In dem Geschäft „Die Brille" von Birgit Havers gibt es derzeit die Geschichte der Lesehilfen zu sehen. Das älteste Exponat ist über 1000 Jahre alt. © Carina Strauss
Brillenmuseum in Werne

Mit Video: Ein Geschäft wird zum Museum in Werne: Von Wikinger-Helm bis Marilyn-Brille

In den Schaufenstern des Geschäfts „Die Brille" in Werne findet man derzeit recht ungewöhnliche Brillen. Das älteste Stück ist über 1000 Jahre alt. Auch Kuriositäten sind dabei.

Wer in den kommenden Wochen in den Schaufenstern des Geschäftes „Die Brille” nach einem neuen Brillenmodell sucht, dem bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Denn statt moderner Gleitsichtbrillen finden sich hier derzeit unter anderem Modelle aus den 50er Jahren, wie sie Marilyn Monroe getragen hat.

Durch einen persönlichen Kontakt von den Inhabern Birgit und Dirk Havers zum Buchautor und Walk-of-Frame-Gründer Oliver Alexander Kellner ist es ihnen gelungen, das mobile Brillenmuseum „Walk of Frame History” in ihr Geschäft nach Werne zu holen.

Die Geschichte der Brille in Werne

Interessierte dürfen sich über eine spannende Reise durch die Geschichte freuen. Diese beginnt mit einem Lesestein aus Bergkristall. Später seien dann Halbedelsteine, sogenannte „Berylle“, zu Linsen geschliffen worden, die man „Brill“ nannte. „Und aus zwei ‚Brill‘ wurde dann irgendwann eben die Brille”, so Havers.

„Das hier sind alles Einzelstücke.” Unter anderem auch dabei: Ein Wikinger-Brillenhelm, ungefähr datiert auf das Jahr 800 und ein Stereoskop. Darauf sind zwei Bilder nebeneinander angebracht und wenn man durch die Prismen sieht, entsteht ein 3D-Bild.

„Hier sieht man wirklich den Verlauf der Technik”, erklärt Birgit Havers. Ihr Lieblingsstück kommt circa aus dem Jahr 1927. Es ist ein sogenannter Augenmagnet. Mit einer Lupe konnte der Arzt genau sehen, wenn sich im Auge ein Splitter befand. Der Magnet entfernte diesen dann.

Ein Augenmagnet aus dem Jahr 1927.
Ein Augenmagnet aus dem Jahr 1927. © Carina Strauss © Carina Strauss

Darüber hinaus dürfen in der Ausstellung natürlich auch diverse Fliegerbrillen, wie sie beispielsweise Jean-Paul Belmondo im Film „Das Ass der Asse“ trug, nicht fehlen. Alle Exponate werden in der Ausstellung in goldenen Bilderrahmen erklärt und führen so durch die Geschichte des Sehens.

Spenden für die Waldschule Cappenberg

Während bis zum 24. Juli 2021 die Exponate in den Schaufenstern von „Die Brille” bestaunt werden können, dient die Ausstellung auch dem guten Zweck. „Damit die Freude rund um die ‚Zeitzeugen-Brille‘ zusätzlich einen guten Zweck unterstützt, fördert Die Brille Werne damit obendrein die Waldschule Cappenberg”, so Havers. Für eine Ein-Stärken-Brille, die in diesem Zeitraum in Geschäft erworben wird, spende man 5 Euro, für eine Gleitsichtbrille 10 Euro.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, für die finanzielle Unterstützung sorgt Birgit Havers mit ihrem Team – zusätzliche freiwillige Spenden seien natürlich willkommen.

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