Ordnungsamt: Immer wieder Müll in Werner Horne

Fahrräder und Einkaufswagen

In Werne werden immer öfter Fahrräder illegal abgeladen - in der Horne. Aus dem Fluss werden regelmäßig kleine und große Gegenstände geborgen, besonders in der Nähe von Brücken kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen. Wer dabei erwischt wird, muss in jedem Fall mit einer Strafanzeige rechnen.

WERNE

, 27.04.2016, 05:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Damenrad mit Satteltasche treibt in der Horne.

Ein Damenrad mit Satteltasche treibt in der Horne.

Ein Fahrrad liegt hinter dem Rewe-Parkhaus in der Horne – es ist ein Damenfahrrad mit bunt gemustertem Kettenschutz und einer Satteltasche. Das Rad treibt unter der Wasseroberfläche. Der kleine Bach scheint immer wieder dazu einzuladen, Gegenstände darin zu versenken.

Besonders unter den Fußgängerbrücken zeichnen sich bei genauerem Hinsehen an vielen Stellen algenüberwachsene Umrisse von kleinen und großen Gegenständen ab. „Das kommt immer mal wieder vor, dass Fahrräder in der Horne landen“, bestätigt Werner Kneip vom Werner Ordnungsamt. „Es passiert nicht jeden Monat, aber schon öfter.“

Der Bauhof geht "angeln"

Wer ist dafür zuständig, die Räder wieder aus dem Wasser zu ziehen? „Wenn wir eine solche Meldung bekommen, geben wir die an die Kollegen vom Bauhof weiter.“ Die fischen dann Fahrräder oder andere Gegenstände heraus. „Das kann auch schon mal ein Einkaufswagen sein“, erzählt Kneip.

Was die Bauhof-Mitarbeiter aus der Horne angeln, bringen sie anschließend zur Stadtverwaltung. Dort gibt es das Fundbüro. „Wir schauen nach, ob es sich bei dem Fahrrad noch um ein gut erhaltenes Fundstück oder um völligen Schrott handelt“, erklärt Kneip. Im ersten Fall würde anschließend bei der Polizei geprüft, ob es eine Diebstahlanzeige gegeben hat.

Wer erwischt wird, dem droht eine Anzeige

Thomas Röwekamp von der Kreispolizeibehörde Unna kann nicht genau sagen, wie viele Räder im Jahr in der Horne landen. Wenn jemand auf frischer Tat ertappt würde, gebe es auf jeden Fall eine Strafanzeige. „Das ist ja ein Umweltdelikt, einfach so etwas in den Bach zu werfen. Und dann müssen wir feststellen, ob das Rad dem Betreffenden selbst gehört oder eventuell gestohlen wurde.“

Doch das lässt sich nicht so leicht herausfinden. „Schwierig ist es immer dann, wenn die Räder nicht registriert sind“, sagt Röwekamp. Er empfiehlt eine Codierung.

Diebesgut oder Schrott?

Die hat die ADFC-Ortsgruppe Werne zuletzt beim Baufrühling an rund 30 Drahteseln vorgenommen, wie Ortsgruppensprecher Winfried Hoch weiß. Bei den 70 Mitgliedern sei bisher noch kein Fahrrad gestohlen worden, um anschließend in der Horne wieder aufzutauchen. „Ich glaube, dass manche ein Rad klauen, um eine kurze Strecke damit zu fahren, und es dann entsorgen wollen“, vermutet Hoch.

Ob es sich bei dem zuletzt gefundenen Drahtesel um ein gestohlenes Rad oder „nur“ um illegale Schrottentsorgung handelt, wird sicher in einigen Tagen feststehen. 

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