Der Sockel für den Heiligen Nepomuk steht. Figur und Häuschen fehlen. Das hat einen triftigen Grund. © Jörg Heckenkamp (A)
Heiligenfigur

Neuer Kreisverkehr an der Münsterstraße: Wo steckt Nepomuk?

Hier fehlt doch einer: Im Zuge des Baus von Wernes neuem Kreisverkehr an der Münsterstraße musste die Figur des Heiligen Nepomuk weichen. Eigentlich sollte sie zurückkehren - ist sie aber (noch) nicht.

Der Kreisverkehr an der Münsterstraße / Becklohhof / Burgstraße ist schon seit Monaten fertig. Vor dem Neubau hatte jedoch nicht nur die alte Fußgängerbrücke weichen müssen, sondern auch ihr Schutzpatron – die Figur des Heiligen Nepomuk. Klar war schon lange: Der „Brückenheilige“ sollte an seinen alten Standort zurückkehren. Auch ohne Fußgängerbrücke. Doch bislang fehlt von Nepomuk jede Spur. Lediglich ein Sandstein-Sockel deutet auf den Platz hin, an dem die Figur einmal stehen soll.

Aber warum ist der Heilige noch nicht zurückgekehrt? Darauf hatte Petra Göbel, Abteilungsleiterin der Denkmalpflege bei der Stadt Werne, in der jüngsten Sitzung der Planungsausschusses eine einfache Antwort: „Die Restauratorin hat gerade einfach keine Zeit.“ Besagte Dame soll die Figur, die sich derzeit noch im Karl-Pollender-Stadtmuseum befindet, etwas aufpäppeln.

Heiligenhäuschen mit Panzerglas und Schloss

Wie Nepomuks neues Heim am Kreisverkehr aussehen soll, steht bereits fest: Er bekommt ein Heiligenhäuschen mit Panzerglas und Schloss. Das klingt ein bisschen nach Hochsicherheitstrakt und mag im Falle eines Schutzpatrons etwas übertrieben wirken – es ist laut Göbel allerdings durchaus angebracht. Denn die Situation für solche Denkmäler werde traurigerweise immer extremer. „Man kann solche Figuren nicht mehr stehen lassen, ohne dass sie beschädigt werden“, so die Denkmalpflegerin.

Die Fertigstellung von Sanierung und Sicherung sei für das erste Quartal 2021 geplant. Dann kann die Holzfigur wieder ihrem traditionellen Kerngeschäft nachgehen. Denn immerhin eine Brücke gibt es hier ja auch nach dem Bau des Kreisverkehrs noch. Die führt nach wie vor über die Horne – und wird so schnell wahrscheinlich nicht abgerissen.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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