Lauter Protest gegen KiBiz

WERNE Zehn von 14 Kindertageseinrichtungen blieben gestern bis auf Notgruppen geschlossen. Erzieherinnen, Eltern und deren Nachwuchs protestiertenl auf dem Markt gegen das neue NRW-Kinderbildungsgesetz (KiBiz).

von Von Hubert Kramer

, 06.09.2007, 12:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Anhaltender Regen und niedrige Temperaturen konnten den Unmut nicht unterdrücken. "So nicht, Herr Minister!" forderten die Beteiligten NRW-Familienminister Armin Laschet auf, von seinen Plänen abzusehen. Die Rahmenbedingungen für den pädagogischen Auftrag der Erzieherinnen verschlechterten sich, und auf die Eltern kämen höhere Beiträge zu, lauteten einige Kritikpunkte. Auch die geplanten Kindpauschalen sind aus Sicht der Erzieherinnen der falsche Weg zur Finanzierung. Stattdessen solle es bei Gruppenpauschalen bleiben, hieß es.

Mogelpackung

Barbara Neuhaus , Leiterin des Kindergartens "Unterm Regenbogen", nannte das KiBiz eine Mogelpackung. Sie sammelte gestern mit ihren Mitstreiterinnen Unterschriften gegen das KiBiz. Die Kindergartenleiterin war überrascht von der Resonanz auf die Aktion. "Die meisten wussten ziemlich genau, worum es geht, und haben gleich unterschrieben", sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Geschockt habe sie jedoch eine schroffe Reaktion. "Kinder interessieren mich nicht", habe einer der Angesprochenen geantwortet.

Deutliche Zustimmung

Insgesamt aber war eine deutliche Zustimmung zu der Aktion spürbar. Auch für die gestrige Schließung der Kindergärten zeigten fast alle Verständnis. Dazu beigetragen hatte sicherlich die Einrichtung der Notgruppen. "Da mussten sich Eltern nicht um eine andere Betreuung kümmern", versicherte Barbara Neuhaus.

Beteiligung untersagt

Verwunderung äußerten allerdings manche Werner, die sich an den Ständen über die Auswirkungen des geplanten Gesetzes informieren ließen, darüber, dass nicht alle Kindergärten auf dem Markt vertreten waren. Die Träger der vier katholischen Kindergärten in Werne hatten dem Vernehmen nach ihren Mitarbeiterinnen in den Kindergärten untersagt, sich an der landesweiten Aktion zu beteiligen.

300 Unterschriften

300 Unterschriften haben die Kindergärten bislang zusammengetragen. Die Listen sollen bei der Demonstration am 15. September in Düsseldorf übergeben werden.

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