Die aktuellen Anwohner des Neubaugebiets protestierten vor der Sitzung des Planungsausschusses. © Felix Püschner
Wohnen

Neubaugebiet Baaken: Gegner erhalten Unterstützung aus der Politik

Das geplante Neubaugebiet Baaken stimmt nicht nur die derzeitigen Anwohner skeptisch. Auch aus der Politik gibt es Gegenwind. Im Planungsausschuss fand sich nur eine knappe Mehrheit.

Überflutung, zunehmende Verkehrsbelastung und eine mehrere Meter hohe Lärmschutzwand – die Sorgen der aktuellen Anwohner des künftigen Neubaugebiets „Baaken“ sind groß. Und genau daran erinnerten sie die Politik im Vorfeld der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am Dienstag (7. September) noch einmal eindringlich. Mit großen Plakaten positionierten sie sich vor dem Kolpinghaus an der Alten Münsterstraße. Ein Protest, der nicht zu übersehen war.

Bezüglich der Pläne für das Neubaugebiet waren bei der Stadt mehrere Einwendungen eingegangen. Gleich drei Anträge mit Beschlussempfehlungen der Verwaltung zum Neubaugebiet Baaken standen in der Ausschusssitzung zur Abstimmung. Und Redebedarf war durchaus vorhanden – auch wenn Planungsdezernent Ralf Bülte eingangs direkt betonte: „Wir sind mit allen drei Verfahren auf der Zielgeraden. Die Entwicklung dieses Wohnquartiers ist städtebaulich sinnvoll. Wir brauchen dieses Wohnquartier!“

Viele Zweifel in der Werner Politik – und teils bei der Verwaltung

Dass Werne tatsächlich mehr Wohnraum benötigt, daran zweifelte keines der Ausschussmitglieder. An einzelnen Aspekte des Projekts hingegen schon. „Ich habe weiterhin Bedenken – vor allem nach dem Starkregen“, erklärte etwa Martin Pausch (Die Linke). Ob das vorgesehene Regenrückhaltebecken und die Kapazitäten der Kläranlage tatsächlich genügen, um die Anwohner künftig vor nassen Füßen zu bewahren, solle man im Vorfeld lieber noch einmal genauer prüfen.

Ulrich Höltmann hatte ebenfalls seine Zweifel. Er könne die Sorgen der Anwohner verstehen, sagte der SPD-Mann: „Wie sieht das bei zukünftigen Starkregenereignissen aus? Sind wir da auf der sicheren Seite?“ Artur Reichert (FDP) fragte, ob die Schmutzwasserkanäle wirklich groß genug seien.

In den Reihen der Verwaltung ist man erwartungsgemäß weniger skeptisch. So habe etwa der Lippeverband versichert, dass die Kapazität der Kläranlage völlig ausreiche, erklärte Adrian Kersting, Leiter der Abteilung Straßen und Verkehr. Auch die Kanalgröße genüge völlig. Zumal Schmutz- und Regenwasser getrennt voneinander abfließen sollen. Durch den neuen Schmutzwasserkanal erhalte das bisherige Kanalsystem sogar noch mehr Kapazität.

Dass eine Bebauung der aktuell landwirtschaftlich genutzten Fläche Nachteile bezüglich es Regenwasserabflusses mit sich bringt, bezweifelt hingegen die Verwaltung. Denn daran, dass die Gärten der Anwohner jüngst unter Wasser standen, habe auch das Maisfeld nichts geändert, hieß es.

Die Abstimmungsergebnisse im Überblick

  • In einem ersten Antrag ging es um eine Ausgleichsfläche für das neue Wohngebiet im Baaken. Demnach schlägt die Verwaltung vor, eine eigentlich für eine Wohnbebauung vorgesehene Fläche von 2,3 Hektar im Bereich östlich des Dornbergs für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Es handle sich dabei um Flächen, die „weit in den Außenbereich hineinragen und für die kurz- und mittelfristig keine Wohnbaunutzung vorgesehen ist“. Dem Antrag, der eine entsprechende „Rücknahme von Wohnbaufläche und Darstellung als Fläche für die Landwirtschaft“ vorsieht, stimmten 10 Ausschussmitglieder zu (7 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen)
  • Der Änderung des Flächennutzungsplans „Wohnbaufläche Baaken“ von einer gemischten Baufläche zur Wohnbaufläche stimmten 13 Ausschussmitglieder zu (2 Nein-Stimme, 4 Enthaltungen). Dem Bebauungsplan 13 C – Wohnquartier Baaken – stimmten hingegen nur 10 Mitglieder zu (7 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen). Eine abschließende Entscheidung trifft der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 29. September.
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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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