Kellner im Ordnungsamt einsetzen? In Werne helfen schon Fachfremde aus

mlzVorschlag der FDP

Kellner sollen für das Ordnungsamt eingesetzt werden - das ist der Vorschlag der FDP in NRW. Die Idee ist gar nicht abwegig. Auch in Werne ist zurzeit fachfremdes Personal für das Ordnungsamt tätig.

Werne

, 04.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Lockdown zwingt viele Gastronomie-Betriebe zu drastischen Konsequenzen. Weil einige Restaurants komplett schließen und auch keinen Liefer- oder Abholservice anbieten können oder wollen, haben viele Verantwortliche nun wieder Kurzarbeit für ihr Personal angemeldet.

Kellner, die derzeit also aufgrund des Lockdowns nicht ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen können, sollen stattdessen in den teils stark überlasteten Gesundheitsämtern oder Ordnungsämtern vor Ort eingesetzt werden. Das ist zumindest der Vorschlag der FDP in Nordrhein-Westfalen.

Fachfremdes Personal beim Ordnungsamt in Werne beschäftigt

Auch das Ordnungsamt der Stadt Werne arbeitet zurzeit mit fachfremden Personal. So sind hier fünf zusätzliche Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, die dabei helfen, die neuen Corona-Regeln, die seit Montag (2. November) gelten, zu überprüfen.

Frank Gründken, Ordnungsdezernent der Stadt Werne, hatte am Montag angekündigt, dass es auch in Werne wieder verstärkte Kontrollen rund um die neue Coronaschutzverordnung und den damit verbundenen Lockdown gibt. Dabei helfen nun auch Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen.

Überschneidungen in Aufgabenfeldern

Das neue und zusätzliche Personal, das mindestens bis Ende November zur Verfügung steht, arbeitet normalerweise im Solebad Werne oder beim Werne Marketing. Aufgrund der nun freien Kapazitäten dort und teils angekündigten Kurzarbeit konnte man die Mitarbeiter nun für die Aufgaben des Ordnungsamtes einsetzen, so Gründken weiter.

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Zum Vorschlag der FDP in NRW, Kellner ebenfalls im Ordnungsamt einzusetzen, sagt er: „Das sind an vielen Stellen gute Ansätze. Ich kann mir das durchaus vorstellen.“ So gebe es sogar Überschneidungen in den Aufgabenfeldern oder in den Voraussetzungen, die man für die Arbeit mitbringen muss.

Gründken zieht einen beispielhaften Vergleich: Eine Beschäftigte aus der Hotel-Branche etwa habe ebenso mit Kunden Kontakt und müsse stressresistent sein wie eben auch Mitarbeiter im Ordnungsamt. Auch in der Ansprache der Kunden hätte dieses Fachpersonal Erfahrung, das man auch an anderen Stellen einsetzen könnte.

Bürger wollen Grenzen des Möglichen erkennen

Im Ordnungsamt der Stadt Werne hätten sich zuletzt die Anfragen verändert, wie Frank Gründken berichtet. „Man merkt bei der Art der Fragestellung, dass die Bürger eher wissen möchten, wo genau die Grenze des Möglichen liegt und was noch erlaubt ist. Das nutzen einige Bürger dann auch aus. Das ist im Vergleich zum ersten Lockdown im April und Mai jetzt anders.“

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