Ordnungsamt Werne beobachtet nachlassenden Respekt vor Corona-Regeln

mlzCoronavirus in Werne

Das RKI beobachtet steigende Infektionszahlen bundesweit, das Ordnungsamt der Stadt Werne nachlassenden Respekt vor den Corona-Regeln. Es sieht auch das Thema Reiserückkehrer als eines, das es noch beschäftigen könnte.

Werne

, 29.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Robert-Koch-Institut (RKI), das als Bundesinstitut in Deutschland für die Krankheitsüberwachung zuständig ist, und Experten sind der Ansicht, dass die Menschen in Deutschland das Coronavirus nicht mehr ernst genug nehmen.

Derzeit gebe es täglich etwa 815 Neuinfektionen pro Tag, in den Vorwochen lag diese Zahl bei rund 500 Fällen täglich. Dabei seien mehr als 60 Prozent der neuen Ansteckungen auf NRW und Baden-Würrtemberg zurückzuführen, hieß es vom RKI am vergangenen Freitag.

Viele kleine Landkreise führen zu steigenden Coronazahlen

Bundesweit gebe es viele kleine Geschehen in Landkreisen, die zu Infektionen führten. Darunter größere Feiern bei Familien und Freunden, Freizeitaktivitäten, am Arbeitsplatz sowie in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen. Auch Infektionen unter Reiserückkehrern mehrten sich, so das RKI.

In der vergangenen Woche seien die Zahlen Tag um Tag angestiegen. „Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und wird vom RKI weiter sehr genau beobachtet“, heißt es dort. Eine weitere Verschärfung der Situation müssen unbedingt vermieden werden.

Die Infektionszahlen in Werne sind derweil vergleichsweise moderat. Seit dem 11. Juli hat es in Werne 9 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Bei einigen Bürgern sei es mittlerweile etwa in Fleisch und Blut übergegangen, sich etwa nicht mehr die Hand zu geben, sagt Werner Kneip vom Ordnungsamt der Stadt Werne. Zeitgleich beobachte man eine Tendenz, insbesondere in Betrieben, die Coronaschutzvorschriften nicht mehr allzu eng zu sehen.

Erst am Dienstag (28. Juli) hatte Kordula Mertens, Ordnungsamtsleiterin der Stadt Werne, angemerkt, dass Bürger etwa das Ausfüllen der Kontaktlisten stellenweise nicht mehr ernst nähmen und beispielsweise Fantasienamen in die Listen eintrügen. Gleichzeitig seien die Listen die Grundlage für die Rückverfolgung von Infektionsketten.

Nach Verstoß in Gastronomie: Weitere Werner melden sich bei Stadt

Und auch Grundlage der Lockerungen, wie Werner Kneip am 22. Juli gegenüber unserer Redaktion in Zusammenhang mit dem Fall eines Wirtes in Werne erklärte - dieser musste Ende Mai 1000 Euro Bußgeld zahlen, da er nur stellenweise Kontaktlisten an seine Gäste ausgegeben hatte. Sein Begründung: keine Zeit.

Nach unserer Berichterstattung hatten sich offenbar weitere Privatpersonen gemeldet, die Gastronomien oder Betriebe wie Friseursalons besucht hatten, wo beispielsweise kein Mund-Nasen-Schutz getragen oder Kontaktlisten nicht ausgegeben worden seien. „Es gibt viele, die das Coronavirus ernst nehmen. Aber man hört und stellt auch selber fest, dass die Vorsicht und der Respekt einer gewissen Sorglosigkeit weicht“, so Kneip am Mittwoch (29. Juli).

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Schon am 22. Juli hatte das Ordnungsamt der Stadt Werne angekündigt, nach der Urlaubszeit vermehrt in Betrieben, die eben spezielle Schutzvorschriften haben, kontrollieren zu wollen. Nach den Meldungen durch Privatpersonen habe sich das Ordnungsamt nun bereits eine Strategie und Listen mit Betriebe zurechtgelegt, die es kontrollieren wird. „Um deutlich zu machen, dass es ernst ist“, so Kneip. Personell sehe es beim Ordnungsamt zwar generell immer noch eng aus, da 70 bis 80 Prozent der Arbeit mit Corona zu tun habe. Aber die Zeit für die Kontrollen werde man sich nehmen, so Kneip.

Derzeit appellieren die Kreise Unna und Coesfeld insbesondere an Reiserückkehrer aus Risikogebieten, sich mit den örtlichen Gesundheitsämtern in Verbindung zu setzen. Denn wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss den Vorschriften nach 14 Tage in Quarantäne. Diese kann nur durch einen negativen Coronabescheid aufgehoben werden. Auch in Werne werde das Thema Reiserückkehrer mit Ende der Ferien sicherlich ein größeres, schätzt Kordula Mertens.

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