Gerüchte-Check: Bleibt die Nachtschicht in Werne für immer geschlossen?

mlzVeranstaltungsbranche in der Corona-Krise

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise ist die „Nachtschicht“, geschlossen. Vieles deutet darauf hin, dass es für die einzige Disko in Werne nicht weitergeht. Oder? Unser Gerüchte-Check.

Werne

, 29.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nachtschicht sind im März die Lichter ausgegangen. Und es könnte für immer so bleiben. Denn die Zukunft der einzigen Diskothek in Werne ist ungewiss. Aufgrund der Corona-Pandemie musste auch der Betreiber der Nachtschicht an der Kamener Straße den Betrieb schließen.

„Die Party ist zu Ende!“ Im März galt der Satz nicht nur bis zum nächsten Wochenende, sondern auf unbestimmte Zeit. Seitdem fehlen jegliche Einnahmen. „Die Aussichten sind sehr trostlos“, sagte Markus Buchwald (38) Ende März.

Keine Reaktion mehr von dem Betreiber der Nachtschicht

Buchwald hatte die einstige Kneipe „Schnarchhahn“ 2016 gemeinsam mit seiner Frau Nicole übernommen. Nun bangt das Paar um die Zukunft der Disco. Seit Wochen reagiert Markus Buchwald nicht mehr auf die Anfragen der Redaktion, geht gar nicht an sein Handy.

Wer es bei der auf der Internetseite angegebenen Festnetz-Nummer versucht, erfährt, dass die Nummer gar nicht mehr vergeben ist. Ein Anzeichen für das Aus der Nachtschicht? Die Internetseite ist noch erreichbar, die Facebook-Seite hingegen nicht mehr. Bei einem Kollegen aus der Gastronomieszene aus Werne nachgefragt, heißt es: „Ich habe auch schon lange nichts mehr von ihm gehört.“

Alles deutet auf das Aus der Disko hin

Alles deutet darauf hin, dass Markus Buchwald die Nachtschicht gar nicht mehr öffnet. Ende März hatte er die Soforthilfe des Landes NRW beantragt und berichtet, dass er einige Tage später schon die Finanzspritze von 9000 Euro auf seinem Konto gesehen hat. Dieses Geld muss allerdings später noch versteuert werden.

Buchwald rechnete vor, dass er mit dem Geld maximal noch drei Monate überstehen kann - ohne Einnahmen aus dem laufenden Betrieb. Diese drei Monate sind Ende Juni vorbei.

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„Es ist ein Zeitgewinn. Wir müssen versuchen, so weit wie möglich damit zu wirtschaften. Wir müssen jeden Groschen nutzen, solange es noch geht“, sagte Buchwald Ende März im Gespräch mit dieser Redaktion. Er habe „alles auf Null“ gestellt in seinem Betrieb, um die laufenden fixen Kosten zu minimieren. Das seien mehrere Tausend Euro im Monat, so Buchwald.

Sparen musste er auch beim Personal. Zwölf Minijobbern musste der Betreiber kündigen, der einzige festangestellte Mitarbeiter wurde in Kurzarbeit geschickt. Ohne Einnahmen seien die Ausgaben nicht zu stemmen.

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Und Besserung ist nicht in Sicht. Spätestens seitdem die Bundesregierung Mitte Juni das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober verlängert hat, sieht es noch düsterer in und für die Nachtschicht aus als sowieso schon. „Wir sind die Ersten, die schließen mussten und sind die Letzten, die wieder öffnen dürfen“, sagte Buchwald Ende März. Und bis heute soll er Recht behalten für die stark gebeutelte Veranstaltungsbranche.

Wird die Nachtschicht für immer schließen? Im Moment sieht es ganz danach aus.

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