Gemeinde beunruhigt: Risse in Johannes-Kirche werden immer schlimmer

mlzKirche St. Johannes

Die Nachricht klingt nicht gerade beruhigend: Die Bildung von Rissen in der Kirche St. Johannes ist nicht gestoppt. Im Gegenteil: Sie verstärkt sich. Was ist jetzt zu tun?

Werne

, 09.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rissbildung an der Klinkerkirche St. Johannes im Holtkamp setzt sich entgegen der Hoffnungen fort. Was jetzt zu tun ist? „Wir müssen erst die Ergebnisse eines Gutachtens abwarten“, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer auf Anfrage der Redaktion.

Gemeinde beunruhigt: Risse in Johannes-Kirche werden immer schlimmer

Die Risse sind in der Klinker-Fassade deutlich zu erkennen. © Jörg Heckenkamp

Der Gutachter sei beauftragt, sagt Schäfer von der Groß-Gemeinde St. Christophorus, von der St. Johannes ein Gemeindeteil ist. Das Gutachten beziehe sich sowohl auf die Bodenstruktur als auch auf die Statik. Die große Frage sei, wann es denn endlich vorliegt. „Da bin ich auch gespannt“, sagt Schäfer.

Er hatte gehofft, die vor einem Jahr entdeckten Risse würden ein einmaliges Phänomen sein. Denn die Spalten, so Schäfer damals auf Anfrage, seien wohl auf den sogenannten „Sommerfrost“ zurückzuführen.

Durch die starke Trockenheit des heißen Sommers 2018 würden die Böden austrocknen und sehr hart. Die Erde federe nicht mehr und kleinste Erschütterungen würden Übertragen - etwa auf Gebäude wie die Kirche.

Gemeinde beunruhigt: Risse in Johannes-Kirche werden immer schlimmer

Die Gemeinde hat ein Gutachten über die Johannes-Kirche in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. © Jörg Heckenkamp

Möglicherweise hat nun der zweite Dürre-Sommer infolge für eine Verschärfung der Situation an der geklinkerten Kirche gesorgt. Möglicherweise spielen aber auch noch andere Faktoren eine Rolle. Pfarrdechant Schäfer sagt: „Die Kirche stammt aus den 1960er-Jahren. Das Fundament ist nicht so gut. Vielleicht liegt es daran.“

Die verstärkte Rissbildung habe dazu geführt, dass man bestimmte Bereiche im Inneren des Gotteshauses abstützen musste. Eine Schließung der Kirche sei nach jetzigem Stand allerdings nicht nötig, so Schäfer. „Wir wollten uns absichern, damit nichts passiert‘“, sagt er zu den Stützungsmaßnahmen.

Riss-Schäden an dem Seitenschiff der Johannes-Kirche

Von außen sieht man die Schäden nur bei genauem Hinsehen. Sie finden sich am Seitenschiff der Kirche. Dort sind Spalten in der Verklinkerung, aber auch zwischen den Fensterelementen aus Beton zu sehen. Holzkeile stützen die einzelnen Elemente.

Im Planungsausschuss der Stadt Werne geisterte vor Monaten sogar schon das Schreckgespenst eines Kirchenabrisses durch die Debatte. Doch das verwies auf Nachfrage Kirchenvorstands-Mitglied Wolfgang Bille damals ins Reich der Gerüchte: „Das ist überhaupt kein Thema“, sagte er damals auf Anfrage. Es werde vielmehr geprüft, welche Sanierungsmaßnahmen infrage kämen und was sie kosten.

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Darüber hat die Gemeinde aber bis heute keine Klarheit. Denn diese Informationen kann nur ein entsprechendes Gutachten bereitstellen. Und das liegt eben noch nicht vor, trotz der Beauftragung durch die Kirchengemeinde. Pfarrdechant Schäfer: „Ich wüsste auch gerne, wann es vorliegt.“

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