Neuer Gleichstellungsplan Werne will Männer zu mehr Teilzeit motivieren

Gleichstellung

Der Frauenförderplan hat ausgedient: Gleichstellung für Männer und Frauen plant die Stadt für die Jahre 2020-2023. In manchen Bereichen sind Frauen noch immer unterrepräsentiert.

Werne

, 12.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gleichstellung ist ein großes Thema bei der Stadt. Mit dem neuen Gleichstellungsplan sollen die Frauen- und Männerquoten angeglichen werden.

Gleichstellung ist ein großes Thema bei der Stadt. Mit dem neuen Gleichstellungsplan sollen die Frauen- und Männerquoten angeglichen werden. © picture alliance / Ralf Hirschbe

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht im Zentrum des neuen Gleichstellungsplanes der Stadt. Das gilt explizit auch für Männer. Denn die arbeiten viel seltener als Frauen in Teilzeit und beantragen auch weniger häufig Elternzeit. Außerdem sollen Frauen in jenen Bereichen gefördert werden, in denen sie aktuell unterrepräsentiert sind.

Der Gleichstellungsplan löst den Frauenförderplan ab und ist auf Grundlage des Gesetzes zur Gleichstellung von Männern und Frauen in NRW aufzustellen.

Er ist gültig für KBW und Stadt und gilt 4 Jahre. Nach 2 Jahren ist zu überprüfen, ob die Ziele erreicht werden.

Hier ein Auszug aus den Zielen, Maßnahmen und Zahlen:

Gleichstellung von Frauen/Männern

  • Sprachliche Gleichbehandlung gibt es auch in Vordrucken, also wird sowohl die weibliche als auch die männliche Form genannt. Möglichst alle 2 Jahre soll es eine Frauenversammlung geben, um besser auf die Sorgen der Frauen einzugehen.
  • Der Frauen/Männeranteil wird in unterrepräsentierten Bereichen auf 50 Prozent erhöht. In der allgemeinen Verwaltung arbeiten zum Stichtag (1. Mai 2019) 68 Prozent Frauen, im Rettungsdienst sind es 33 Prozent, im Sozial/Erziehungsdienst 72 Prozent, im technischen Dienst 21,53 Prozent und in der allgemeinen Datenverarbeitung 20 Prozent. Beim KBW entfallen von 64,7 ganzen Stellen 20,7 auf Frauen und 44 auf Männer. Insgesamt gesehen (Verwaltung und KBW) sind von den 268 Stammkräften 147 (verteilt auf 107,4 ganze Stellen) weiblich und 121 (verteilt auf 117,25 ganze Stellen) männlich.
  • Stellenausschreibungen müssen den Zusatz enthalten, dass auch Teilzeit möglich ist, sofern dies nicht den „dienstlichen Belangen entgegensteht“. Das gilt auch für Führungspositionen. Aktuell arbeitet nur eine Führungsperson in Teilzeit. In NRW werden Frauen im Schnitt mit 29,7 Jahren das erste Mal Mutter und kehren nach der Elternzeit häufig in Teilzeit zurück. 71,43 Prozent der Mitarbeiterinnen der Stadt zwischen 35 und 39 arbeiten in Teilzeit. Auch im höheren Alter bleibt die Verteilung ähnlich. Alle weiblichen Angestellten bis 24 Jahre arbeiten zum Stichtag in Vollzeit. Männer tendieren in allen Altersklassen zur Vollzeit.
  • Klischeefreie Werbung für die Ausbildungsberufe soll die Frauen/Männerquoten in den verschiedenen Bereichen erhöhen.
  • Frauen werden gezielt Fortbildungen angeboten, um sie auf höherwertige Tätigkeiten vorzubereiten. Die Frauenquote bei Führungspositionen liegt aktuell bei 37,5 Prozent. Verbeamtet sind 5 Frauen und 14 Männer plus der Bürgermeister, der gesondert gerechnet wird -> ergibt einen Frauenanteil von nur 26,32 Prozent.

    Familie & Beruf
  • Familienbedingte Auszeiten werden ermöglicht. Männer sollen frühzeitig z.B. über ein Männerseminar über die Möglichkeiten informiert werden. Wer höchstens 18 Monate ausscheidet, dem wird die Wiedereingliederung in die ursprüngliche Stelle zugesichert. Vom 1.1.15-1.5.19 gab es 32 Elternzeiten, davon 25 Frauen. Die Männer waren im Schnitt deutlich schneller wieder zurück.
  • Homeoffice ist möglich. Aktuell machen das nur 8 Menschen, nämlich 6 Frauen und 2 Männer.
  • Es soll eine Wissensdatenbank angelegt werden, sodass für jede Abteilung Arbeitsanleitungen und allgemeine Infos vorliegen, die den Rückkehrern den Wiedereinstieg erleichtern.
  • Möglichst jedes Jahr sollen interne Infoveranstaltungen mit Themen wie Kinderbetreuung stattfinden.
  • Alle Mitarbeiter können befristet ihre Arbeitszeit reduzieren, um Kinder oder Pflegebedürftige zu versorgen.
  • Fällt die Betreuungsperson aus, können Kinder an einigen Arbeitsplätzen kurzfristig mitgebracht werden. Es gibt eine mobile Spielebox für Kinder.
  • Best practice Beispiele in puncto Vereinbarkeit von Familie und Beruf können an den Gleichstellungsbeauftragten gesendet werden und werden dann im Intranet veröffentlicht.
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