Karnevalszug 2016 in Werne abgesagt

Nach Sturmwarnung

Aus Sicherheitsgründen haben die Verantwortlichen in Werne den Rosenmontagszug 2016 abgesagt. Die Gefahr durch starke Windböen sei zu groß, hieß es. Die Narren haben aber dennoch die Gelegenheit, ausgiebig zu feiern.

WERNE

, 07.02.2016, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Zug ist ebenso abgesagt wie die Karnevalsparty auf dem Marktplatz, die gegen Mittag hätte beginnen sollen. Eine Gelegenheit zum Feiern besteht aber bei der Feuerwehr. Wegen der Zug-Absage verlegt die Wehr ihre traditionelle Party in der Feuerwache am Heckhof vor.

Nun startet die Party bereits um 14.11 Uhr, dem ursprünglichen Startschuss für den Rosenmontagszug. Zweite Party-Gelegenheit ist das Kolpinghaus an der Alten Münsterstraße 12, wo die übliche Rosenmontagsparty angesagt ist. Sie startet jetzt um 15 Uhr, eine Stunde früher als üblich.

Bürgermeister: "Sicherheit hat oberste Priorität"

„Die Sicherheit geht vor, das hat oberste Priorität“, betonte Bürgermeister Lothar Christ beim Pressegespräch. Wenn die zu erwartenden 20 000 Gäste in der Stadt sind, dürfte nichts riskiert werden. Er warnte vor der Gefahr herabfallender Dachziegel und empfahl den Karnevalisten, sich bei dem Unwetter nicht im Freien aufzuhalten.

Auch die Party auf dem Marktplatz hatten die Verantwortlichen abgesagt, die Veranstaltungsbühne bauten die Bauhofmitarbeiter wieder ab und die Bierwagen zogen einer nach dem andern vom Marktplatz.

Trotzdem rechnete die Stadt mit verstärktem Besucherstrom und hielten daher am Sicherheitskonzept fest. Das Deutsche Rote Kreuz war allerdings nur mit zwei Einsatz-Bullis an der Stadtsparkasse vertreten, sie verzichteten auf das traditionelle Zelt und verlegten ihren Hauptstandort ins Pfarrheim St. Christophorus. Hier teilten sie sich die Räume mit den Streetworkern der Jugendhilfe. „Wir rechnen damit, dass Leute in die Stadt kommen und feiern“, sagte Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens. Daher halte sich auch Polizei und Ordnungsamt in Bereitschaft.

Absagen gab es bereits 1990 und 1991

Eine Absage des Rosenmontagsumzugs hatte es in der Lippestadt bereits 1990 aus Anlass des Golfkrieges und 1991 wegen Sturmwarnung gegeben.

Eine Verschiebung des Rosenmontagsumzugs kommt für die Interessengemeinschaft Werner Karneval nicht in Betracht: „Das widerspricht den Ethik-Richtlinien“, sagt IWK-Präsident Michal Holtmann und erinnerte an einen ähnlichen Fall, bei dem der Verein den Umzug verlegt hat. „Das hat den Verein viel Ärger mit dem Bund Ruhr Karneval gekostet“, sagt er.

Am Sonntag waren die Organisatoren noch optimistisch

Am Sonntag hatte der Zugorganisator des IWK, Hartmut Hartung, dem Rosenmontag noch trotz der Unwetterwarnungen gelassen entgegen gesehen. Da hatte es noch geheißen: „Ich gehe davon aus, dass alles so stattfindet wie geplant.“ 

Die Entscheidung fiel dann am Montagvormittag um kurz vor 10 Uhr. Im Vorfeld hieß es zum Zeitpunkt dieser Entscheidung: „Dann werden wir uns mit allen Behörden kurzschließen und eine Entscheidung treffen“, so Hartung. Sollte diese negativ ausfallen, wolle man so schnell wie möglich alle informieren. Einen offiziellen Alternativplan gebe es nicht.

"Am sichersten ist’s bei der Feuerwehr!"

Die Freiwillige Feuerwehr hat jedoch für alle feierwütigen Jecken eine Lösung für schlechtes Wetter parat: die Fahrzeughalle am Stadthaus. „Hier sind die Närrinnen und Narren sicher. Und auch, wenn wir mit Tatütata und Kettensäge den DJ hin und wieder übertönen, ist die Fahrzeughalle für die Jecken vorbereitet und es heißt: „Sturm hin oder her, am sichersten ist’s bei der Feuerwehr! Werne Helau!“, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr. Über den Zeitpunkt des Einlasses wird kurzfristig und in Abhängigkeit des Rosenmontagszugs entschieden. 

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