Mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler beteiligten sich an der Aktion #allesdichtmachen, die für Kritik sorgte. Ludger Burmann aus Werne hat seine ganz eigene Meinung dazu. © dpa
Umstrittene Schauspieler-Aktion

Ludger Burmann zur Aktion #allesdichtmachen: „Das war ein Schuss in den Ofen“

Über die umstrittene Aktion #allesdichtmachen von mehr als 50 Schauspielern wird viel diskutiert. Ludger Burmann aus Werne findet die Idee seiner Kollegen gut, die Umsetzung allerdings nicht.

In ironisch-satirischen Video-Clips haben 53 Schauspielerinnen und Schauspieler aus Deutschland mit der Aktion #allesdichtmachen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung kritisiert. Mittlerweile haben sich einige Protagonisten davon distanziert.

Denn die Aktion ist umstritten, Corona-Leugner und Politiker aus dem rechten Spektrum haben sich die Äußerungen der Prominenten zu eigen gemacht. Danach wurde darüber diskutiert, wo Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit endet. Darüber stritten am Freitag (30. April) auch die Abgeordneten im Landtag in Düsseldorf, nachdem es einen Antrag der AfD-Opposition gab.

Botschaft von #allesdichtmachen nicht überall verstanden

Ludger Burmann, Schauspieler aus Werne, hat die Aktion seiner Kolleginnen und Kollegen ebenso verfolgt. Und er vertritt dazu seine eigene Meinung: „Ich bin zwiegespalten. Ich finde es gut, wenn man manche Dinge übertreibt, um aufmerksam zu machen. Aber ich glaube, das ist hier nach hinten losgegangen.“

Das Problem sei, dass die Botschaft, die man mit der Aktion vermitteln wollte, nicht überall verstanden wurde. Sie sei nicht eindeutig genug gewesen, weil sie eben als Satire dargestellt wurde.

Deshalb müssten sich Protagonisten der Aktion wie Jan Josef Liefers nach der Veröffentlichung der Video-Clips immer wieder erklären. „Das darf nicht sein. Es muss von vornherein klar sein, wie das gemeint ist. Das ist so, als wenn man einen Witz erklären muss, weil jemand die Pointe nicht versteht. Das ist schlecht. Dann hat es nicht gefunkt“, sagt Burmann.

Idee gut, Umsetzung nicht, moniert Ludger Burmann

Die Grundidee, ein Thema zu überspitzen, findet er in Ordnung. „Die Ausführung allerdings ist eher vier bis fünf“, so der Werner. Er glaubt, dass viele seiner Kolleginnen und Kollegen „kurzfristig und blind in die Aktion hineingeschlittert“ sind. „Sie haben es nicht übel gemeint. Es sind keine Corona-Leugner. Aber man hätte es besser vorbereiten müssen“, sagt Burmann.

Mittlerweile haben sich einige Schauspielerinnen und Schauspieler von der Aktion distanziert und ihren Beitrag aus dem Internet gelöscht. „Wenn Alice Weidel von der AfD als erste schreit, dass das eine tolle Geschichte ist, dann weiß man, dass das nach hinten losgegangen ist. Das reicht alleine schon. Dann war das ein Schuss in den Ofen“, meint Ludger Burmann.

Jan Josef Liefers muss sich immer wieder zu der Aktion #allesdichtmachen erklären.
Jan Josef Liefers muss sich immer wieder zu der Aktion #allesdichtmachen erklären. © dpa © dpa

Zudem müsse man an die Personen denken, die sich in den Krankenhäusern tagtäglich um Corona-Patienten kümmern. „Dass die sich dezent verarscht fühlen, kann ich nachvollziehen“, so Burmann weiter.

An der umstrittenen Aktion #allesdichtmachen haben unter anderem Jan Josef Liefers, Heike Makatsch, Ulrike Folkerts, Ulrich Tukur, Meret Becker, Richy Müller und Volker Bruch mitgewirkt.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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