Das Dortmunder Landgericht hat am Freitag eine ganze Reihe von Zeugen vernommen. © Martin von Braunschweig
Prozess gegen psychisch kranken Mann

Mann aus Werne wird handgreiflich: Nachbarin erinnert sich an bizarre Szenen

Im Prozess gegen einen psychisch kranken Mann aus Werne fährt der Beschuldigte unwirsch eine Zeugin an. Deren Antwort bringt ihn aber sofort wieder zur Besinnung.

Die Staatsanwaltschaft strebt die unbefristete Unterbringung des 25-Jährigen in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik an. Im Jahr 2018 soll er auf der Stollenstraße in Dortmund zwei Frauen mit einem Krummdolch bedroht und außerdem in einer Tankstelle randaliert haben.

Dass der Beschuldigte seit Jahren bei der Polizei bekannt ist, verdeutlichte die Aussage eines Beamten vor dem Dortmunder Landgericht. „Wir hatten immer wieder Einsätze an seiner Adresse“, sagte der Zeuge. Vor allem sei es dabei um Ruhestörung gegangen.

In der dritten Person gesprochen

Eine damalige Nachbarin konnte das bestätigen. „Er stand häufig auf seinem Balkon und hielt Ansprachen an sein Volk“, erinnerte sich die Zeugin am Freitag (27. November). Außerdem habe der 25-Jährige oft in der dritten Person von sich gesprochen.

Der Beschuldigte konnte sich schon während der Aussage der Frau kaum zügeln. Als er dann an der Reihe war, platzte es aus ihm heraus: „Warum haben Sie so oft die Polizei wegen Ruhestörung gerufen? Kann es nicht vielleicht sein, dass ich ein normaler junger Mann bin, der auch mal Party machen will?“

Die Antwort der Zeugin ließ ihn aber sofort verstummen: „Ich habe das nicht gemacht, um sie zu ärgern, sondern weil ich wollte, dass Ihnen geholfen wird“. Die Frau arbeitet als Heilerziehungspflegerin.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.