Stadt Werne will Kontakt zur jüdischen Gemeinde stärken

Erinnerung an jüdisches Leben

Ein organisiertes jüdisches Leben existiert in Werne nicht. An die Existenz früherer jüdischer Familien vor der Nazi-Zeit erinnern nur die Stolpersteine. Das soll sich nun ändern.

Werne

, 02.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt Werne will Kontakt zur jüdischen Gemeinde stärken

Auf dem jüdischen Friedhof an der Südmauer fand Sonntag eine ergreifende Zeremonie statt. © Jörg Heckenkamp

Die Stadt Werne und die Gemeinde St. Christophorus haben erste Fühler in Richtung jüdische Gemeinde in Unna ausgestreckt.

Den Anschub dazu gab Marlies Goßheger vom Kulturbüro der Stadt Werne. Sie hatte sich mit ihren Mitstreitern überlegt, wie man den diesjährigen Holocaust-Gedenktag am Sonntag, 27. Januar, in besonderer Art und Weise gestalten kann. „Wir wollten etwas Neues machen, den Gedenktag besonders gestalten.“

Holocaust-Gedenktag

So kam es. In Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde ging am vergangenen Sonntag eine ergreifende Zeremonie über die Bühne. Rund 200 Menschen, aus Werne und der jüdischen Gemeinde in Unna, gedachten gemeinsam der Opfer des Massenmordes der Nazis an den Juden in Europa.

Anschließend zogen die Teilnehmer gemeinsam zum jüdischen Friedhof an der Südmauer, um dort nach jüdischem Brauch kleine Steine auf die Gräber zu legen. „Das war für mich der ergreifendste Moment an diesem Gedenktag“, sagt Kulturdezernent Alexander Ruhe. „Mehr als 160 Menschen auf diesem sonst so stillen und sehr verlassenen Ort – das war ein starkes Zeichen.“

Kontakte knüpfen

Pfarrdechant Jürgen Schäfer möchte den Kontakt zur jüdischen Gemeinde auch jenseits solcher Fixpunkte im Jahreskalender knüpfen. „Gedenktage sind wichtig, haben aber oft einen schwierigen, negativen Anlass.“ Er könne sich Begegnungen auch zu anderen Anlässen vorstellen. So etwa überlegen die Firmlinge, die im Rahmen ihres Unterrichts andere Religionen kennenlernen wollen, ob sie nicht Vertreter der jüdischen Gemeinde nach Werne einladen können.

Pfarrdechant Schäfer kann sich auch einen ganz persönlichen Kontakt vorstellen: „Ich bin im Juni zur Einweihung der neuen Synagoge in Unna eingeladen.“

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