Jäger verhageln Spargelbauern den Festtag

Veranstaltung wegen Demo abgesagt

Es sollte ein Festtag werden. NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) hatte sich zur Eröffnung der Spargelsaison am Hof Schulze Blasum in Werne angekündigt - nachdem die Kreisjägerschaft aber zur Demo gegen ein neues Jagdgesetz aufrief, sagte man die Veranstaltung am Donnerstag kurzfristig ab. Die Jäger ließen sich nicht abhalten - und demonstrierten trotzdem, wie unser Video zeigt. Darin zeigen sie auch großes Verständnis für die Landwirte.

WERNE

, 09.04.2015, 14:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jäger verhageln Spargelbauern den Festtag

Kreisjägerschaft Unna demonstriert gegen neues Jagdgesetz am Hof Schulze Blasum - Foto Kindel

Der Präsident der Landwirtschaftskammer, die Spargelkönigin und eben der Minister wollten am Donnerstag auf dem Hof von Johannes Laurenz den ersten Spargel der Saison begrüßen. Gleichzeitig wollte man das 10-jährige Jubiläum der Spargelstraße-NRW feiern.

Es kam alles anders, weil die Protest-Einladung der Jäger über einen Bundesverteiler weiterverbreitet wurde. So habe die Spargelstraße die Lage nicht einschätzen können und das Event rund 12 Stunden vor Beginn spontan abgesagt. Die Sicherheit sei nicht mehr gewährleistet gewesen, sagte Vereins-Sprecherin Gaby Wiefel. Außerdem habe man sich nicht benutzen lassen wollen.

Jäger demonstrieren trotzdem

Rund 60 bis 80 Jäger sind dennoch erschienen und versprechen: "Wir hätten nicht einmal das Gelände des Hofes betreten und niemand hätte sich Gedanken um die Sicherheit machen müssen." Mitte März stand Remmel 15.000 demonstrierenden Jägern in Düsseldorf gegenüber: "Da hatte er bestimmt keinen Angstschweiß auf der Stirn", so der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Reinhard Middendorf.

Start der Spargelsaison
Rund drei Monate lang gibt es nun das Edelgemüse zu kaufen. Am Donnerstag (9. April) startete in Nordrhein-Westfalen offiziell die Spargelsaison. Die ersten Spargelhöfe öffnen ab dem 11. April ihre Türen für Kunden.

Insgesamt gibt es 400 Spargelanbauer in NRW. Gemeinsam stechen sie pro Jahr bis zu 17.000 Tonnen, wie Gaby Wiefel vom Verein Spargelstraße NRW erklärte. Der Großteil des NRW-Spargels bleibt im Land, nur geringe Mengen werden an umliegende Bundesländer ausgeliefert. 

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