Kleingarten in Werne in der Corona-Krise besonders gefragt - auch bei Jüngeren

mlzTrends in Corona-Krise

Ein Stück Garten, ein kleines bisschen Grün - diese Wünsche haben viele Bürger vor allem in der Corona-Krise. Der Zulauf in Kleingärten in Deutschland ist zurzeit hoch. Auch in Werne ist das spürbar.

Werne

, 10.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer keinen Balkon, keinen Garten oder kaum Gelegenheit hat, öffentliche Grünflächen zu nutzen, wünscht sich zumindest ein kleines Stück Grün. Deshalb sind vor allem in der Corona-Krise mit all ihren Einschränkungen die Parzellen in Kleingärten ein wertvolles Gut. Lange Wartelisten gibt es vielerorts für einen Platz im Kleingarten. Auch in Werne ist dieser Trend spürbar.

Im Kleingärtnerverein Am Bellingholz gibt es zurzeit mehr Anfragen als freie Parzellen. In diesem Jahr zählte die Vorsitzende Brigitta Hackenholt zunächst gar keinen und dann gleich zwölf Interessenten. „Manche von ihnen haben keinen Balkon. Ich denke, dass Corona ihnen mittlerweile auf den Geist gegangen ist“, so die langjährige Kleingärtnerin.

Gute Mischung von Jung und Alt im Kleingarten

Aber auch im vergangenen Jahr wurden elf Parzellen im Kleingärtnerverein Am Bellingholz in Werne verkauft. Das sei schon sehr außergewöhnlich gewesen, wie die Vorsitzende sagt. Bei der neuen Vergabe einer Parzelle sind laut Hackenholt auch immer wieder jüngere Familien oder (Ehe-)Paare dabei.

Das sei auch bei dem Gang durch die Anlage in Werne zu erkennen. Sandkasten und Schaukel sind hier immer wieder zu sehen zwischen den akkurat gepflegten Kleingärten. „Mittlerweile haben wir eine ganz gute Mischung“, sagt Brigitta Hackenholt, die seit 16 Jahren im Vorstand des Vereins tätig ist.

Zweieinhalb Jahre auf der Warteliste

Neben langjährigen Kleingärtnern, die schon seit der Eröffnung der Anlage 1981 dabei sind und über 80 Jahre alt sind, ist auch der Nachwuchs - manchmal um die 30 Jahre alt - vertreten. Manchmal übernehmen aber auch die Kinder der Eltern die Parzelle, erzählt Hackenholt.

Wer aber keinen Garten der Familie weiterführen kann, muss sich oft in Geduld üben. In der Vergangenheit mussten Interessenten auch schon einmal zweieinhalb Jahre auf einen freien Garten warten, erzählt die 69-Jährige. Wer den Zuschlag für eine der insgesamt 69 Parzellen bekommt, muss sich an gewisse Regeln halten.

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„Wir gehen zwar nicht mit dem Zollstock herum. Aber die Drittel-Einteilung sollte schon in etwa eingehalten werden“, sagt die Vorsitzende. Neben der Laube, die rund 25 Quadratmeter misst, müssen die anderen Teile ganz Kleingärtner-klassisch jeweils mit Obst und Gemüse sowie Pflanzen und Blumen aufgeteilt sein.

Gewisse Regeln für die Nutzung des Kleingartens

Bevor ein Interessent den Zuschlag für die Parzelle bekommt, gibt es ein Vorgespräch und ein erstes Kennenlernen mit Vorstandsmitgliedern. All das konnte in der Corona-Krise nun erst mit Verspätung stattfinden. Zwischen neuen und alteingesessenen Kleingärtnern muss die Chemie stimmen, hält man sich doch auf engem Raum gemeinsam auf.

69 Parzellen gibt es in der Kleingärtneranlage Am Bellingholz.

69 Parzellen gibt es in der Kleingärtneranlage Am Bellingholz. © Michelle Kozdon

Gewisse Regeln müssen alle Beteiligten schon einhalten, erklärt Brigitta Hackenholt, die sich selbst früh den Wunsch vom eigenen Kleingarten erfüllte.

Bereits mit 15 Jahren träumte sie von einem eigenen Kleingarten, mit 23 Jahren erfüllte sie sich ihren Traum mit ihrer ersten Parzelle in Essen. Als sie 1992 nach Werne zog, hat sie kurz darauf eine Parzelle im Kleingärtnerverein Am Bellingholz erworben. Seit 2011 ist sie Vorsitzende des Vereins.

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