Gut gelaunt an der Pfanne: v. l. Nico Kampowski in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb von Bernhard und Heinrich Wittenbrink. © Jörg Heckenkamp
Wittenbrinks Hof

Mit Video: Jungkoch (22) aus Werner Restaurant peilt die Welt der Sterne an

Drei Jahre hat Nico Kampowski (22) im Wittenbrinks Hof gelernt. Er war der 30. Azubi und lieferte eine der besten Prüfungen. Allerdings hat das Werner Restaurant nichts mehr davon.

„Wir bilden seit 35 Jahren aus“, sagt Senior-Chef Heinrich Wittenbrink (61). Fast jedes Jahr stellte das Werner Traditions-Restaurant an der Varnhöveler Straße einen Koch-Azubi ein. Der bislang letzte und 30. in dieser Reihe ist Nico Kampowski. Der 22-Jährige aus Bergkamen hat im Juni seine Prüfung abgelegt. „Er zählt zu den besten Azubis, die wir je hatten“, sagt Junior-Chef Bernhard Wittenbrink (32).

„Im Schulzeugnis habe ich eine 1,3 bekommen, die Abschlusszensur ist insgesamt eine 2“, sagt der junge Koch-Geselle. „Er war Klassenbester“, ergänzt sein ehemaliger Ausbilder Heinrich Wittenbrink. Doch seine Gastronomie hat von dem Können des ehemaligen Lehrlings nichts mehr. Denn Kampowski arbeitet mittlerweile in einem Restaurant in Wuppertal. „Aber das ist in diesem Beruf üblich, dass man häufiger wechselt“, sagt der Junior-Chef.

Und so kam Kampowski für den Pressetermin noch einmal eigens an seine alte Wirkungsstätte an der Varnhöveler Straße. Seiner Aussage, dass er sich in den drei Jahren Ausbildung sehr wohl in Werne gefühlt habe, glaubt der Reporter sofort. Denn die Chemie zwischen den Dreien scheint zu stimmen. Sie flachsen herum, erzählen, machen Scherze. „Alt-Geselle Thorsten Vertgewall hat mir sehr geholfen in der Ausbildung“, sagt Kampowski. Vertgewall konnte allerdings an dem Termin nicht teilnehmen.

Kampowski hatte schon als Junge einen Hang zum Herd. „Ich habe als Elf- oder Zwölfjähriger zusammen mit meiner Oma gekocht“, sagt er. Dabei ging es dann schon um Gerichte wie Schnitzel oder Rouladen. „Das Interesse am Kochen war einfach da“, denkt der 22-Jährige zurück.

Bernhard Wittenbrink (l.)  freut sich mit dem ehemaligen Azubi über das gute Prüfungs-Ergebnis.
Bernhard Wittenbrink (l.) freut sich mit dem ehemaligen Azubi über das gute Prüfungs-Ergebnis. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Nach der Fachoberschulreife in Bergkamen war für ihn die Berufswahl klar: Kampowski wollte Koch werden. Ein Vorstellungsgespräch bei den Wittenbrinks schaffte Klarheit. „Das hat mir zugesagt.“ Nico Kampowski arbeitete dann einen Tag zur Probe, außerdem noch mal am Wochenende. Danach waren beide Seiten der Meinung: Das kann mit einer Ausbildung gut klappen.

So war es dann ja auch. Nico Kampowski hing sich in die Lehre rein. „Er wollte lernen und er hat Ehrgeiz“, hat Heinrich Wittenbrink beobachtet. Die eher arbeitnehmer-unfreundlichen Arbeitszeiten – viel in den Abend hinein, oft am Wochenende – machten dem angehenden Koch-Gesellen nichts aus. „Das weiß man ja, das muss man akzeptieren“, sagt er. Seine Freundin komme mittlerweile auch mit seinen Arbeitszeiten klar.

Der Job schränkt Freizeitaktivitäten ein

Dennoch: Sein neuer Job, nun auch mit Fahrtzeiten von Bergkamen nach Wuppertal, schränkt sein Hobby Fußballspielen ein. „Mit fehlt einfach die Zeit, um selbst zu spielen.“ Eventuell stehe ein Umzug Richtung Wuppertal an, dann könnte es etwas mehr Zeit fürs Hobby geben.

Nico Kampowski hat drei Jahre im Wittenbrinks Hof in Werne gelernt. Nach guter Abschlussprüfung arbeitet der Bergkamener nun in Wuppertal.
Nico Kampowski hat drei Jahre im Wittenbrinks Hof in Werne gelernt. Nach guter Abschlussprüfung arbeitet der Bergkamener nun in Wuppertal. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Nico Kampowski möchte aber mehr Zeit in den Beruf als ins Hobby stecken. „Ich bin ehrgeizig“, gibt er unumwunden zu. Als nächste Stufe auf der Karriereleiter möchte er den Ausbilder-Schein machen. Ob er dann noch den Meister anschließt, „weiß ich noch nicht so genau“, sagt der Jung-Koch.

Wohin ihn sein beruflicher Werdegang führen soll, dass weiß er allerdings ganz genau: zu den Sternen. „Ich würde gerne Erfahrungen in einem Sterne-Restaurant sammeln“, blickt er in die Zukunft. Und wer weiß – vielleicht erkocht sich Nico Kampowski, der im Wittenbrinks Hof in Werne gelernt hat, irgendwann selbst einen Stern. Bernhard und Heinrich Wittenbrink würde das stolz machen.

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Jörg Heckenkamp

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