Knifflige Aufnahmesituation an den Werner Grundschulen

Werden Kinder abgewiesen?

228 Kinder haben sich in Werne bisher für das neue Grundschuljahr angemeldet. Damit könnten die drei Grundschulen im Stadtgebiet insgesamt zehn Eingangsklassen bilden. Doch die Verteilung dieser Klassen macht derzeit noch Probleme.

Werne

, 10.11.2017, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Uhlandschule wird mit fünf Klassen den größten ersten Jahrgang in Werne haben.

Die Uhlandschule wird mit fünf Klassen den größten ersten Jahrgang in Werne haben. © Jörg Heckenkamp

Das wichtigste vorweg: Jedes Werner Kind wird auch auf eine Werner Grundschule gehen können. Allerdings ist es möglich, dass es nicht die Wunschschule der Eltern wird. Was vor allem im Fall der Kardinal-von-Galen-Schule in Stockum problematisch ist.

228 Anmeldungen liegen vor, sechs fehlen noch. Die bisherigen Anfänger verteilen sich wie folgt:

  • Kardinal-von-Galen-Schule Stockum: 29
  • Uhlandschule: 110
  • Wiehagenschule: 89

Von den sechs fehlenden Anmeldungen wohnen jeweils drei Kinder im Einzugsbereich der Uhland- beziehungsweise der Wiehagenschule.

Drei Lösungsansätze

Aufgrund des gesetzlich vorgegebenen Verteilschlüssels würde die Uhlandschule 5, die Wiehagenschule 4 und die Kardinal-von-Galen-Schule eine Eingangsklasse bilden. Die Werner Schulen hätten damit eine Klassenstärke von 22 Kindern, die Stockumer Grundschule hingegen 29 Kinder. Die Verwaltung hat drei mögliche Szenarien für die Verteilung der Schulanfänger erstellt:

a) Uhland- und Wiehagenschüler erhalten eine maximale Klassenstärke von 24 Kindern, hätten also noch Aufnahmekapazitäten für die fehlenden Anmeldungen sowie für mögliche Zuzüge oder Rückstellungen aus den höheren Schuljahren. Die Zahl der Kinder an der Stockumer Grundschule wird auf 28 begrenzt. Ein angemeldetes Kind, das nicht in Stockum wohnt, müsste dann an eine Werner Schule verwiesen werden. Außerdem hätte die Kardinal-von-Galen-Schule fast die maximale Schülerzahl erreicht, Nachzügler oder Zuzüge müssten definitiv in Werne zur Schule gehen. Kommen im späteren Verlauf der Schulzeit Kinder durch Zuzüge oder Wiederholung der Schuleingangsphase hinzu, müsste die Klasse nachträglich geteilt werden.

b) Uhland- und Wiehagenschule erhalten eine Klassenstärke von 24 Kindern, die Kardinal-von-Galen-Schule nimmt 25 Kinder auf. Ein Kind aus Werne sowie drei Kinder aus den Außenbezirken von Stockum und Horst müssten dann abgelehnt und auf Werner Schulen geschickt werden.

c) Die Klassenstärke wird für alle Grundschulen auf 22 festgelegt. Damit könnte die Uhlandschule noch ein Kind aufnehmen, an der Wiehagenschule müsste bereits ein Kind abgewiesen werden. Alle weiteren Anmeldungen würden zwangsläufig der Kardinal-von-Galen-Schule in Stockum zugewiesen, wo zwei neue Eingangsklassen entstehen. Diese Variante funktioniert aber nur, wenn sich insgesamt mindestens 231 Kinder für das kommende Schuljahr anmelden – Stand jetzt würden also noch drei Anmeldungen fehlen.

Kein konkreter Beschlussvorschlag

Für die nächste Sitzung des Schulausschusses (Donnerstag, 23. November, 17.30 Uhr im Stadthaus, Konrad-Adenauer-Platz 1) favorisiert die Verwaltung trotz der aufgezeigten Nachteile Variante a) – weil hier unter anderem bis auf eine Ausnahme alle Elternwünsche erfüllt werden könnten. Einen endgültigen Beschlussvorschlag kann das zuständige Dezernat aufgrund der unklaren Anmeldesituation gerade in Stockum noch nicht geben und hofft, dass zur Sitzung bereits weitere Klarheit herrscht.

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