Auf der Baustelle des Werner Mehrgenerationen-Projektes „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ geht es voran. Bald werden schon die ersten Holzbauteile angeliefert , erklärt Andreas Drohmann, Geschäftsführer des Projektes. © Andrea Wellerdiek
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Mit Video: Mehrgenerationen-Projekt – Corona macht nicht nur Zeitplan zunichte

Das Werner Mehrgenerationenprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ nimmt konkretere Formen an. Bald sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen. Doch die Corona-Krise macht nicht nur den Zeitplan zunichte.

Aus Weihnachten wird Ostern: Eigentlich, so erzählte es Andreas Drohmann (58) vor gut einem Jahr, sollten die ersten Bewohner des Werner Mehrgenerationen-Hauses „Wohnen an den Linden“ schon zu Weihnachten einziehen. Er selbst wollte dann aus seiner Wohnung den Blick auf den beleuchteten Weihnachtsbaum im Innenhof werfen. Nun allerdings wird aus dem Weihnachtsfest 2021 in den neuen Wohnungen wohl eher ein gemeinsames Osterfest 2022.

„Ich hoffe, wir können im Innenhof dann gemeinsam Ostereier suchen“, sagt der Geschäftsführer des Projektes mit einem Zwinkern. Im Frühjahr, so der derzeitige Plan, sollen die ersten der insgesamt 35 Bewohner einziehen können, bis zum Sommer dann die folgenden. „Corona hat uns ein halbes Jahr gekostet“, sagt Drohmann. Aber nicht nur den Zeitplan hat die Pandemie kaputt gemacht.

Corona widerspricht der Idee des gemeinsamen Wohnens

Auch die regelmäßigen Treffen der insgesamt 35 Mitstreiter und künftigen Bewohner des Mehrgenerationen-Hauses an der Ecke Becklohhof/Tenhagenstraße finden nun ausschließlich über Online-Videokonferenzen statt. „Die Nähe und die Reaktion fehlt schon. Das ist schon jammerschade. Es widerspricht eigentlich dem gesamten Gedanken des Miteinanders. Corona macht schon viel kaputt“, sagt Drohmann. Dabei blickt er etwa auch auf den Baustart im November 2020 zurück.

„Eigentlich wollten wir da ein großes, schönes Fest machen. Stattdessen steht man alleine mit dem Baggerführer da und startet das Ganze. Diesen besonderen Moment hat uns Corona genommen.“ Der Baustart selbst habe sich auch deshalb verzögert, weil es Schwierigkeiten gab, entsprechende Gewerke in der Pandemie zu verpflichten. Zudem gab es Lieferschwierigkeiten für das Holz, aus dem künftig die Häuser in Rahmenbauweise entstehen.

Drohnenbild von der Baustelle: Die Tiefbauarbeiten an den ersten beiden Gebäuden, die unterkellert sind, sind fast abgeschlossen.
Drohnenbild von der Baustelle: Die Tiefbauarbeiten an den ersten beiden Gebäuden, die unterkellert sind, sind fast abgeschlossen. © Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an © Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an

Mittlerweile sind auf der Baustelle aber die Fortschritte gut zu erkennen. Die Tiefgarage, die künftig von der Tenhagenstraße zu erreichen ist, ist seit einigen Tagen fertiggestellt. Ebenso wie die Keller der beiden nördlichen Gebäudeteile. „Die Tiefbauarbeiten sind zu 95 Prozent abgeschlossen. Mitte Mai wird das erste Haus aufgebaut“, erzählt Drohmann. Dafür werden nach und nach die Teile für den Holzrahmenbau angeliefert.

31 Wohnungen und 2 Gemeinschaftsräume

Sukzessive entstehen dann die 31 Wohnungen und 2 Gemeinschaftsräume. Die Wohnungen, die Größen von 47 bis 123 Quadratmeter haben, sind sehr unterschiedlich. „Jede Wohnung wird sehr individuell gestaltet“, sagt Andreas Drohmann. „Das ist ein Vorteil, wenn man selber baut. Dann kann man alles so gestalten, wie es einem gefällt.“

Allerdings muss man bei einem Gemeinschaftsprojekt wie diesem Kompromisse eingehen können. Viele Dinge, wie aktuell etwa das Farb-Konzept der Außenbereiche, müssen miteinander abgestimmt und entschieden werden. „Wir lassen uns bei solchen Entscheidungen immer von einem externen Experten beraten. Der stellt dann ein paar Konzepte vor, über die man dann abstimmen kann. Ansonsten hätten wir 25 Vorschläge für eine Fläche“, so Drohmann.

Die 35 Bewohner, die sich seit Beginn in einem Verein organisieren, können zurzeit keine weiteren Mitstreiter mehr aufnehmen. Denn: Alle Wohnungen sind vergeben. Die Gruppe hat sich mittlerweile etwas verändert, weil 3 Mitstreiter abgesprungen sind.

Dabei spielte vor allem die Unsicherheit der Finanzierung bei einer Erkrankung durch Corona eine Rolle, so Drohmann. Monatelang habe er auch keine neuen Anfragen für das Mehrgenerationen-Haus bekommen, ehe es im Sommer 2020 dann ganz schnell ging. Mittlerweile bekommt Drohmann einmal wöchentlich konkrete Anfragen zu dem Projekt. Dann muss er potenzielle neue Bewohner vertrösten oder darauf hinweisen, dass acht Wohnungen künftig vermietet werden. Allerdings frühestens zu Ostern, nicht zu Weihnachten.

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Mehrgenerationen-Projekt in Werne: So sieht es auf der Baustelle aus

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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