Die Kreispolizei Unna testet VR-Brillen zur Unfallprävention. © Elvira Meisel-Kemper
Digitale Hilfsmittel

Kreispolizei Unna testet VR-Brillen zur Unfallprävention

Ein Radfahrer wird im „Toten Winkel“ von einem LKW übersehen, kollidiert mit dem Fahrzeug und verletzt sich schwer. Diese und andere Situationen simuliert die Polizei Unna nun mit VR-Brillen.

Zwei kleine Filme sind schon fertig auf der Virtual-Reality-Brille der Kreispolizei Unna, die mit 10 Pilotbehörden der Polizei in NRW kooperiert. Unfallprävention soll mit dieser VR-Brille vorangetrieben werden. Die Beiträge „Toter Winkel“ und „Kinder im Straßenverkehr“ konnten schon von freiwilligen Testern auf der VR-Brille angeschaut und bewertet werden.

Der Penny-Parkplatz mitten in Werne war die erste Station des Testteams der Polizei, bestehend aus Polizeihauptkommissar Thomas Glaser und Polizeikommissarin Britta Vormbaum. Die Zahl der freiwilligen Probanden war überschaubar. Nach dem Ausprobieren der VR-Brille konnten die Tester noch einen anonymen Bewertungsbogen ausfüllen.

Testerin Christiane Ludwig (l.) mit Polizeikommissarin Britta Vormbaum.
Testerin Christiane Ludwig (l.) mit Polizeikommissarin Britta Vormbaum. © Elvira Meisel-Kemper © Elvira Meisel-Kemper

Der Beitrag „Toter Winkel“ zeigte die Situation eines Radfahrers, der durch einen abbiegenden LKW übersehen wurde und sich verletzte. Danach konnten die VR-Brillennutzer sehen, wie sich die Situation des LKW-Fahrers aus seiner Sicht auf den Radfahrer darstellte.

Als der Radfahrer zu Fall kam, schreckten schon einige der Probanden zusammen. Elisabeth Kollhoff hatte in der VR-Brille nicht gesehen, wie der Radfahrer zu Fall kam. „Als ich selbst auf dem Fahrrad saß, war das schon beeindruckend. Ich bin allerdings eine defensive Radfahrerin. LKW bin ich noch nie gefahren“, so Kollhoff.

Schreckmomente sollen Verkehrsteilnehmer sensibilisieren

Vormbaum ist in der Radfahrausbildung von Kindern in Grundschulen unterwegs. Sie könnte sich durchaus vorstellen, nach der Testphase die VR-Brille auch dort einzusetzen. „Wir versprechen uns davon, dass die Verkehrsteilnehmer mehr Verständnis füreinander haben“, so Vormbaum.

So ähnlich sah das auch Christiane Ludwig. Sie ist als Polizeibeamtin in der Verkehrssicherheitsberatung mit Kindern, Jugendlichen und Senioren unterwegs. Allerdings hat sie noch nie eine VR-Brille ausprobiert. „Als ich als Radfahrer unterwegs war, war das schon ein Schreckmoment, als der LKW abbog. Da hilft nur, defensiv fahren und hinter dem LKW bleiben“, ergänzte Ludwig.

Polizeihauptkommissar Thomas Glaser mit der VR-Brille
Polizeihauptkommissar Thomas Glaser mit der VR-Brille © Elvira Meisel-Kemper © Elvira Meisel-Kemper

Hartmut Zenck testete ebenfalls die VR- Brille. „Ich wünsche mir gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Ich hatte mehr Action erwartet“, äußerte Zenck nach dem Test. „Genau in diesem Punkt müssen wir vorsichtig sein“, schränkte Glaser ein.

Die Beiträge „Ablenkung im Straßenverkehr“ und „Verhalten auf dem E-Scooter“ für diese VR-Brille sind noch in der Produktionsphase. Bis zum Ende der Testphase des Projekts am 31. Dezember 2021 werden sie ebenfalls zu sehen sein. Bis dahin testen sie weiter an vielen Orten in NRW.

Auch Hartmut Zenck (r.) gehörte zu den Probanden.
Auch Hartmut Zenck (r.) gehörte zu den Probanden. © Elvira Meisel-Kemper © Elvira Meisel-Kemper
Über die Autorin
Freie Journalistin
Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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