Das war's: Christoph Schmersträter (l.) vom Herrenmodegeschäft und Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann stecken die bereits gedruckten Plakate für die verkaufsoffenen Sonntage in die Tonne. © Jörg Heckenkamp
Einzelhandel in Werne

Keine verkaufsoffenen Sonntage: Große Enttäuschung bei Händlern in Werne

Aufgrund des Erlasses der Landesregierung wollten die Werner Händler vier verkaufsoffene Sonntage vor Heiligabend anbieten. Ein Gerichtsurteil stoppt jetzt diese Pläne. Die Enttäuschung ist groß.

Um einen kleinen Ausgleich für die coronabedingten Verluste im Einzelhandel zu bieten, wollte die Landesregierung verkaufsoffene Sonntage zulassen. In Werne waren vor Weihnachten vier solcher Sonntage und einer am 3. Januar 2021 geplant. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat diese Pläne mit einem aktuellen Urteil von Dienstag, 24. November, zunichte gemacht. Die Enttäuschung bei den Werner Händlern ist groß.

„Zumal wir diese Sonntage ja extra an die aktuelle Lage angepasst haben“, sagt Buchhändler Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann auf Anfrage der Redaktion. Nur 10 bis 20 Händler hätten pro Sonntag geöffnet gehabt. „Wir wären beispielsweise nur am 6. und am 20. Dezember dabei gewesen“, sagt Waterhues.

„Sonntage hätten für Entlastung gesorgt“

Bei ihm hätten auch an den Sonntagen die Einlass-Beschränkungen auf maximal fünf Besucher zeitgleich im Laden gegolten. „Erfahrungsgemäß drubbelt es sich in unserer Branche an den Adventssamstagen. Wenn wir nur einen Teil der Leute auf den Sonntagseinkauf hätten umswitchen können, dann hätte das schon zur Entlastung beigetragen.“ Doch das OVG gab nun einem Eilantrag der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen dieses Vorhaben statt.

Erst am Wochenende hatten sich die Werner Händler der Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ auf die Strategie für die „Verkaufsoffenen Sonntage light“ mit begrenzter Teilnehmerzahl geeinigt und die Öffentlichkeit am Montag, 23. November, entsprechend informiert. Am Dienstagnachmittag, 24. November, musste die Organisation ihre Pläne zurückziehen.

In einer Stellungnahme von Michael Zurhorst, Vorsitzender von „Wir für Werne“, heißt es: „Wir für Werne hatten für die Weihnachtszeit ‚Verkaufsoffene Sonntage light‘ geplant, die dem Gedanken der Entzerrung des Einkaufsverhaltens gerecht geworden wären. Das OVG Münster hat nun diese verkaufsoffenen Sonntage gekippt, weil erhebliche Bedenken bestanden, dass der gewünschte Entzerrungseffekt eintreten würde.“

„Wir für Werne“ bedauert das Urteil

„Wir nehmen dieses Urteil mit Bedauern zur Kenntnis“, führt Zurhorst weiter aus und ergänzt: „Leider wird bei dem Urteil ganz NRW über einen Kamm geschert“. Was für große Einkaufsmeilen gelte, können man nicht mit Werne vergleichen und die eigentlich gewählte Variante, nicht alle Geschäfte gleichzeitig zu öffnen, wäre pandemiegerecht dem Entzerrungsgedanken sicher entgegen gekommen. Der Vorsitzende: „Aber selbstredend werden somit auch in Werne Geschäfte an den Adventssonntagen nicht öffnen.“

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Jörg Heckenkamp

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