Knapp 42 Prozent der Straßenlaternen in Werne besitzen schon jetzt besonders umweltfreundliche LED-Köpfe. © Symbolbild picture alliance/dpa
LED-Straßenlaternen Werne

LED: Bis 2025 sollen 3355 Straßenlaternen in Werne klimafreundlich sein

LED-Straßenleuchten sparen nicht nur bares Geld ein, sondern sind auch deutlich umweltfreundlicher als alte Leuchtmittel. In Werne will die Stadt bis 2025 noch Hunderte Lampen in Angriff nehmen.

Damit Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht, muss in den kommenden Jahren noch an vielen Stellschrauben gedreht werden. Eine dieser Stellschrauben ist die kommunale Straßenbeleuchtung: Rund 40 Prozent der Energie, die Städte und Kommunen jährlich verbrauchen, fließt in die Straßenbeleuchtung, konstatierte 2019 das Bundesamt für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Kein Wunder also, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung schon 2008 die sogenannte LED-Leitmarktinitiative gründete, um Entwicklung und Nachfrage im Bereich LED anzukurbeln.

Denn die LED-Technik gilt als eine der energiesparendsten und umweltschonendsten Leuchtmittelmethoden. Und könnte die Städte und Kommunen jährlich rund 400 Millionen Euro an Kosten einsparen lassen, so der Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) in 2014. Ganz zu schweigen von den 2,2 Milliarden Kilowattstunden an Energie und den 1,4 Millionen Tonnen Kohlenstoff-Dioxid.

42,2 Prozent der Straßenlampen sind bereits auf LED umgestellt

Seit April 2015 dürfen sich Städte und Kommunen nicht mehr mit neuen Quecksilberdampfleuchten ausstatten. So sehen es die entsprechenden Richtlinien der EU seit Inkrafttreten seit dem 1. Januar 2015 vor. 3355 Straßenleuchtstellen und 12 Ampelanlagen gibt es laut Adrian Kersting, Leiter des Betriebszweiges Straßen und Verkehr bei der Stadt Werne, vor Ort. Und die sollen bis 2025 alle auf LED umgestellt worden sein – mit Ausnahme „einiger Energiesparlampen“ und dreier Halogen-Strahler, mit denen Gebäude angestrahlt werden, so Kersting.

Schon 2010 habe die Westenergie, die in Werne Eigentümer der Straßenbeleuchtung ist, erste Modellversuche in Sachen LED durchgeführt. In der Schottlandstraße waren damals 14 Straßenlaternen ausgetauscht worden. Quecksilberdampflampen gibt es, wie Kerstings-Vorgänger Gisbert Bensch 2018 erklärte, schon seither nicht mehr in Werne.

Aktuell gibt es 1416 LED-Leuchtstellen in Werne, in 153 Fällen sind noch Natriumdampf-Hochdrucklampen verbaut, in 6 Fällen sogenannte Stabform-Leuchtstofflampen. In 1777 Fällen sind es sogenannte Kompakt-Leuchtstofflampen, die unter die sogenannten Energiesparlampen fallen. Plus die 3 Halogen-Metalldampflampen.

Seit 2018 hat die Stadt nach eigenen Angaben jährlich zwischen 145 und 170 Straßenlampen ausgetauscht. Für 2022 sind 125, für 2023 105, 2024 100 und 2025 89 Stück geplant. „Die restlichen Leuchtstellen sind dann nur noch Energiesparlampen (Kompaktleuchtstoff-Lampen), wo eine Einsparung mit dem Wechsel auf LED recht gering ausfällt (28 Watt zu 20 Watt), daher werden diese Leuchtstellen nach 2025 – wirtschaftlich sinnvoll – erneuert“, so Kersting. Das sind dann allerdings noch 1358 Stück. Eine Pflicht zum Umrüsten auf LED-Technik gibt es aktuell nicht.

Pro LED-Straßenlaterne können rund 8000 Euro gespart werden

3000 bis 4000 Kelvin soll die Leuchtstärke der Straßenbeleuchtung betragen. Diese ist in Sachen Natur- und Tierschutz immer wieder ein wichtiger Streitfaktor zwischen Städten und Umweltverbänden. Der Ingenieur Manuel Philipp, der sich auf seiner Seite „Paten der Nacht“ gegen Lichtverschmutzung stark macht, empfiehlt einen Wert von bis zu 3000 Kelvin.

Pro umgerüsteter Leuchtstelle spare die Stadt rund 8000 Euro an Kosten. Das mache jährlich seit 2020 zwischen 52.000 und 90.000 Euro an Einsparungen aus (2020: 52.000, 2021: 60.000, 2022: rund 70.000 erwartet, 2023: rund 80.000 erwartet, 2024: rund 85.000 erwartet, 2025: rund 90.000 Euro erwartet).

An Kosten verbucht die Stadt laut Kersting aktuell 120.000 Euro für Betrieb und Instandhaltung sowie 100.000 für die reine Energie. Hinzu kommen noch 95.000 Euro für Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Bei den Ampelanlagen sind seit 2017 zwischen 56.000 und 49.000 Euro an Kosten angefallen, zwischen 16.000 und 18.000 Euro allein für Strom.

Leuchtmittel richtig entsorgen

Anders als alte Glühbirnen und Halogenlampen, die in der Restmülltonne entsorgt werden konnten, müssen Privatpersonen Energiesparlampen, Leuchtröhren und LED-Lampen wegen ihres Quecksilber- und Leuchtstoffpulvergehaltes beim Wertstoffhof abgegeben werden. Das Schadstoffmobil und der Wertstoffhof nehmen alte Leuchtmittel kostenlos entgegen.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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