Nach dem Brand im „Stilvoll im Rathaus“ in Werne ist die Fritteuse komplett zerstört. Der Betreiber konnte das Feuer am Samstagabend (10. Juli) nicht unter Kontrolle bringen. © Andreas Nozar
Fritteusen-Brand in Werne

„Keine Chance, das Feuer zu löschen“: Schockmoment im „Stilvoll“ in Werne

Plötzlich fing die Fritteuse im „Stilvoll im Rathaus“ in Werne Feuer: Der Betreiber versuchte mit allen Mitteln, es zu löschen. Nun ist klar, wie der Brand, den die Feuerwehr bekämpfen konnte, entstanden ist.

Schockmoment im „Stilvoll im Rathaus“: Gerade hatten es sich die ersten Gäste auf der Terrasse des Restaurants auf dem Marktplatz gemütlich gemacht, da wurde die Stille von einem Feueralarm gestört. Während in der Vergangenheit hier immer mal wieder die Brandmeldeanlage versehentlich auslöste, wurde es an diesem Samstagabend (10. Juli) ernst.

In der Küche des Restaurants fing eine Fritteuse plötzlich Feuer. Gerade wollte der Betreiber des „Stilvoll“, Andreas Nozar, Pommes in das Gerät legen. „Ich hatte mich da schon gewundert, wieso das Öl so heiß geworden ist“, erzählt er. Plötzlich fing die Flüssigkeit an, sich zu entzünden. Schnell stand die Fritteuse in Flammen.

Öl in Fritteuse wird über 600 Grad heiß

„Erst habe ich versucht, das Feuer mit einer Löschdecke zu löschen. Das hat nicht geklappt. Dann habe ich es mit einem Feuerlöscher versucht. Aber ich hatte keine Chance, das Feuer zu löschen“, berichtet Andreas Nozar. In der Zwischenzeit löste auch der Brandmelder aus, womit die Feuerwehr alarmiert wurde. Die Einsatzkräfte hatten das Feuer schnell im Griff und verhinderten so, dass die Flammen auf weitere Gebäudeteile übergreifen konnte. Vor Ort konnten die Kameraden dann auch feststellen, wie der Brand voraussichtlich entstanden ist.

„Das mobile Gerät hat immer weiter nachgeheizt. Die Kollegen mussten den Stecker ziehen. Es kann also sehr gut sein, dass das Thermostat kaputt war. Für uns sah es nach einem technischen Defekt aus“, erklärt Wehrführer Thomas Temmann.

Auch Andreas Nozar bemerkte, dass der Regler defekt war, sodass er die Temperatur des Öls in der Fritteuse nicht mehr runterregeln konnte. „So kann es zu Zündtemperaturen von 600 bis 800 Grad kommen“, sagt Temmann. Nachdem die Flammen aus der Fritteuse schlugen und die Löschversuche des Betreibers erfolglos blieben, behandelten die Einsatzkräfte den Brand mit einem sogenannten Fettbrandlöscher, der das Feuer erstickte. Thomas Temmann berichtete, dass der Betreiber vorbildlich gehandelt habe. Er hatte das Gebäude bereits geräumt.

Die Fritteuse war wohl defekt, so die Vermutung von Feuerwehr und Betreiber.
Die Fritteuse war wohl defekt, so die Vermutung von Feuerwehr und Betreiber. © Andreas Nozar © Andreas Nozar

Stilvoll in Werne muss bis Mittwoch schließen

Allein für den Samstagabend habe er 60 Bestellungen gehabt. „Das tat schon sehr weh. Gerade in der Corona-Zeit hätten wir da einen super Umsatz machen können.“ Nach dem Brand muss er das Restaurant nun bis einschließlich Dienstag (13. Juli) schließen. Techniker untersuchen, ob durch den Brand Stromleitungen beschädigt wurden.

Insgesamt schätzt Andreas Nozar neben den fehlenden Umsätzen den Gesamtschaden auf 5000 bis 6000 Euro. Neben der Fritteuse, die natürlich Totalschaden erlitt, ist ein Ofengerät nach dem Brand defekt. Zudem musste Andreas Nozar viele Lebensmittel, die nun nicht mehr verzehrbar sind, entsorgen. Ab Mittwoch möchte er wieder Gäste in seinem Restaurant empfangen. Auch die Küche soll dann wieder im Normalbetrieb sein. Weil Andreas Nozar richtig reagierte und die Feuerwehr schnell vor Ort war, wurde Schlimmeres verhindert.

Die Kameraden brachten die brennende Fritteuse ins Freie.
Die Kameraden brachten die brennende Fritteuse ins Freie. © Feuerwehr Werne © Feuerwehr Werne

Der eine oder andere Kamerad hatte auf dem Weg zum Einsatzort schon gedacht, dass es sich wieder um einen Fehlalarm im „Stilvoll“ handeln könnte. In der Vergangenheit hatte die Brandmeldeanlage immer mal wieder versehentlich ausgelöst. Vor etwa einem Jahr allerdings wurde die Anlage neu eingestellt, erzählt Andreas Nozar. Seitdem gab es keinen Fehlalarm mehr. Bei dem Brand am Samstag, bei dem keine Personen verletzt wurden, reagierte die Anlage dann richtig.

Thomas Temmann von der Feuerwehr warnt in diesem Zusammenhang noch einmal davor, entzündetes Öl niemals mit Wasser zu löschen. „Bei einer Fettexplosion wird das Fett rausgeschleudert und kann zu übelsten Verbrennungen führen.“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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