Nach der Schule kommt das Studium

WERNE Wenn Ursula Gralher die Schule verlassen hat, dann möchte sie Musikwissenschaft studieren. Nicht ungewöhnlich? Doch. Denn Ursula Gralher ist keine Abiturientin, sondern Pensionärin.

von Von Irene Steiner

, 25.06.2008, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blumen und ein Dankeschön gab es von Schulleiter Lambert Stecher für die scheidende Lehrerin Ursula Gralher.

Blumen und ein Dankeschön gab es von Schulleiter Lambert Stecher für die scheidende Lehrerin Ursula Gralher.

Nach 41 Berufsjahren ging die Lehrerin für Deutsch und Geschichte am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) gestern in den Ruhestand.

"Ich gehe betrübt und erleichtert", beschrieb Ursula Gralher ihre gemischten Gefühle. "Ich habe hier eine gute Zeit gehabt. Andererseits braucht man im Alter länger, um den Stress abzubauen."

Und so überwog bei der 65-Jährigen die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt. Denn auch das Studium wird nicht die ganze freie Zeit binden.

Ungestört lesen steht auf dem Wunschzettel für die nächsten Jahre ganz oben - am liebsten moderne Lyrik. Außerdem möchte Ursula Gralher ihre Italienisch- und Spanisch-Kenntnisse aufpolieren.

Neben ihrem anspruchsvollen Beruf hat die Lehrerin fünf Kinder groß gezogen. Inzwischen sind drei Enkel dazugekommen. AFG-Schulleiter Lambert Stecher sah den Abschied mit gemischten Gefühlen. Mit Ursula Gralher gehe eine geschätzte Kollegin, der er dennoch die Ruhe gönne. Er wählte die Worte des römischen Dichters Horaz: "Glücklich ist die, die fern vom geschäftlichen Leben ist" (lat.: Beata illa, quae procul negotiis).

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