Kinder auf der Durchreise lernen in der Wienbredeschule

COMENIUS-Regio

WERNE 25 Schulen in 30 Wochen, Mütter, die ihre Kinder morgens aus Herford oder anderswo zur Schule bringen – Marion Trübiger kennt diese Art von „Schulkarrieren“. Die Schulleiterin der Wienbredeschule ist Bereichslehrerin im Regierungsbezirk Arnsberg für reisende Kinder.

von Von Wolfgang Gumprich

, 08.10.2009, 13:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Wienbredeschule - hier mit Schulleiterin Marion Trübiger - nimmt an einem europaweiten Projekt zur Verbesserung der schulischen Bildung von reisenden Kindern teil.

Die Wienbredeschule - hier mit Schulleiterin Marion Trübiger - nimmt an einem europaweiten Projekt zur Verbesserung der schulischen Bildung von reisenden Kindern teil.

  Auf deutscher Seite sind die Wienbredeschule, der Schaustellerverein Hagen sowie die Bezirksregierung Arnsberg als Regio-Partner beteiligt. „In den Niederlanden ist man viel weiter mit der Betreuung dieser Kinder“, weiß Marion Trübiger, „seit 1955 gibt es dort die reisende Schule.“ In großen Wohnwagen würden die Jungen und Mädchen auf den Kirmesplätzen von zwei Lehrern unterrichtet. Während es in NRW für die Kinder von Zirkusangehörigen seit 1994 kleine rollende Schulräume (Wohnmobile) gibt, die die Plätze anfahren, hat die Schulaufsicht für Schaustellerkinder Bereichslehrer benannt, die den Kindern beim Schulbesuch helfen, Förderunterricht erteilen und sie bei Hausaufgaben unterstützen. In einem Schultagebuch wird der Schulbesuch dokumentiert, der erteilte Unterricht vermerkt und der Lernstand festgehalten.

Von ihrer Stammschule – das ist eine Schule des Wohnortes oder Winterquartiers – erhalten die Kinder in Absprache mit dem Bereichslehrer individuelle Lernpläne für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch sowie Schulbücher und Unterrichtsmaterial. An den Stützpunktschulen, also den Schulen, die die Kinder während der Reise besuchen, lernen sie nach diesen Plänen mit ihren Materialien. „So stellen wir uns eigentlich den Unterricht vor, die Kinder lernen frei, der Lehrer ist dann Lernberater“, erklärt die Schulleiterin. Sie freut sich schon auf Sim-Jü-Dienstag, denn dann kommen die Schaustellerkinder zum Förderunterricht.

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