Neuer Radweg für fast 10 Millionen Euro geplant

Fahrradschnellweg Ruhr führt durch Rünthe

Mit dem Fahrradschnellweg Ruhr planen Regionalverband Ruhr und ADFC eine Art Autobahn für Radler. Von der könnte laut ADFC auch Werne profitieren: Ein Teilstück des Radschnellwegs führt durch den Nachbarort Rünthe und am Datteln-Hamm-Kanal entlang. Das "innovative Projekt" hätte allerdings auch seinen Preis: 9,7 Millionen Euro.

RÜNTHE

10.09.2014, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von rechts kommend soll der Radschnellweg Ruhr über eine parallel zur Kanalbrücke errichteten Brücke führen. Dann soll er nach rechts abknicken und am Kanal entlang gehen bis nach Hamm. Für den Yachthafen im Bildvordergrund erhoffen sich die Verantwortlichen von RVR und ADFC dadurch eine Aufwertung und noch mehr Besucher.

Von rechts kommend soll der Radschnellweg Ruhr über eine parallel zur Kanalbrücke errichteten Brücke führen. Dann soll er nach rechts abknicken und am Kanal entlang gehen bis nach Hamm. Für den Yachthafen im Bildvordergrund erhoffen sich die Verantwortlichen von RVR und ADFC dadurch eine Aufwertung und noch mehr Besucher.

Der Fahrradschnellweg Ruhr (RS1) soll quer durch das Ruhrgebiet von Hamm nach Duisburg führen - wenn er denn kommt. Der Regionalverband Ruhr (RVR) präsentierte für das Projekt nämlich zunächst einmal eine Machbarkeitsstudie. Ein Teilstück der Rad-Autobahn würde auch durch den Bergkamener Ortsteil Rünthe führen. Neue Brücke und breitere Trasse Von der Stadtgrenze Kamens soll der RS1 Richtung Norden auf der Trasse der ehemaligen Klöcknerbahn bis zum Datteln-Hamm-Kanal in Rünthe geführt werden. Hier ist im Hinblick auf eine komfortable und direkte Linienführung eine Brücke über den Kanal geplant, die parallel zur Brücke der B233 (Werner Straße) verlaufen soll.

Auf der Nordseite des Kanals würde die Strecke dann nach rechts Richtung Hamm abknicken. Insgesamt verliefe der Radschnellweg über 7,4 Kilometer durch Bergkamener Stadtgebiet. Kosten inklusive Brückenbau: 9,7 Millionen Euro. Geplant ist, die vorhandene Trasse auf vier Meter zu verbreitern und mit einer Asphaltdecke zu versehen. Wo mit verstärktem Fußgängerverkehr zu rechnen ist, soll ein zwei Meter breiter Fußweg den Radweg ergänzen.Werne würde profitieren „Das ist ein hoch innovatives Projekt – in Deutschland und in der Welt. Wo gibt es sonst einen 101 Kilometer langen, so gut ausgebauten Radweg durch so eine spannende Region?“, fragt Thomas Semmelmann, NRW-Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). „Ich kann mir gut vorstellen, dass der Radschnellweg nicht nur von Touristen oder Wochenendausflüglern genutzt wird. Für Pendler könnte er ebenfalls sehr interessant sein.“ Radschnellweg Ruhr auf einer größeren Karte anzeigen Vom RS1 verspricht sich Semmelmann vor allem Synergieeffekte für die angeschlossenen Städte, aber auch die Kommunen in der Umgebung. „Touristisch gesehen würde Werne als Nachbarstadt mit Sicherheit von dem Radweg profitieren“, so Semmelmann.Gewinn schlägt Investition Nach der Kosten-Nutzen-Rechnung, die in der Machbarkeitsstudie beschrieben ist, hätte der RS1 einen Wert von 4,8. Das hieße, dass der Gewinn fast fünfmal höher liege als die Investition, die insgesamt mit 183,7 Millionen Euro veranschlagt ist.

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Hört sich gut an. Doch wie die Finanzierung gestemmt werden soll, ist noch unklar. „Es gibt viele Möglichkeiten. Zum Beispiel ist offen, ob der Bund Mittel zur Verfügung stellt an Orten, wo der Radweg an Bundesstraßen oder auch wie in Rünthe an Wasserstraßen vorbeiführt. Das muss alles noch geklärt werden“, sagt Semmelmann. Die Kommunen könnten allerdings nicht ganz aus der Finanzierung herausgenommen werden. 2020 könnte die Strecke für den Verkehr geöffnet werden. So zumindest die Studie.   

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