Ist das Werner Wirtschaftsjahr 2014 ein Desaster?

Rückblick 2014

2014 haben viele Geschäfte in der Werner Innenstadt aufgegeben. Ein Trend, den Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht stoppen möchte - unter anderem mit dem Werne-Gutschein und einer attraktiveren östlichen Innenstadt. Redakteur Daniel Claeßen hat mit ihr gesprochen. Über ein alles andere als ideales Wirtschaftsjahr.

WERNE

, 25.12.2014, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
2014 haben viele Geschäfte in der Werner Innenstadt aufgegeben. Ein Trend, den Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht stoppen möchte.

2014 haben viele Geschäfte in der Werner Innenstadt aufgegeben. Ein Trend, den Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht stoppen möchte.

Die wochenlangen Schließungen durch den Streik hatten wirtschaftlichen Einfluss auf verschiedene Bereiche. So ging die Nachfrage von Touristen nach unseren Pauschalreiseangeboten deutlich zurück oder wurden sogar storniert. Auch in der Innenstadt merkt man die geringeren Kundenfrequenzen. Beim Thema Solebad gilt es nach vorne zu schauen. Ich bin mir sicher, dass wir nach dem Neubau ein außerordentlich attraktives Bad haben, das die Besucherströme nach Werne lenken wird.

Bei Leerständen sind sicherlich in erster Linie die Hauseigentümer gefragt, die moderne und zeitgemäße Objekte anbieten müssen. Leider geht der Anteil der inhabergeführten Geschäfte immer mehr zurück. Aus diesem Grund wird der Ansiedlung von weiteren Filialisten eine besondere Bedeutung zukommen. Außerdem ist mit dem Werne-Gutschein bereits ein hervorragendes Instrument zur Kaufkraftbindung ins Leben gerufen worden.

Als Stadt versuchen wir, Rahmenbedingungen zu schaffen. Hierzu zählen die Aufstellung des neuen Einzelhandelskonzepts und die für 2015 geplanten Workshops, in denen neue Ideen gemeinsam entwickelt werden sollen, aber auch die konsequente Weiterführung der Innenstadtsanierung. Im Jahr 2015 möchten wir außerdem mit der Kampagne "Werne - ganz persönlich" weiterhin das Bewusstsein für das Kaufen und Beauftragen vor Ort stärken.

Es ist für eine Kommune sehr wichtig, attraktive Gewerbeflächen in ausreichender Größe im Angebot zu haben. Ich kann mich noch sehr gut an Zeiten erinnern, in denen wir keine Flächen größer als 5000 Quadratmeter im Angebot hatten. Zu diesem Zeitpunkt musste ich Interessenten immer ablehnen. Nun kann ich mit Wahrbrink-West interessante Flächen anbieten. Generell braucht die Vermarktung eines neuen Gewerbegebietes aber auch immer eine gewisse Anlaufphase, in der wir uns derzeit befinden.

Derzeit haben wir sehr große Flächenanfragen (größer als 40.000 Quadratmeter) und sehr kleinteilige mit lediglich einem Bedarf von 1000 bis 1500 Quadratmetern. Ich bin mit der Nachfragesituation zufrieden und wir haben erste vielversprechende Gespräche geführt.

Ja, von Anfang an haben wir einen engen Austausch mit Amazon gepflegt. So haben wir eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aufgebaut. Wir sind regelmäßig mit der Firma im direkten Gespräch.

Ich denke, dass es keinen zeitlichen Druck gibt. Der Mietvertrag läuft zwar aus, aber es gibt eine fünfjährige Option auf Verlängerung, die Amazon ziehen kann. Zweifelsohne wird man eine Entscheidung zu dem Zeitpunkt treffen, der für das Unternehmen notwendig ist.

Wir sehen die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen als eine wichtige Säule in der Gesamtentwicklung der Stadt Werne. Wir haben eine sehr gute Entwicklung bei der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und ein stabiles Gewerbesteueraufkommen. Dies möchten wir nicht gefährden.

Wir haben nach wie vor eine gute, solide Unternehmensstruktur mit einem starken Mittelstand, der sich zum Standort bekennt. Aus der in diesem Jahr durchgeführten Unternehmensbefragung wissen wir, dass 35 Prozent der Unternehmen, die geantwortet haben, neue Beschäftigte einstellen und die Produktion erhöhen wollen. Insgesamt kann Werne gute Arbeitsmarktzahlen aufweisen. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent im November 2014 haben wir die geringste Arbeitslosigkeit im Kreis.

Als erstes wünsche ich mir Gesundheit und Glück für meine Familie. In wirtschaftlicher Hinsicht denke ich, dass wir derzeit gut für die Zukunft aufgestellt sind. Unsere Nachbarkommunen schauen neidvoll nach Werne. Ich wünsche mir, dass wir die insgesamt positive Entwicklung weiterführen können.

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