das Gespräch mit Mario Löhr suchten. Der Landrat hatte zum offenen und kritischen Meinungsaustausch eingeladen. Von 9 bis 11 Uhr bezog er Stellung auf dem Wochenmarkt in Werne.

People for Future überreichen Auflistung bedrohter Arten

Ein Thema, das Martina Haase von „People for Future” an den Landrat herantrug, war die geplante Surfworld auf dem alten Zechengelände. „Ich habe dem Landrat eine Auflistung der Rote-Liste-Arten überreicht, die sich gerade auf dem Gelände befinden”, so Haase. Darunter 30 Vogelarten, die sich auf dem Gelände ernähren, dort brüten oder leben würden.

„Unsere Bedenken sind, dass das nicht zur Kenntnis genommen wird. Das hier weiter Steuergelder für Kampagnen rausgeschmissen werden oder aber, dass in Kauf genommen wird, dass dort Lebensraum zerstört wird.” Haase findet es wichtig, dass der Landrat weiß, über welche Fläche dort geredet wird, denn: „Auch der Landrat hat sich in der Vergangenheit für die Fläche ausgesprochen.”

Auch geplantes Industriegebiet wird zum Thema

Während Martina Haase mit dem Landrat noch über das Zechengelände diskutiert, sammelt die Bürgerinitiative Nordlippestraße (BIN) gleich nebenan Unterschriften gegen das geplante Industrie- und Gewerbegebiet. Derweil wartet Andreas Drohmann geduldig darauf, dass er das Thema auch an den Landrat herantragen kann. Außerdem wolle er den Landrat auf den neusten Stand der Dinge zum Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ bringen.

Doch nicht nur beim Industriegebiet und Zechengelände drückt in Werne der Schuh. Unter anderem sei er auch auf zu schnelles Fahren auf den Straßen angesprochen worden und es gebe den Wunsch nach mehr Kontrollen durch die Polizei, so Löhr. Zudem sei es um die Sportanlagen und mögliche Förderungsprogramme gegangen.

„Es ging auch um die Positionierung des Kreises zum Thema Surfworld”, spricht auch Löhr das Zechengelände an. „Allerdings ist der Kreis hier nur die durchleitende Stelle. Ich gebe die Liste, die mir People for Future überreicht hat, aber gerne weiter.”

Wiederholung geplant

Der Landrat wird auch noch die anderen neun Städte und Gemeinden des Kreises Unna besuchen. Und wohl nicht zum letzten Mal. „Wir wollen jedes Jahr die Zeit in den Sommerferien dazu nutzen”, so Löhr. Der persönliche Kontakt zu den Bürgern sei wichtig. „So können wir auch Themen mitnehmen, die wir als Kreis angehen können. Wie zum Beispiel die Polizei oder ich wurde auch gerade auf den Fachkräftemangel angesprochen.”

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