Ordnungsamtschefin Kordula Mertens, hier im März 2020 bei einer Sitzung des Krisenstabs, erklärte am Freitag (8. Januar) den Umgang mit der neuen Coronaschutzverordnung. © (A) Jörg Heckenkamp
Coronavirus in Werne

Neue Lockdown-Regeln: Stadt Werne, Kreis und Polizei klären auf

In der Nacht zu Freitag (8. Januar) hat das Land NRW seine neue Coronaschutzverordnung veröffentlicht. Was das für Werne bedeutet, erklären Stadt Werne, Kreis Unna und die Polizei.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat in der Nacht auf Freitag (8. Januar) die neue Coronaschutzverordnung für NRW veröffentlicht, die ab Montag gilt. Die neuen, zusätzlichen Regeln, die an den Tagen zuvor schon verkündet worden waren, lauten: Ein Hausstand darf sich nur noch mit einer weiteren Person aus einem anderen Hausstand treffen. Kinder, die betreut werden müssen, zählen nicht dazu und sind von der Regel ausgenommen. Auch die individuellen Umgangsrechte sind in der neuen Verordnung berücksichtigt.

Arbeitgeber werden dazu aufgerufen, Möglichkeiten zum Homeoffice weiter auszubauen. Außerdem bleiben Betriebskantinen und Mensen überwiegend geschlossen. Ebenfalls ab Montag gilt eine neue Coronabetreuungsverordnung für Schulen und Kitas. Beide Verordnungen sind befristet bis zum 31. Januar. In Werne wird es kommende Woche zwei Organisationstage geben, an denen sich die Schulen auf den Distanzunterricht vorbereiten können.

An der Vorgehensweise des Ordnungsamtes ändert sich durch die neue Verordnung nichts. Am Vormittag verarbeiten die Mitarbeiter wie seit Monaten die Quarantänebescheide (Anordnungen ebenso wie Aufhebungen), weil diese zeitnah verteilt und persönlich zugestellt werden müssen, so Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens. Dabei wird auch die Einhaltung der zuvor schon mündlich vom Gesundheitsamt des Kreises angeordneten Quarantänen überprüft. Insbesondere am Nachmittag folgen die Kontrollen der Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum. Die zur Kontrolle in der Stadt eingesetzten Mitarbeiter würden nun über die neuen Regelungen informiert, um darauf bei den Kontrollgängen zu achten, so Mertens. In seiner Arbeit wird das Ordnungsamt unterstützt durch einen Wachdienst sowie die Polizei.

15-Kilometer-Radius steht nicht in neuer Schutzverordnung

Der angekündigte, eingeschränkte Bewegungsradius von 15 Kilometern ab einer 7-Tages-Inzidenz von 200 in Kreisen und kreisfreien Städten ist nicht wie zunächst angenommen in der neuen Verordnung enthalten. Nach Angaben eines Sprechers des NRW-Gesundheitsministeriums müssen die betroffenen Kreise dies in eigenen Verfügungen regeln. Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna erklärte dazu, dass es sich dabei um eine individuelle Absprache mit den Beteiligten handele. Stand Freitagmorgen 0 Uhr verzeichnete das Landeszentrum für Gesundheit in Bochum für den Kreis Unna eine 7-Tages-Inzidenz von 122,3.

Zeichne sich ab, dass der Kreis sich in die Nähe des 200er-Grenzwerts bewege, werde man sich mit der Bezirksregierung, den Kreisstädten und Ordnungsbehörden in Verbindung setzen, um den entsprechenden Radius und das Vorgehen festzulegen, sodass man sich nicht erst dann Gedanken mache, wenn die Grenze überschritten sei. „Im Moment sieht es gut aus, aber das kann sich schnell ändern. Wir behalten die Lage im Auge“, so Rolke. Ob sich der 15-Kilometer-Radius dann um jede einzelne Kreisstadt ziehe oder für den gesamten Kreis ab Kreisgrenze gelte, sei noch offen, so Rolke am Freitagmorgen. Am Freitag lagen in NRW Gelsenkirchen, der Kreis Höxter und der Oberbergische Kreis über der Marke von 200.

Polizei Unna werde sich in gewissem Maße an Kontrollen beteiligen

Die Polizei im Kreis Unna erklärte zu der neuen Schutzverordnung, dann man im Kreis genauso weiterarbeiten werde wie vorher. Benötige eine Stadt Amts- oder Vollzugshilfe, werde die entsprechende Stadt bei der Polizei nachfragen, so Sprecher Bernd Pentrop. „Wenn wir dahin kämen [200er-Inzidenz, Anm. d. Red.], ist das durchaus schwierig. Wir machen uns da sicherlich Gedanken dazu, aber im Moment sind wir nicht beteiligt“, so Pentrop weiter. In einem gewissen Maße werde man sich dann an den entsprechenden Kontrollen beteiligen.

Mit Blick auf die sich ausbreitende Afrikanische Schweinepest, mit der sich Wild- und Hausschweine infizieren können (für den Menschen ungefährlich), dürfen sich auch bis zu 5 Jäger treffen, wenn es sich um „zulässige dringend erforderliche Veranstaltungen“ handele, heißt es in der neuen Verordnung. Bei Verstößen gegen die Coronaschutzauflagen können Bußgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro verhängt werden.

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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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