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Lehrschwimmbecken schließt im Sommer 2019: Trauer und Wut machen sich in Stockum breit

mlzLehrschwimmbecken-Schließung

Das Lehrschwimmbecken Stockum wird im Sommer 2019 geschlossen. Das entschied der Rat der Stadt Werne - sehr zum Unverständnis vieler Stockumer.

Werne, Stockum

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Trauer über die Schließung des Lehrschwimmbeckens (LSB) mit Beginn der Sommerferien ist auch einen Tag nach der entscheidenden Ratssitzung bei den Betroffenen spürbar. „Wir sind natürlich sehr traurig über diese Entscheidung - auch wenn wir damit rechnen mussten. Das ist insgesamt aber sehr schade für unsere Schüler“, sagt Beate Klink-Schmidt, Schulleiterin der Kardinal-von-Galen-Schule. Alle Schüler der Grundschule haben im Laufe ihrer Schullaufbahn im angrenzenden Bad das Schwimmen gelernt.

Nun befürchten die Verantwortlichen, dass sie dies nicht mehr hinbekommen, wenn sie die Schwimmstunden künftig im neuen Solebad geben müssen. „Wir müssen uns nach den Zeiten richten, die wir im Solebad bekommen. Dann schauen wir, wie wir sie in die Stundenpläne einbringen“, so Klink-Schmidt. Die Fahrzeit zum Bad und möglicherweise kürzere Schwimmzeiten müssen dann in jedem Fall berücksichtigt werden.

Eine Verlängerung als kleine Lösung

Die Entscheidung aus der Ratssitzung am Mittwoch, 5. Dezember 2018, sorgt auch bei den Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft Lehrschwimmbecken für Kopfschütteln. „Wir müssen das erst einmal sacken lassen. Es ist sehr enttäuschend, vor allem wenn man sieht, wie viel Zeit und Arbeit wir darein gesteckt haben“, sagt Christoph Mürmann von der Arbeitsgruppe, die nicht nur 2643 Unterschriften zum Erhalt gesammelt hat. Die Bad-Befürworter haben auch Lösungsvorschläge zum Weiterbetrieb des Bades vorgestellt. „Es ging auch um mögliche Förderansätze, die aber überhaupt keine Berücksichtigung gefunden haben“, erklärt Mürmann.

Option wäre die Öffnung bis Ende 2019 gewesen

Zumindest eine Verlängerung, so wie es der UWW-Antrag vorgesehen hat, habe er sich persönlich gewünscht, so Mürmann. „Ich verstehe nicht, wieso man das Bad zum Sommer schließt und es nicht wenigstens ein halbes Jahr parallel mit dem Solebad offen lässt. Dann hätte man prüfen können, ob es mit dem Belegungsplan klappt. Aber warum geht man das Risiko ein, dass es vielleicht nicht passen könnte?“, sagt Mürmann. Zähneknirschend akzeptiert er die demokratische Entscheidung und sagt aber auch: „Wir prüfen, was wir noch machen können und schauen, ob es noch Sinn macht, etwa ein Bürgerbegehren einzuleiten.“

„Bei einigen Frauen flossen die Tränen. “
Laziza Laoudi, übungsleiterin des schwimmkurses für muslimische frauen

Mit der Schließung des Lehrschwimmbeckens endet auch der Schwimmkurs muslimischer Frauen. Denn sie gehen aus religiösen Gründen nicht in das für die Öffentlichkeit zugängliche Solebad. „Bei einigen Frauen flossen die Tränen. Wir sind sehr, sehr traurig über die Entscheidung. Für die Frauen war es mehr als nur Schwimmen. Sie haben sich hier untereinander ausgetauscht. Ich weiß nicht, ob wir eine andere Lösung finden können“, sagt Übungsleiterin Laziza Laoudi.

Während die Trauer bei den muslimischen Frauen überwiegt, ist Mike Lohrsträter, Vorsitzender der Kanuten beim SV Stockum, richtig verärgert. „Begeisterung ist anders. Wir stehen ganz schlecht da und müssen jetzt gucken, wie es weitergeht“, sagt er. Welche Trainingszeiten die Kanuten im Solebad bekommen, wie viele Boote sie dort lagern können und was mit dem Vereinsheim nach der Schließung des Lehrschwimmbeckens passiert - all die Fragen müssen nun geklärt werden.

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