Nun ist klar, wie es mit der Löwenburg am Neutor in Werne weitergeht. © (A) Andrea Wellerdiek
Löwenburg in Werne

Löwenburg am Neutor: Neuer Mieter der Immobilie in Werne steht fest

Als Betreuungseinrichtung für Kinder geflüchteter Familien hat die Löwenburg seit einem Jahr ausgedient. Lange war unklar, was aus den Räumen am Neutor wird. Bis jetzt.

Ende Juli 2020 stellte die Löwenburg an der Straße am Neutor in Werne ihren Betrieb als Betreuungseinrichtung für Kinder aus Familien Geflüchteter ein. Zu gering sei die Nachfrage am Ende gewesen, hieß es damals auf Anfrage unserer Redaktion. Im Februar 2020 waren dort noch 20 Kinder betreut worden – deutlich weniger als noch vor 3 oder 4 Jahren.

Genau ein Jahr später, Ende Juli 2021, ist der Mietvertrag für das Objekt ausgelaufen – eigentlich. Denn die Stadt, besser gesagt das Jugendamt der Stadt, hat sich entschieden, das Mietverhältnis fortzuführen. Wenn auch nicht mehr für den originären Zweck. Die rund 400 Quadratmeter sollen dem Familiennetz, das jetzt noch auf 100 Quadratmetern in den Räumen der Jugendhilfe Werne haust, zugute kommen.

Bedarf für Angebote des Familiennetzes laut Stadt hoch

„Wir sind mit einem dreitürigen Ford Fiesta in den Urlaub gefahren. Jetzt haben wir inzwischen 3 Kinder bekommen“, sagt Jugendamtsleiter Maik Rolefs sinnbildlich für den gestiegenen Bedarf der Angebote des Familiennetzes. Dass das Jugendamt weiterhin Bedarf für die Räumlichkeiten am Neutor hat, hatte es der Politik in den vergangenen Monaten immer wieder aufgezeigt. Für das Familiennetz biete die Löwenburg gute Entwicklungsmöglichkeiten.

Allerding soll sich diese im Inneren räumlich etwas verändern: 3 Büros sollen am Rande der Freifläche entstehen und künftig räumlich abgetrennt sein. Dafür sei der Vermieter im Gespräch mit den Gewerken. Doch da die Nachfrage nach Handwerkern nach wie vor hoch sei, sei ein konkreter Zeitplan für den Umzug des Familiennetzes derzeit noch nicht absehbar.

„Die Pläne sind gezeichnet“

„Wir könnten jetzt quasi sofort umziehen. Aber das macht gegenwärtig noch keinen Sinn. Die Pläne sind gezeichnet, man kümmert sich“, so Rolefs. Eine große Freifläche soll auch künftig erhalten bleiben. Auf ein großes Spiel- und Klettergerät, wie es in der Vergangenheit von den Lions als Leihgabe gestellt worden war, könne man künftig aber nicht zurückgreifen.

Vergangenes Jahr hatte es seitens des Jugendamtes geheißen, dass man nach Ende der Sommerferien 2020 über die Zukunft der Löwenburg entscheiden wolle und sich dazu mit allen Beteiligten an einen Tisch setze. Doch auf mehrmalige Nachfragen unserer Redaktion gab es zwischenzeitlich keine Rückmeldungen. Bis jetzt. „Coronabedingt ist das ein oder andere ins Stocken geraten“, so Rolefs. Auch gemeinsam mit der Politik habe der Bedarf, den das Jugendamt für die Räume angemeldet hatte, noch einmal erörtert werden müssen. Das habe ebenfalls Zeit gekostet.

Löwenburg will offener, spontaner Treffpunkt im Zentrum sein

In der Zwischenzeit seien die Räume „Gold wert“ gewesen, so Rolefs. Nicht nur wegen der Tagespflege und der Randzeitenbetreuung, sondern auch, weil das Jugendamt die Löwenburg als Ausweichpunkt für Termine habe nutzen können. Ein Konzept, auch für die neuen Angebote, die das Familiennetz bieten wird, gebe es schon, so Rolefs. Denn ohne das hätte es kein „Ok“ der Politik gegeben, so der Jugendamtsleiter. Auch wenn noch nicht alle Projekte spruchreif seien, sei schon klar, dass es ein Stillcafé und eine feste Sprechstunde mit einer Familienhebamme geben wird.

Grundsätzlich solle die Löwenburg künftig ein zentraler Anlaufpunkt und ein Angebot auch in der Präventionslandschaft sein. Die Relevanz für niederschwellige Angebote dieser Art sei „riesig“ in Werne. „Wir freuen uns auf den Dialog und die Begegnungen, die auch zufällig stattfinden können, weil man in der Stadt ist oder auf dem Markt, was uns auch in die Karten spielt“, so Rolefs.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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