Dr. Wolfgang Beckröge gibt Tipps, wie wir den Klimawandel aufhalten können, um unseren Winter zu erhalten. © Annie Spratt/Unsplash
Experten-Tipps

Kaum noch Winter in 100 Jahren – Klimatologe gibt Tipps, wie wir das verhindern können

In 100 Jahren werden wir 3 bis 4 Monate mehr Frühling haben. Der Winter, wie wir ihn kennen, wird verschwinden. Aber es gibt ein paar Dinge, die wir dagegen unternehmen können, sagt der Klimatologe Dr. Wolfgang Beckröge.

Die Chance, dass wir in diesem Winter noch Schnee in Werne bekommen, die gibt es, wie Dr. Wolfgang Beckröge, Leiter des Referats Klima und Umweltschutz beim Regionalverband Ruhr (RVR), erklärt hat. Damit wir allerdings langfristig überhaupt noch die Chance haben, Schnee in unseren Breitengraden zu sehen, müssen wir langfristig unseren ökologischen Fußabdruck minimieren und das Klima schonen, so der Klimatologe.

Denn in 30 bis 40 Jahren, so Beckröge, werden wir durch die erhöhten Temperaturen einen ganzen Monat Frühling mehr haben. In einem Jahrhundert sogar 3 bis 4 Monate mehr. Der Winter, wie wir ihn kennen, droht, zu verschwinden. Eine Abkehr von diesem Trend sei derzeit nicht zu sehen, so Beckröge. „Im Augenblick ist nicht zu sehen, dass wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen“, so der Klimatologe. „2 Grad können wir noch packen, aber das ist eine ziemlich deutliche Änderung fürs Klima.“

Fleischkonsum, Reisen, Verkehr und Energieverbrauch überdenken

Beckröge empfiehlt dem einzelnen Bürger deshalb, das eigene Konsumverhalten auf die Probe zu stellen: Zum einen durch nachhaltiges Einkaufen von Dingen, die man wirklich (wirklich) braucht. Zum anderen, öfter mal aufs Rad, E-Bike oder die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen, wenn die Wege nicht lang sind und die Fahrten mit dem Verbrennungsmotor zu reduzieren.

Ein weiterer Punkt: der Fleischkonsum. Zu viel ist nicht nur ungesund, die Produktion von Rindfleisch ist auch der Nummer Eins CO2-Verursacher. Wälder zur Viehhaltung werden gerodet, die Tiere produzieren Treibhausgase, um die 16.000 Liter Wasser werden pro Kilo Rindfleisch verbraucht. Eine Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2012 kam sogar zu dem Ergebnis, dass die Produktion eines Kilos Fleisch etwa so umweltschädlich sei wie eine Autofahrt von 1600 Kilometern. „Man muss nicht Veganer werden, aber man kann mit kleinen Schritten schon eine ganze Menge erreichen.“

Digital den eigenen CO2-Fußabdruck ausrechnen

Auch, das eigene Reiseverhalten zu überdenken (Stichwort Fernreise), so Beckröge, sei sinnvoll. „Eine Fernreise ist schön und trägt auch zum kulturellen Austausch bei, es ist aber auch ein Problem für das Klima.“ Wenn es um den Energieverbrauch Zuhause geht, rät Beckröge, Fördermittel etwa für Wärmepumpen in Anspruch zu nehmen. Für Hausbauer lohne sich das derzeit. „Man hat eigentlich keine Einbußen und man spart auf lange Sicht Geld.“

Wer seine eigene CO2-Bilanz ausrechnen möchte, der kann das auf der Seite des Umweltbundesamtes tun: uba.co2-rechner.de

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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