Rund 60 Teilnehmer versammelten sich am Freitag auf dem Bahnhofsvorplatz zu einer Klimademonstration © Carina Strauss
Globaler Klimastreik

Klimademo in Werne: „Die Industrie ist weiter als die Politik“

Die Initiative Natürlich!Werne hatte für Freitag zu einer Klimademonstration am Bahnhof eingeladen. Rund 60 Personen waren dem Aufruf gefolgt. Einige waren das erste Mal bei einer Klimademo dabei.

Das sich so viele Menschen der Klimademonstration am Werner Bahnhof anschließen würden, wie es zuletzt bei der Demo der Bürgerinitiative Industriegebiet Nordlippestraße waren, damit hatte Mitorganisator Andreas Drohmann schon im Vorfeld nicht gerechnet. Kurz nach Beginn der Veranstaltung hatten sich dann aber doch immerhin rund 60 Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz eingefunden. Viele mit Plakaten und Transparenten. Dort war zum Beispiel zu lesen „Kohle ist kein Grund zum Anbaggern“ oder „Stoppt die Flächenversiegelung.“ Einige waren auch mit Fahrrädern gekommen, denn im Anschluss sollte es noch gemeinsam zur großen Kundgebung nach Dortmund gehen.

Einige Teilnehmer hatten Plakate zur Demo in Werne mitgebracht.
Einige Teilnehmer hatten Plakate zur Demo in Werne mitgebracht. © Carina Strauss © Carina Strauss

Die Initiative Natürlich!Werne hatte im Rahmen des globalen Klimastreiks zu der Demo in Werne aufgerufen. Auch Kerstin Helle war mit ihren beiden Kindern dem Aufruf gefolgt. Für sie war es die erste Demo dieser Art, an der sie teilgenommen hat. „Ich möchte, dass die Erde für die zukünftigen Generationen lebenswert bleibt“, so Helle mit Blick auf ihre Kinder. Außerdem wünscht sie sich mehr Einsatz von der Politik.

Zur Bonsen: „Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe“

Klimaschutzmanager Johannes zur Bonsen war ebenfalls vor Ort. Er hatte eines der Lastenräder mitgebracht, die die Stadt Werne angeschafft hat und die sich jeder bei Rewe Symalla gegen einen Pfand kostenlos ausleihen kann. „Das ist ein konkretes Angebot für klimafreundliche Mobilität“, so zur Bonsen.

Er selbst sollte an diesem Tag noch eine Rede vor den Demonstranten halten. „Der globale Klimastreik, das Klima, das ist natürlich genau mein Thema.“ Grundsätzlich finde er das Engagement für den Klimaschutz sehr gut. „Gelungener Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Nicht die alleinige Aufgabe Einzelner oder die alleinige Aufgabe der Stadtverwaltung. Wir müssen als Gemeinschaft den Klimaschutz vorantreiben.“

Kritik an der Politik zum Thema Klimaschutz

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer kurzen Rede von Andreas Drohmann. Mit Blick auf den Klimaschutz meinte er: „Die Industrie ist mittlerweile weiter als die Politik.“ Mit Spannung blicke man nun auf die Wahl am Sonntag, es sei allerdings schade, dass sich „noch nicht mal die Grünen trauen, in Sachen Klimaschutz richtig anzupacken“.

Aufmerksam lauschten die Teilnehmer den Auftaktreden.
Aufmerksam lauschten die Teilnehmer den Auftaktreden. © Carina Strauss © Carina Strauss

Es könne nicht sein, dass es 10 Jahre dauere, bis ein Stück Radweg fertig ist. „Dabei haben wir die Auswirkungen des Klimawandels gesehen. Wir hatten 180 Tote in Deutschland. Bis vor Kurzem war das für mich persönlich noch undenkbar.“ Ein „einfach immer weiter so“ funktioniere eben nicht.

Zum Abschluss folgte noch ein Aufruf an die Jugend. „Ich sehe nur wenige junge Leute hier. Dabei sind sie es, die die Auswirkungen zu spüren bekommen. Wenn ihr also jemanden kennt, der sich auch engagieren möchte, dann meldet euch gerne.“

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