Die Entscheidung, von Soest ins Solebad zu wechseln, hatte für den 43-jährigen Bademeister Jens Hirsch auch etwas mit seiner Radel-Leidenschaft zu tun. © Jörg Heckenkamp
Mit dem Rad zur Arbeit

Mit Video: Fahrrad spielte beim Job-Wechsel nach Werne wichtige Rolle

Jens Hirsch ist seit gut einem Jahr als Bademeister im Solebad Werne tätig. Der Wechsel von seiner vorherigen Stelle in Soest hatte auch mit seiner Fahrrad-Leidenschaft zu tun.

Jens Hirsch 43, ist Fachangestellter für Bäderbetrieb. „Also auf gut Deutsch Bademeister“, sagt er und ein Lächeln stiehlt sich in sein Gesicht. Der Bockum-Höveler mag seinen Job. Jahrelang arbeitete er als Bademeister in Soest. Doch im vergangenen Jahr stand der Wechsel ins Solebad Werne an. Das hatte auch mit seiner Fahrrad-Leidenschaft zu tun.

„Tatsächlich habe ich mir dabei überlegt, dass ich dann von Bockum-Hövel nach Werne regelmäßig mit dem Fahrrad fahren könnte“, sagt der sportliche 43-Jährige. Von seinem Wohnort in Hamm-Bockum-Hövel sei es nach Soest mit dem Rad einfach zu weit gewesen. „Aber von zu Hause bis zum Solebad sind es genau 9,98 Kilometer“, sagt er, wieder mit einem Lächeln. „Das passt.“

Und so geht es ihm wie vielen anderen Zweirad-Enthusiasten. „Ich fahre immer mit dem Rad, außer bei ganz schlechtem Wetter oder bei Schnee und Eis. Da geht die Gesundheit doch vor.“ Er hat diverse Routen für die Strecke zwischen Wohn- und Arbeitsort. Insbesondere auf dem Rückweg kann es passieren, dass er statt der üblichen 30 Minuten auch mal eine Stunde unterwegs ist.

Selbst auf dem Hinweg baut er einen Zeitpuffer von rund 15 Minuten ein, um bei Bedarf einen Schlenker zu fahren. „Man nimmt die Umwelt und die Umgebung ganz anders wahr auf dem Rad. Deshalb fahre ich gerne unterschiedliche Wege“, sagt Hirsch.

Jens Hirsch schließt sein Rad, wie an fast jedem Arbeitstag, am Bügel vorm Solebad an.
Jens Hirsch schließt sein Rad, wie fast jeden Arbeitstag, am Bügel vorm Solebad an. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Sein Einstieg in die Welt des Zweirades erfolgte „so ungefähr mit sechs Jahren“, erinnert sich der gebürtige Bockum-Höveler. Und hätte gut mit einem Trauma enden können. Denn: „Mein Vater hat mir das Radfahren beigebracht und leitete mich an. Ich dachte, ich hätte Stützräder. Aber als ich merkte, dass da gar keine dran waren, geriet ich aus dem Konzept und fuhr die Kellertreppe runter.“

Zum Glück ist ihm damals nichts passiert und es kam auch nicht zu einer lebenslangen Furcht vor dem Fahrrad. „Ich bin dann einfach weiter gefahren“, sagt er. Und das bis heute.

„Sportlicher Aspekt“ – deshalb kein E-Bike

Arbeitsweg, Fahrradurlaube – Jens Hirsch sitzt gerne im Sattel seines – man muss es an dieser Stelle mal sagen – konventionellen Rades. „Meine Lebensgefährtin und ich sehen auch den sportlichen Aspekt des Fahrradfahrens. Deswegen kein E-Bike.“ Die fünfjährige Tochter seiner Partnerin führen die beiden mehr und mehr ans Radeln heran. „Wir sind zusammen schon mal von Bockum-Hövel nach Werne gefahren. Zur Belohnung gab‘s ein Eis.“

Ohne E-Bike zur Arbeit radeln? Was ist bei Gegenwind? „Da schalte ich einfach einen Gang runter und fahre langsamer. Ich habe ja einen Zeitpuffer eingebaut.“ Und wenn er sich anstrengt und schwitzt? Er lächelt wieder. „In meinem Job als Bademeister ist es nicht so tragisch, verschwitzt anzukommen. Die nächste Dusche ist nicht weit.“

So gut ihm der Weg per Zweirad zur Arbeit gefällt, sieht er doch bei der Infrastruktur Verbesserungsbedarf. „Am Kreisverkehr am Gersteinwerk ist mir schon vier Mal die Vorfahrt genommen worden.“ Hier sieht der passionierte Radfahrer Handlungsbedarf.

Handlungsbedarf sieht er zudem bei dem eigenen Fuhrpark. Obwohl er, seine Partnerin und deren Tochter dem Zweirad frönen, sind auf die kleine Familie noch zwei Autos zugelassen. „Aber das wollen wir ändern“, sagt er mit ernstem Blick. „Das eine Auto ist zu groß und auch nicht mehr richtig nötig“, sagt Hirsch: „Den Wagen schaffen wir ab.“

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Jörg Heckenkamp

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