Jedes Jahr sammelt das AFG Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder, wie hier 2013. In diesem Jahr muss die Geschenkeausgabe aber erstmal auf sich warten lassen. © (A) Karin Hillebrand
Tafel in Werne

Keine Geschenke zu Weihnachten: 130 Päckchen für bedürftige Kinder können nicht verteilt werden

Das Anne-Frank-Gymnasium hat in diesem Jahr 163 Geschenke für bedürftige Kinder der Werner Tafel gesammelt. Doch die können erst im neuen Jahr an die Kinder ausgegeben werden.

Die Ausgabestelle der Unnaer Tafel in Werne und das Anne-Frank-Gymnasium (AFG) hatten in diesem Jahr wegen der Pandemie extra nicht für die Geschenke-Aktion geworben, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Spielsachen oder Kleidung verpacken und Kindern der Tafel-Familien zukommen lassen. Und trotzdem waren im 10. Jahr in Folge Päckchen zusammengekommen, die Lehrer des AFG am Dienstag (15. Dezember) bei der Werner Tafel mit zwei Autos abgeliefert hatten: 163 sind es in dieser Vorweihnachtszeit – so viele wie noch nie.

Das Problem ist nur: Die Tafeln im Kreis Unna haben seit Mittwoch (16. Dezember) geschlossen. Das bedeutet, dass die Werner Tafel nicht weiterbetrieben werden kann, weil sie den Großteil der Ware, die ausgegeben wird, aus Unna bekommt. Und das bedeutet auch, dass die Geschenke der AFG-Schüler nun nicht mehr zu Weihnachten bei den Kindern ankommen.

Sorge um Entwicklungen der Pandemie ist der Grund

„Weil eben die Sorge der Pandemie bestand und dass wir geschlossen werden würden, haben wir nicht besonders für die Aktion geworben“, sagt Dieter Schimmel von der Werner Tafel. Und doch haben die Schüler ihre Zimmer durchforstet und der ein oder andere Elternteil gekaufte Süßigkeiten dazu gelegt. Weil sich die Tafel im selben Gebäude in Werne wie eine Unterkunft für Geflüchtete befindet und einige davon Kunden der Tafel sind, konnte Schimmel am Dienstag noch 25 bis 30 Pakete an die Kinder der Familien ausgeben.

Doch der Rest muss nun auf die Ausgabe im kommenden Jahr warten. Wenn der Lockdown nicht verlängert wird und die Tafeln ab der Woche des 11. Januar wieder öffnen können, dann könnte die Werner Tafel die Geschenke am 13. Januar, am ersten möglichen Ausgabetag im neuen Jahr, an die Kinder ausgeben. Je nachdem, wie sich die Corona-Pandemie vor Ort weiter entwickelt. Auf den Tafelausweisen der Kunden ist vermerkt, wie viele Kinder in dem betreffenden Haushalt leben. In Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten werden dann die Geschenke ausgegeben.

Werner Tafel ist beeindruckt von Eigeninitiative der Schüler

Oft ist das Spielzeug, aber auch Bücher oder Buntstifte sind darunter. „Auf manchen Päckchen steht auch ‚Kleidung‘, ‚Handschuhe‘, ‚Schal‘ oder ‚Strickmütze‘“, so Schimmel. Daneben vermerken die Familien auf den Geschenken immer, ob sich das Geschenk für einen Jungen oder ein Mädchen sowie in welchem Alter eignet.

Dass die Geschenke nun bis ins nächste Jahr auf ihre Ausgabe warten müssen, stimmt auch Dieter Schimmel traurig. Aber viel mehr beeindruckt ihn die Eigeninitiative der AFG-Schüler: „Die Schüler haben das aus eigenem Antrieb gemacht. Das ist sehr anerkennenswert, muss man ehrlich sagen.“

163 Päckchen, so viele wie noch nie seit Beginn der Aktion, haben die AFG-Schüler für bedürftige Kinder gepackt.
163 Päckchen, so viele wie noch nie seit Beginn der Aktion, haben die AFG-Schüler für bedürftige Kinder gepackt. © AFG © AFG
Über die Autorin
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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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