Kartenzahlung auf Wochenmarkt: An diesen Marktständen können die Werner bargeldlos zahlen

mlzWochenmarkt in Werne

Auf dem Wochenmarkt ist man ohne Bargeld oft aufgeschmissen. Vereinzelt bieten die Händler allerdings schon Kartenzahlungen an. In Werne kann man auch die kleinsten Beträge bargeldlos zahlen.

Werne

, 15.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine ältere Dame kramt in ihrem Einkaufsbeutel. „Ich muss eben noch zur Bank“, sagt sie. Nein, muss sie nicht. Denn am Obst- und Gemüsestand des Ehepaars Kraienhemke kann sie auch mit Karte zahlen. Das Angebot nimmt die rüstige Rentnerin über 70 gerne an.

Es ist ein Szenario, das Heinrich Kraienhemke genauso jüngst auf dem Werner Wochenmarkt erlebt hat. Obwohl ein Schild auf die Kartenzahlung hinweist, nutzen erst vereinzelt Kunden - etwa 10 bis 30 in der Woche - das Angebot. „In den ersten Monaten hat keiner mit Karte gezahlt. Aber langsam wird es mehr“, sagt Heinrich Kraienhemke (56).

Einzelne Mandarine mit Karte bezahlen

Mittlerweile kämen einige Kunden gezielt an seinen Stand, um bargeldlos an Gemüse und Obst zu kommen. Dabei gibt es keinen Mindestbetrag. Auch eine einzelne Mandarine für ein paar Cent können die Kunden hier mit Karte zahlen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Neben der Abwicklung über die Online-Dienste Paypal und Google Pay ist ein kontaktloses Zahlen mit dem Kartenlesegerät möglich. Die Kraienhemkes aus Bockum-Hövel setzen dabei auf ein Gerät eines Start-up-Unternehmens. Es kostet 50 Euro plus ein Prozent Nutzungsgebühr bei jedem Einkauf.

Kartenzahlung auf Wochenmarkt: An diesen Marktständen können die Werner bargeldlos zahlen

Heinrich und Ulla Kraienhemke aus Bockum-Hövel sind seit sieben Jahren auf dem Werner Wochenmarkt vertreten. Hier können Kunden auf verschiedene Weisen bezahlen. © Andrea Wellerdiek

Kartenlesegerät kommt von Start-up-Unternehmen

„Alle sollten daran einen Verdienst haben. Deswegen haben wir uns für dieses Gerät entschieden. Denn bei Banken muss man eine Jahresgebühr und Nutzungsgebühren zahlen“, erklärt Heinrich Kraienhemke.

Für das Kartenlesegerät des Start-up-Unternehmens spricht hingegen das Preis-Leistungs-Verhältnis und die praktische Handhabe. „Und es ist robust. Schließlich stehen wir hier bei Wind und Wetter“, sagt Kraienhemke. Mit Hilfe des Geräts lässt sich auch der Kassenbon per SMS oder E-Mail an die Kunden verschicken.

Daten werden nicht gespeichert

Die Daten der Kunden, inklusive Kontonummer, werden nicht gespeichert, erklärt der Markthändler. Das gilt auch für das Start-up-Unternehmen, von dem Kraienhemke das Gerät gekauft hat. Skeptiker gibt es dennoch. Heinrich Kraienhemke, der die weitestgehende bargeldlose Welt in den skandinavischen Ländern kennengelernt hat, sieht das gelassen. „Heutzutage sind wir doch alle ein bisschen gläsern.“ Der 56-Jährige selbst bezahlt auch gern mit Karte.

Fischhändler „Der Frischeprofi“ bietet auch Kartenzahlung an

Das kann er auch am Marktstand gegenüber machen. Beim Fischhändler „Der Frischeprofi“ ist eine Anzeige zu sehen: „Bei uns können Sie mit EC-Karte bezahlen“. Seit fünf Jahren bietet Karl-R. Heitze das bargeldlose Bezahlen an seinem Marktstand an.

Kartenzahlung auf Wochenmarkt: An diesen Marktständen können die Werner bargeldlos zahlen

Karl-R. Heitze bietet seit fünf Jahren an seinen Marktständen das bargeldlose Bezahlen an. © Werne Marketing GmbH

Auch hier müssen die Kunden keinen Mindestwert erreichen. Etwa zehn Prozent der Kunden zahlen in Werne mit EC-Karte statt mit Scheinen und Münzen. Heitze wünscht sich da noch eine Steigerung. „Interessant ist auch zu sehen, dass mehr Kunden auf Kartenzahlung setzen, wenn wir sie fragen, ob sie in bar oder mit Karte zahlen wollen“, erklärt der 58-Jährige.

Bislang habe er durchweg positive Reaktionen zu dem Angebot gehört. „Die Kartenzahlung ist auf dem Wochenmarkt sinnvoll. Kunden bezahlen hier gern mit Karte. Dann wissen sie, dass sie noch genügend Bargeld für die anderen Stände über haben“, sagt Heitze.

Kartenzahlung auf Wochenmarkt: An diesen Marktständen können die Werner bargeldlos zahlen

Auch beim Frischeprofi Karl-R. Heitze können Kunden nicht nur in bar bezahlen. Die Mitarbeiterinnen Beate Boldt (l.) und Sonjai Quaschny zeigen das Kartenlesegerät. © Andrea Wellerdiek

Edles Fleisch in Werne noch mit Scheinen zu zahlen

Ein weiterer Stand, an dem man eine Kartenzahlung vermuten könnte, setzt hingegen weiter auf (große) Scheine und Münzen. Dabei können Kunden hier schnell auf einen dreistelligen Euro-Betrag kommen kann: Edles Fleisch, der Meisterbetrieb aus Lüdinghausen.

Wer an dem Stand Fleisch für ein Abendessen mit Freunden kaufen will, kann schnell die 100-Euro-Marke überschreiten. Geld, dass man nicht per se bar in der Tasche hat. Deshalb gibt es schon seit vier Jahren die Möglichkeit, an dem Stand von Edles Fleisch mit Karte zu zahlen.

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Vier Verkaufswagen mit Lesegerät ausgestattet

Allerdings gilt dies nur für die Wochenmärkte in Dortmund, Hamm, Gelsenkirchen-Buer, Münster, Essen oder Haltern. In Werne ist Edles Fleisch immer freitags auf dem Markt vertreten. Hier muss weiterhin mit Bargeld bezahlt werden.

„Im Moment rechnet es sich vom Umsatz her nicht, in Werne die Kartenzahlung anzubieten“, erklärt Simon Schräder (31), einer der beiden Geschäftsführer von Edles Fleisch. Von den insgesamt sechs Verkaufswagen seien vier mit einem Kartenlesegerät ausgestattet. Und die sind teuer.

Eine Frage des Umsatzes

Laut Schräder kostet jedes Gerät 40 Euro monatlich plus eine jeweilige Transaktionsgebühr pro Bezahlvorgang. Dennoch möchten die Verantwortlichen von Edles Fleisch ihren Kunden die Zahlung per Karte anbieten. „Vor allem bei den Samstagabend-Märkten sind die Umsätze höher. Da liegen wir durchschnittlich bei einem Einzelkauf-Wert von 150 bis 200 Euro“, erklärt Schräder.

Bei den morgendlichen Wochenmärkten hingegen sind es meistens Einkäufe um die 30 Euro. „Da kann man den Kunden schon eher zumuten, in bar zu bezahlen“, sagt Schräder.

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Banken sind gleich um die Ecke

In Werne sei es vor allem praktisch, dass viele Banken gleich um die Ecke erreichbar sind. Etwa 25 bis 30 Prozent aller Kunden würden ihren Einkauf allerdings heute schon mit Karte bezahlen. Vor allem bei jüngeren Kunden sei dies gefragt, so Schräder.

Über die Art der Bezahlungsmöglichkeiten entscheidet jeder Marktbeschicker selbst. „Jeder muss selbst schauen, ob er eine Kartenzahlung anbietet. Wir machen da keine Vorschriften“, erklärt David Ruschenbaum vom Werne Marketing.

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