Müller Bergmann feiert 85. Geburtstag

WERNE Auf besondere Weise wollen Beate und Jürgen Pötter zur Feier des Tages an das historische Wahrzeichen der Stadt am "Baakenknapp" erinnern. Die Mühle wird in diesem Jahr 300 Jahre alt; ihr einstiger Müller heute 85.

von Von Helga Felgenträger

, 06.10.2009, 07:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Mein Vater kann sich an das Leben in und um die Mühle recht gut erinnern", erzählt seine Tochter Beate Pötter, die selbst noch in der Mühle das Licht der Welt erblickte und gerne den Geschichten des Müllers lauscht.

Eine amüsante Anekdote gibt er immer wieder gerne zum Besten. "Die Flügel der Windmühle reichten bis zum Boden und so passierte es, dass eines Tages ein Dackel von einem Flügel erwischt und in die Luft geschleudert wurde". Mit zwanzig Leuten saßen sie mittags um den Tisch herum, so hatte Vater Hermann insgesamt neun Geschwister. Und auch die Bauern, die ihr Getreide vorbeibrachten, kehrten gerne mal auf ein Schnäpschen in der Mühle ein.

Windflügel fiel Sturm zum Opfer Das Gebäude war 1897 in Besitz der Familie Bergmann gekommen. Großvater Hubert Bergmann war aus Dolberg nach Werne gezogen und hatte das Gebäude, dessen Turm über ganz Werne hervorragte, gekauft. Das Mauerwerk war zwei Meter dick. "Sie überstanden alle Wirrnisse der Zeit", berichtet Vater Hermann heute noch mit großem Stolz. Im Herbst 1921 fiel ein Windflügel einem großen Sturm zum Opfer.

Der Flügel zerbrach und wurde auch nicht wieder ersetzt. Der Antrieb der Mahlanlage funktionierte hinterher über einen Dampfkessel. 1935 sollte das alte Dach des Mühlenturmes wegen Baufälligkeit entfernt werden. "Es war geplant, den Mühlenturm mit einer massiven Betondecke abzuschließen", so wollte die Familie einen Aussichtsturm schaffen.

Sieben Wohnungen im restaurierten Gebäude Doch das Denkmalamt sprach sich gegen den Umbau aus und so charakterisiert noch heute das Zeltdach den Mühlenbau, erzählt die Tochter des Jubilars und erinnert an die Schließung der Mühle im Jahre 1972. 17 Jahre später wurde das Denkmal wieder zum Leben erweckt: Sieben Wohnungen und ihre Bewohner füllen das restaurierte Gebäude mit Leben.

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