Kontaktverbot: Ordnungsamt und Polizei loben Werner in der Corona-Krise

Osterfeiertage

Trotz des guten Wetters und der Osterfeiertage scheinen sich die meisten Werner an das Kontaktverbot gehalten zu haben. Ordnungsamt und Polizei sind voll des Lobes für die Bürger.

Werne

, 14.04.2020, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Ordnungsamt der Stadt Werne ist mit der Einsatzbilanz am Osterwochenende zufrieden.

Das Ordnungsamt der Stadt Werne ist mit der Einsatzbilanz am Osterwochenende zufrieden. © Jörg Heckenkamp (A)

Die Stadt Werne und die Polizei sind mit der Einsatzbilanz vom Osterwochenende sehr zufrieden. 98 Polizeieinsätze bezogen auf das Kontaktverbot hatte die Polizei Unna kreisweit über die Osterfeiertage - vier davon spielten sich in Werne ab. 23 weitere Fälle waren es beim Ordnungsamt der Stadt Werne.

„Das ist eine sehr erfreuliche Bilanz. Bis auf ganz wenige Ausnahmen hat sich über Ostern die große Mehrheit der Bevölkerung im gesamten Kreisgebiet vorbildlich verhalten, was mich tief beeindruckt“, teilte Landrat und Leiter der Kreispolizeibehörde Unna, Michael Makiolla, am Dienstagmorgen, 14. April, mit.

Polizei musste keine Maßnahmen in Werne ergreifen

Bei den vier Polizeieinsätzen in Werne habe die Polizei laut Pressesprecher Christian Stein „keine Feststellungen gemacht und daher auch keine Maßnahmen ergriffen“. Das, so Stein, spreche für ein vorbildliches Verhalten seitens der Werner Bevölkerung.

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Ähnlich sieht es auch das Ordnungsamt der Stadt: „Zu 99 Prozent haben sich die Werner und Gäste hier gut verhalten“, sagt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne. Die Mitarbeiter waren unter anderem am Stadtsee, am Gradierwerk, in Stockum, an der Horne und in Horst im Einsatz.

An Eisdielen und Supermärkten hätten sich viele Personen aufgehalten, doch die Menschen hielten Abstand zueinander, so Mertens. Die Schlangen mit Einkaufswagen bis auf die Parkplätze der Supermärkte hinaus seien vorbildlich gewesen. Auch trotz des guten Wetters hätten Motorradfahrer und Radler auf den Wegen Abstand zueinander gehalten.

Speisen durch das Fenster oder an der improvisierten Theke

Dasselbe gelte auch für Restaurants: Hier würden die Waren entweder durch die Fenster zum Abholen an die Kunden gereicht oder über eine improvisierte Theke vor dem Geschäft ausgegeben.

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„Wir haben über die Feiertage 23 Ansprachen gemacht, die wir uns notiert haben“, sagt Mertens. Damit meint die Ordnungsamtsleiterin Personengruppen, die gegen das Kontaktverbot von mehr als zwei Personen verstoßen haben. Dabei waren etwa Familien und familienfremde Personen, die aufeinander getroffen sind oder Personen, die sich etwa an der Lippe oder auf Schulhöfen getroffen haben. „Es ist zwar besser, wenn nichts passiert, aber für so viele Tage sind 23 Fälle noch vertretbar.“

Fokus auf Spielplätze, Bolzplätze und Skateranlagen

Der Wachdienst, der für die Stadt Werne Kontrollen durchführt, ist in diesen Zeiten mit mehr Stunden im Einsatz - besonders vom späten Nachmittag bis in die Nacht hinein mit dem Fokus auf Spielplätze, Bolzplätze, Gradierwerk, Skateranlagen, Schulhöfe und andere neuralgische Punkte wie die Lippewiesen. Hier sei es laut Mertens allein zu zehn Ansprachen gekommen.

Nun gilt es für das Ordnungsamt, die notierten Fälle nachzuarbeiten. Wer ein Bußgeld bekommt und wer nicht, das macht die Stadt von zwei Faktoren abhängig: zum einen, ob eine Person schon einmal gegen das Kontaktverbot verstoßen hat und zum anderen, ob eine Person sich kooperativ verhalten hat oder nicht.

Wie es nach den Ostertagen weitergeht, ist aktuell noch unklar. Für Mittwoch ist eine Videokonferenz zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und der Bundesregierung geplant. Dann wird mit der Verkündung eines neuen Umgangs rund um das Coronavirus gerechnet - insbesondere mit Blick auf die Schulschließungen und das Kontaktverbot. Entweder am Mittwochabend oder am Donnerstag rechnet Kordula Mertens mit einer neuen Verordnung.

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