Kolpinghaus-Umbau in Werne mit Verzögerung

Neue Brauerei

Der Biergarten hat bereits geschlossen und in gut zwei Wochen steht ein Ausverkauf an: Die Ära der Wirtin Anke Ernst im Kolpinghaus geht dem Ende zu. Doch der Übergang läuft im Moment nicht ganz reibungslos.

WERNE

von Jörg Heckenkamp

, 07.09.2017, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Hotel-Restaurant Kolpinghaus verwandelt sich ins „Stadthotel und Esszimmer“ – allerdings erst 14 Tage später als ursprünglich geplant, nämlich Mitte November.

Das Hotel-Restaurant Kolpinghaus verwandelt sich ins „Stadthotel und Esszimmer“ – allerdings erst 14 Tage später als ursprünglich geplant, nämlich Mitte November. © Foto: Daniel Claeßen

„Wir können die Gastronomie erst später öffnen als geplant und haben dafür nun Mitte November vorgesehen“, sagt Christoph Böckenbrink vom Verein Kolpinghaus Werne, dem Gastronomie und Hotel an der Alten Münsterstraße 12 gehören. Der Saal dagegen befindet sich im Eigentum der Stadt. Künftiger Betreiber ist dort die Lüner Gastro-Firma Stolzenhoff.

Noch-Wirtin Anke Ernst (55) hat für Sonntag, 24. September, einen Ausverkauf angekündigt. „Wir bieten im Kolpingsaal von 11 bis 17 Uhr Sachen an, die wir im Laufe der Jahre angeschafft haben“, sagt sie auf RN-Nachfrage. Darunter Gläser und Geschirr, Biergarten-Möbel und Dekosachen, Weihnachtsdeko „und eine Schneefräse“, sagt Ernst. Sie geht von mehr als 1000 Dingen aus.

Ob er nicht einen Teil davon übernehmen wolle, fragten wir den neuen Wirt Horst Nußbaum. „Ich übernehme nichts von der Dame“, antwortet er spitz auf Nachfrage: „Ich habe keinen Kontakt.“ Er bringe alles mit, „von Kleingeräten bis über Einrichtungssachen habe ich alles selbst“.

Kolping dagegen habe sich mit Anke Ernst auf die Übernahme fest eingebauter Dinge geeinigt wie „die Fernseher in den Hotelzimmern oder W-Lan-Netze“, sagt Christoph Böckenbrink.

Horst Nußbaum verweist darauf, dass er am Anfang Anke Ernst nach Inventar und auch Personal gefragt habe, dass er übernehmen könne. „Da hat es immer geheißen: Sie plane etwas Neues, ich bräuchte mich darum nicht zu kümmern.“ Christoph Böckenbrink bestätigt das.

Wir haben nachgefragt. Es gäbe tatsächlich Überlegungen ihrerseits, etwas Neues anzufangen, „aber im Moment ist noch nicht entschieden“, sagt Anke Ernst.

Horst Nußbaum möchte einen kompletten Neustart hinlegen (wir berichteten). So heißt das Kolpinghaus künftig „Stadthotel und Esszimmer (im Kolpinghaus)“. Er gestaltet sowohl das Hotel als auch das Restaurant um. „Noch steht das Farb- und Design-Konzept nicht zu 100 Prozent“, sagt der 51-Jährige. „Aber ich habe mir gemeinsam mit Kolping bei einem Möbelhersteller etwas angeschaut. Wir stehen kurz vor der Entscheidung.“

Entschieden ist dagegen, dass es einen neuen Bierlieferanten gibt. Das Brinkhoff’s fliegt von der Getränkekarte runter, stattdessen soll dort Gerstensaft von Weltenburger geben. Christoph Böckenbrink kennt es: „Das ist die älteste Klosterbrauerei der Welt.

Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp kommentiert:
Es knirscht beim Übergang von der Kolping-Vergangenheit in die Zukunft von „Stadthotel und Esszimmer“. Das war fast zu erwarten. Schließlich sind die Zuständigkeiten des traditionsreichen Hauses neu zugeschnitten. Da heißt es, Dinge aufzuteilen, neu abzustimmen, anzupassen. Wenig hilfreich ist das offensichtlich frostige Gesprächsklima zwischen bisheriger Wirtin und künftigem Betreiber von Gastronomie.Dass das Kulturbüro erst durch den Anruf dieser Zeitung von Verzögerungen erfahren hat, wirft kein gutes Licht auf die interne Kommunikation.

  • Wirtin Anke Ernst betreibt seit zehn Jahren alle drei Bereiche des Hauses aus einer Hand.
  • Mit ihrem Weggang Ende Oktober splittet sich die Pacht auf: die Firma Stolzenhoff betreibt den Saal, der der Stadt gehört.
  • Wirt Horst Nußbaum kümmert sich um Hotel und Gastronomie (Besitz Kolping).
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