Urige Atmosphäre, freundlicher Service und ein riesiges Angebot an italienischen Speisen. „La Taverna“ in Stockum fährt mit großem Angebot auf. Spricht das auch für ein großartiges Essen?

Stockum

, 27.09.2018, 21:51 Uhr / Lesedauer: 6 min

Etwas unscheinbar wirkt das Restaurant „La Taverna“ im Ortskern von Stockum. Während die Alteingesessenen hier schon unzählige Pizzen gegessen habe, bin ich zum ersten Mal in dem Restaurant an der Werner Straße. Bei dem Gang hinein, spüre ich direkt eine gewisse Gemütlichkeit.

Alte Stühle und Bänke, dunkle Tische in kleinen Nischen und warmes Fachwerkholz zeigen sich. Mit meiner Begleitung setze ich mich an einen Tisch in der Ecke. An diesem Mittwochabend haben wir freie Platzauswahl, weil bisher nur ein paar Tische belegt sind.

Das Essen in der „La Taverna“:

Die Karte ist riesig. Von den italienischen Klassikern Pizza und Pasta über Risotto bis hin zu Steaks, Schnitzel, Fisch, Salaten und saisonal Pfifferlingen reicht das Angebot. Bei der üppigen Auswahl an Gerichten müsste wohl für jeden Geschmack etwas dabei sein. Doch eine große Karte spricht nicht per se für ein großartiges Essen. Mal sehen, was das in der „La Taverna“ bedeutet. Für die Auswahl unserer Speisen benötigen wir etwas länger. Gar nicht so einfach, sich für ein Gericht zu entscheiden.

Fangen wir erst einmal mit der Wahl der Vorspeise an. Die darf an diesem Abend auf keinen Fall fehlen. Auf der „Antipasti“-Seite gibt es neben einem Suppen-Angebot zehn weitere Möglichkeiten für den ersten Gang. Parmaschinken mit Melone, was in keinem guten italienischen Restaurant fehlen darf, gibt es in der „La Taverna“, genauso wie Schnecken in Sahnesoße oder mit Kräuterbutter, ein Krabbencocktail oder gefüllte Crêpes.

Mit Letzterem liebäugeln meine Begleitung und ich. „Womit sind die Crêpes denn gefüllt?“, wollen wir zuvor aber wissen. „Mit Spinat und Schinken“, erklärt die junge Kellnerin. Für mich gehört ein Crêpe unmissverständlich mit Süßkram zusammen. Auf die deftige Variante bin ich sehr gespannt.

Anstoßen mit Bio-Schorlen

Nachdem wir uns auch endlich für ein Hauptgericht entschieden haben, stoßen wir erst einmal an. Mit zwei Bio-Schorlen. Erst habe ich – wie bei fast jedem meiner Restaurantbesuche – traditionell eine Apfelschorle bestellt. „Wir haben auch Johannisbeer- und Rhabarberschorle“, sagt die Kellnerin. Gut, mal was anderes. Ich entscheide mich für die Johannisbeer- und die Kollegin für die Rhabarberschorle. Beide Getränke sind fruchtig und frisch. Auch die Bedienung erkundet sich, ob die Schorlen schmecken.

360-Grad-Panorama von der Sitzecke:

Ein paar Minuten später kommt die freundliche Kellnerin zurück und stellt einen Brotkorb und Kräuterbutter auf den Tisch. Die Kollegin strahlt. Sie hat Wurzeln in Stockum und kennt sich hier bestens aus – also auch hier im Restaurant. „Die Kräuterbutter ist richtig lecker und die Pizzabrötchen selbst gemacht“, sagt sie. Kurz darauf strahle ich auch. Die Kräuterbutter ist köstlich und leicht, richtig passend fluffig. Fünf große Pizzabrötchen liegen im Korb.

„La Taverna“: Perfekte Pizza und eine verspätete Vorspeise

Großzügiger Gruß aus der Küche: Wir starten mit Pizzabrötchen und einer herrlichen Kräuterbutter. © Andrea Wellerdiek

Nachdem ich bei meinem zweiten bin, sage ich zu der Kollegin, dass mir das eigentlich als Vorspeise schon reichen würde. Gleich kommt ja noch das Hauptgericht. Kurz darauf kommt die Kellnerin etwas verlegen zurück. „Leider hat die Küche die Vorspeise vergessen. Möchten Sie sie jetzt noch haben oder direkt den Hauptgang?“, fragt sie. Gut gestartet mit den Pizzabrötchen verzichten wir auf die eigentliche Vorspeise. Während die Kellnerin sich entschuldigt für die Unannehmlichkeiten, sehen wir es gelassen.

Kein langes Warten auf die Hauptspeise

Auf die Hauptspeise müssen wir auch nicht lange warten, wie sich dann herausstellt. Meine Kollegin hat sich für die Tagliatelle mit Steinpilzen und frischem Lachs mit Sahne entschieden. Die Portion ist für den Preis von 10 Euro angemessen. Ich bekomme eine Pizza mit Parmaschinken und Mozzarella. Ich bin überrascht. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen. Und ich habe wirklich schon viele Pizzen in meinem Leben gegessen. Nahezu jeder Millimeter Teig ist mit Parmaschinken belegt. Man erkennt es gut, denn die Sicht ist frei. Die Pizza kommt ohne überbackenen Käse daher.

Ich bin gespannt, wie sie schmeckt und vor allem, wie viel Mozzarella unter dem Schinken liegt. Oder wurde er etwa vergessen? Ich schneide die Pizza an. Der Rand ist knusprig, für meinen Geschmack genau passend gebacken. Der Teig ist millimeterdünn. Darauf eine Soße, die köstlich tomatig schmeckt. Schnell stoße ich auch auf Mozzarella. Auch hiermit hat der Koch nicht gespart. Auch hat er die Pizza gut gewürzt. Der Parmaschinken gibt seine persönliche Note ab, hier schmeckt man die Qualität.

„La Taverna“: Perfekte Pizza und eine verspätete Vorspeise

Parmaschinken soweit das Auge reicht: Die Pizza mit Schinken und Mozzarella war üppig belegt und schmeckte köstlich. © Andrea Wellerdiek

Für mich ist es die perfekte Pizza mit dem knusprigen, dünnen Teig, dem üppigen Belag und der Käse-Abstinenz. Wer lieber einen luftigen, hohen, weichen – eher amerikanischen – Teig mit Käse, den man in Fäden unter die Decke ziehen kann, liebt, wird hier mit großer Sicherheit enttäuscht. Die Kollegin hingegen teilt meinen Geschmack. Auch ihr schmeckt die Pizza gut. Sie blickt fast mit etwas Neid auf meinen Teller.

Denn die Pizza schmeckt ihr besser als ihre Nudeln, die sie bestellt hat. Die Tagliatelle sind bissfest, die Steinpilze und der Lachs schmackhaft. Die Sahnesoße wiegt nicht schwer, ist schön cremig. Die Nudeln schwimmen nicht in der Soße. Ein Pluspunkt. Wir sind uns aber beide einig, dass wir etwas nachwürzen würden. Beide Portionen sind groß. Ich kämpfe mit meiner Pizza, auch wenn ich einige Stücke gern an die Kollegin abgetreten habe. Irgendwann ist der letzte Haps im Mund. Die Kellnerin räumt die leer gefegten Teller ab.

„La Taverna“: Perfekte Pizza und eine verspätete Vorspeise

Die Tagliatelle mit Steinpilz und Lachs hätten wir etwas nachgewürzt. © Andrea Wellerdiek

Wir blicken noch einmal in die Karte. „Wir könnten aus unserem deftigen Crêpe einen süßen Crêpe zum Nachtisch machen“, schlage ich vor. Die Kollegin ist einverstanden. Wir geben es an die Kellnerin weiter, die uns aufmerksam an diesem Abend bedient. „Oder ist der deftige Crêpe, den wir als Vorspeise bestellt haben, schon vorbereitet?“, fragen wir. Ja. Nun, dann nehmen wir doch lieber die deftige Variante. So machen wir eben die Vor- zur Nachspeise.

Wenige Minuten später fließt heißer Duft aus einer Keramikschale, die in der Mitte des Tisches steht. Ein überbackener Crêpe. Das hätten wir nicht erwartet. „Das ist bestimmt richtig mächtig“, sage ich. „Sie teilen es sich ja und es ist ein ganz dünner Crêpe“, sagt die Kellnerin. Wird schon irgendwie, denken wir uns.

„La Taverna“: Perfekte Pizza und eine verspätete Vorspeise

Unsere deftige Vorspeise, die eine Nachspeise wurde. © Andrea Wellerdiek

Auch die Nachspeise, die eigentlich nicht der letzte, sondern der erste Gang sein sollte, schmeckt uns. Die Schüssel, in der neben dem herzhaften Crêpe mit Spinat und Schinken wieder die leckere Tomatensoße der Pizza gefüllt ist, ist leer. Alles aufgegessen, pickepacke voll. Am Ende gibt es nur noch leere Teller als Zeichen unserer Zufriedenheit.

Die Getränke:

Neben Bier, Softdrinks, warmen Getränken können die Gäste in der „La Taverna“ aus einer Spirituosen- und Weinkarte wählen. Aber auch Aperitifs und Whiskeys gibt es hier.

Die Preise:

Die Preise in der „La Taverna“ liegen im Durchschnitt der Werner Gastronomie-Szene. Die Tagliatelle mit Steinpilzen, Lachs und Sahne gibt es für 10 Euro. Die Pizza mit dem üppigen Belag hat 8,50 Euro gekostet. Beide Gerichte, die wir gewählt haben, hatten einen angemessenen Preis. Andere Speisen wie etwa ein Rumpsteak mit Kräutern und Tomaten sowie einer Beilage gibt es für 19,50 Euro. Wir bekommen nach zwei Hauptgerichten, einer Vorspeise (oder besser gesagt Nachspeise) und zwei Getränken eine Rechnung in Höhe von 30 Euro. Angemessen.

Die Atmosphäre:

„La Taverna“ in Stockum ist ein gutbürgerliches, lokales Restaurant, das ohne Moderne auskommt. Die Fenster sind noch aus altem Glas, teilweise mit Bierwerbung, versehen. Neben der gemütlichen, rustikalen Gaststätte gibt es auch einen Biergarten und eine Kegelbahn in der „La Taverna“.

Der Service:

Die Kellnerinnen haben uns nett begrüßt und freundlich bedient. Die junge Bedienung hat uns einen Tipp mit den Bio-Schorlen gegeben, den wir gern angenommen haben. Das kleine Missgeschick mit der vergessenen Vorspeise war weniger für uns als für die Kellnerinnen ein Thema. Einige Male haben sie sich dafür entschuldigt.

Alle unsere Fragen – etwa nach dem Inhalt des gefüllten Crêpe – konnte die Kellnerin souverän beantworten. Die Speisen und Getränke standen schnell auf dem Tisch. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass an diesem Mittwochabend nicht viele Tische im Restaurant belegt waren.

360-Grad-Panorama vom vorderen Bereich:

Barrierefreiheit:

Der Haupteingang ist mit einer Stufe zu erreichen. Der Hintereingang ist ebenerdig. Die Toilette befindet sich im Erdgeschoss.

Kinderfreundlichkeit:

Es gibt einen Kinderteller in der „La Taverna“ mit vier Angeboten. Pizza, Pasta (natürlich Spaghetti Bolognese) und Schnitzel gibt es in kleiner Version (für 4 bis 6,50 Euro). Außerdem steht auf der kleinen Karte noch Pommes oder Kartoffeln.

Mein Fazit:

Eine perfekte Pizza, die mich mit Sicherheit noch einmal in das Restaurant „La Taverna“ bringen wird. Die Preise sind angemessen für ein Essen mit Qualität, die man schmeckt. Der Service ist zuvorkommend, die Atmosphäre des Restaurants mit für meinen Geschmack etwas zu lauter italienischer Musik ist urig und rustikal. Kleine Nischen, die von braunem Holz umgeben sind, schaffen Gemütlichkeit.

Anfahrt/Parken:

Vor dem Restaurant und im Hinterhof gibt es einige Parkplätze. „La Taverna“ ist mit dem Pkw am besten zu erreichen. Es liegt direkt im Dorfkern von Stockum.

Was sagt das Netz?

Bei Google gibt es 65 Rezensionen für die „La Taverna“: Insgesamt gibt es 4,5 von 5 möglichen Sternen. Während die einen den Service und das gute Essen loben, ärgert sich ein Nutzer darüber, dass er das Essen ganz anders bekommen hätte als bestellt und das Problem von der Kellnerin belächelt wurde.

Die meisten geben dem Restaurant in Stockum aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, der freundlichen Bedienung und der netten Atmosphäre gute Noten. Bei Facebook zählt man Bewertungen von 51 Personen. Hier gibt es 4,8 von 5 Sternen. Die meisten Personen sind zufrieden, loben etwa die „leckerste Kräuterbutter“ und das „super köstliche Essen“. Eine Nutzerin wünscht sich eine Online-Speisekarte. Über eine Internetseite verfügt das Restaurant selbst nicht, aber über eine Facebook-Seite.

Restaurant-Infos:

Restaurant „La Taverna“, Werner Straße 50, Werne

Dienstags bis sonntags von 17.30 bis 23 Uhr geöffnet, freitags bis sonntags zusätzlich von 12 bis 14 Uhr.

Tel. (02389) 536645

Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich. Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, offenbaren wir uns und vereinbaren für die nächsten Tage einen Fototermin für die Gaststätten-Aufnahmen.
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