Autobahn-Raststätten bieten in Nordrhein-Westfalen Speisen nur noch zum Mitnehmen an. © dpa
Arbeitsbedingungen

LKW-Fahrer im Werner Gewerbegebiet – Probleme auch im Pandemie-Jahr?

In der Weihnachtszeit haben Logistikunternehmen allerhand zu tun. Die Corona-Pandemie verschlechtert die Arbeitsbedingungen der LKW-Fahrer ohnehin. Bei Werner Bürgern sorgt das für Diskussionen.

In den vergangenen Jahren ist es im Werner Gewerbegebiet Wahrbrink häufiger zu Problemen im Zusammenhang mit LKWs gekommen: Müll landete in den Büschen, Schlamm auf den Straßen und sogar Autos wurden in der Vergangenheit demoliert.

Besonders bei Anlieferung und dem Parken nahe des großen Amazon-Lagers sei es in der Weihnachtszeit häufiger zu Schwierigkeiten gekommen, wie Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens erzählt. In diesem Jahr habe man bei der Stadt aber noch keine größeren Beschwerden erhalten.

Amazon will bessere Bedingungen schaffen

Die Wirtschaftsförderung der Stadt habe sich mit Amazon-Vertretern getroffen, um die Situation der LKW-Fahrer zu besprechen. Laut Amazon-Pressesprecher Thorsten Schwindhammer sollen die LKW-Stellflächen und die entsprechende Infrastruktur erweitert werden.

Um den erhöhten Warenumschlag und den erhöhten LKW-Verkehr in der Weihnachtszeit zu meistern, vereinbare Amazon mit den Logistikunternehmen feste Zeitfenster zur Anlieferung. Vor dem Weihnachtsgeschäft weise Amazon die Logistikunternehmen noch einmal explizit darauf hin, wie Sprecher Schwindhammer erklärt. Das Unternehmen beobachte, dass LKW-Fahrer ihre Rast auf öffentlichen Seitenstreifen machen. Eine Einschränkung des Verkehrs im Gewerbegebiet sei aber nicht zu erkennen.

Corona verschlechtert Arbeitsbedingungen der Fahrer

Die ohnehin schon schwierigen Arbeitsbedingungen für LKW-Fahrer haben sich durch die Corona-Pandemie noch verschlechtert. Raststätten sind für den Verzehr vor Ort geschlossen, Speisen müssen im Fahrzeug oder in der Kälte unter freiem Himmel gegessen werden. Manche Betriebe lassen die Fernfahrer nicht mehr auf die Sanitäranlagen.

Bei Amazon in Werne gebe es Sanitäreinrichtungen in Form von Duschen, Toiletten und Aufenthaltsmöglichkeiten. Zusätzlich wurden temporäre Dixie-Toiletten aufgestellt, wie Thorsten Schwindhammer erklärt.

Werner diskutieren die Situation in den Sozialen Medien

In einer Werner Facebook-Gruppe wurde über die Zustände im Gewerbegebiet diskutiert. Die LKW-Fahrer würden am Wochenende in ihren Fahrzeugen übernachten und dort gemeinsam – teils ohne Einhaltung der Corona-Regelungen – kochen. Das Übernachten in der Fahrerkabine am Wochenende ist verboten. Die Werner Facebook-Gemeinde hatte aber hauptsächlich Verständnis für die LKW-Fahrer. Schließlich seien diese es, die die Versorgung mit Waren aufrechterhalten und sowieso schon unter schlechten Arbeitsbedingungen leiden würden.

Verstöße gegen die Corona-Verordnungen habe das Ordnungsamt der Stadt Werne bei LKW-Fahrern im Gewerbegebiet bisher noch nicht festgestellt. Man kontrolliere aber die Parksituation vor Ort und werde auch auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten, erklärt Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens.

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