Die Stadt Werne soll Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) werden. © picture alliance/dpa
Fahrradverkehr in Werne

Neuer Anlauf nach 11 Jahren: Werne soll offiziell fahrradfreundlich werden

Die Stadt Werne soll eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW beantragen. Ein Planerbüro hat die Voraussetzungen geprüft.

Die Idee ist nicht neu: Bereits im Jahr 2010 stellte die SPD im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (ASPW) den Antrag, eine Mitgliedschaft im Arbeitskreis für fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (kurz AGFS) zu beantragen.

Doch „trotz intensiver Bemühungen seitens der Verwaltung war zu diesem Zeitpunkt die Priorität auf die Neugestaltung der Steinstraße gelegt und eine Antragserarbeitung konnte aufgrund der personellen Auslastung nicht zeitnah erfolgen”, heißt es in der Vorlage der Verwaltung zur aktuellen Sitzung des ASPW am Dienstag (15. Juni 2021).

Stadt Werne soll Mitglied im AGFS werden

Nun also ein neuer Anlauf. Bereits im März 2021 hat die Stadtverwaltung das Planerbüro Südstadt in Köln, mit einem Positionspapier beauftragt. In dem Positionspapier kommt Diplom-Ingenieur Franz Linder zu dem Fazit: „In der Summe ist nach der ersten Einschätzung die infrastrukturelle Ausgangssituation für eine erfolgreiche AGFS-Bewerbung als ausgesprochen gut einzuschätzen.” Auch wenn, so der Ingenieur in dem Fazit weiter, „es naturgemäß einen Bedarf an eher kleinen Nachbesserungen hinsichtlich Markierungen, Abstellanlagen, Öffnung der Fußgängerzone, etc. gibt.”

Für den Ortsteil Stockum sei die positive Einschätzung nur bedingt übertragbar. Hier sei eigentlich ein struktureller und aufwendiger Umbau der Ortsdurchfahrt Stockumer Straße erforderlich.

Der Ausschuss stimmte am Ende einstimmig für die Beschlussvorlage und damit dafür, dass die Verwaltung beauftragt werden soll, die notwendigen Schritte für den Antrag einer Mitgliedschaft in die Wege zu leiten. „Die Vorteile einer Mitgliedschaft überwiegen eindeutig”, fasste FDP-Ratsmitglied Artur Reichert zusammen.

Vorteile durch Mitgliedschaft im AFGS

Durch die Mitgliedschaft im AGFS entstünden der Stadt Werne zahlreiche Vorteile, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Unter anderem hätte man exklusiven Zugang zu Fördermitteln des Landes NRW. Hinzu kämen die Netzwerkarbeit des AGFS und die Beratungsleistungen. „Alle Vorteile münden in einer deutlichen Aufwertung und Verbesserung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs”, so die Verwaltung.

Das könne die Bevölkerung dazu bewegen, vom Individualverkehr auf energiefreundliche Mobilitätsformen umzusteigen und somit zu einer Reduzierung des CO²-Ausstoßes im Bereich Verkehr beitragen.

Ganz umsonst gibt es die Mitgliedschaft allerdings nicht. In der Verwaltungsvorlage werden Kosten für die gutachterliche Begleitung des Antrages in Höhe von 10.000 Euro angeführt. Hinzu kommt ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 2500 Euro.

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