Nach Vandalismus: Zeuge beschreibt die Täter

Polizei ermittelt weiter

Die Polizei hat noch keine heiße Spur zu den Tätern, die am Montag die Christophorus-Kirche in Werne verwüstet haben - unter anderem das Weihwasserbecken zerstörten. Ein Zeuge konnte die Täter allerdings detailliert beschreiben. Kirchenvertreter denken unterdessen darüber nach, wie die Sicherheit erhöht werden kann.

WERNE

, 29.04.2016, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die gläserne Weihwasser-Schale wurde ebenfalls zerstört.

Die gläserne Weihwasser-Schale wurde ebenfalls zerstört.

Die Täterbeschreibung:

  • Sie: 15-18 Jahre alt, 1,60 bis 1,70 Meter, mollig-kräftige Figur, rotbraunes Haar mit dunkelblonden Strähnen, modisch verwaschener Parka, dunkelbraune Stiefel.
  • Er: 15-18 Jahre, 1,80 bis 1,90 Meter, schlank, Wollkäppi, blaue Jeans, Sneaker. Auffälliges Merkmal: Er habe eine schwarze, modische „Hipster“-Brille mit breitem Rand getragen.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei Werne unter Tel. (02389) 91340 oder 910 entgegen.

Weitere Hinweise hätte eine Überwachungskamera in der Kirche liefern können. Die war aber zum Tatzeitpunkt defekt. „Der Schaden ist erst nach dem Vorfall entdeckt worden, jetzt funktioniert sie natürlich wieder“, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer.

Doch auf eine Video-Überwachung allein als Abschreckung will sich die Gemeinde nicht verlassen. Sie versperrt zum einen ab sofort über Mittag die Kirche, da zwischen 12 und 15 Uhr weder die Küsterin vor Ort noch das nahe Pfarrbüro besetzt ist.

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So wüteten die Unbekannten in der Christophorus-Kirche

Umgestoßene Bänke und ein verwüsteter Kirchenraum: In der Christophorus-Kirche haben am Montag Unbekannte ihr Unwesen getrieben.
28.04.2016
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Bänke und Stühle schleuderten die Unbekannten durch die Kirche.© Foto: Christophorus-Gemeinde
Kirchenbänke warfen die Täter um, eine ging dabei zu Bruch.© Foto: Christophorus-Gemeinde
Die gläserne Weihwasser-Schale wurde ebenfalls zerstört.
Zerstörte Blumenvase.© Foto: Christophorus-Gemeinde
Blinde Zerstörungswut.© Foto: Christophorus-Gemeinde
Ein Bild der Verwüstung bot sich der Küsterin am Montagnachmittag in der Christophorus-Kirche. Zum Beispiel war der Gesangbuch-Ständer umgeworfen.© Foto: Christophorus-Gemeinde
Die Täter warfen den Ständer mit den Teelichtern um. Flüssiges Wachs spritzte auf den Sandsteinboden.© Foto: Christophorus-Gemeinde
Seltsame Flecken auf dem Altartuch.© Foto: Christophorus-Gemeinde
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Mögliche Konsequenzen der Tat:

Außerdem denkt Schäfer über einen weitreichenden Schutz des Gotteshauses mit seinen kostbaren Kunstgegenständen nach. „Wir müssen darüber reden, ob wir im hinteren Teil der Kirche nicht ein Gitter montieren.“ Dann wäre lediglich ein kleiner Teil hinten in der Kirche frei zugänglich. Besucher könnten nur noch durch das Gitter einen Blick in das Kirchenschiff werfen. 

Auf Anfrage bestätigte Pfarrdechant Jürgen Schäfer diese Überlegungen. Grund: „Es hat immer wieder mal Vorfälle in der Kirche gegeben.“ Etwa, dass ein Unbekannter in das Weihwasserbecken gespuckt habe. „Das ist zwar eklig, aber war nicht so dramatisch. Mittlerweile haben aber die Heftigkeit und die Rohheit zugenommen“, sagt Schäfer.

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Bauliche Schutzmaßnahmen könnten jedoch nicht von jetzt auf gleich umgesetzt werden. „Das müssen wir mit Pfarreirat, den Denkmalschützern und anderen erst noch besprechen.“ Er wolle sich gar nicht ausmalen, welche Zerstörungen die Täter an den kostbaren Kirchenschätzen hätten anrichten können. Etwa an der 500 Jahre alte Pieta (Figur der Schmerzensmutter), „eine der schönsten Westfalens“ oder an der Orgel.

Die Polizei hat unterdessen noch einmal mit dem Augenzeugen gesprochen, der Montagmittag gegen 15 Uhr zwei Jugendliche gesehen hat. Sie seien in die Kirche gegangen, danach habe er laute Geräusche gehört.

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