Ordnungsamtsleiter befürchtet Aus für Zivis beim Rettungsdienst

Wehrdienstverkürzung

WEREN Eine erste Entscheidung der schwarz-gelben Bundesregierung hat bald ganz konkrete Auswirkungen auf Werne: Wird der Wehrdienst auf sechs Monate verkürzt, dann gibt es wohl auch keinen Zivildienst mehr beim Rettungsdienst.

von Von Jörg Weber

, 29.10.2009, 17:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ordnungsamtsleiter Egon Kock

Ordnungsamtsleiter Egon Kock

"Das rechnet sich nicht mehr für uns", sagt der für den Rettungsdienst zuständige Mitarbeiter beim Ordnungsamt der Stadt, Egon Kock. Denn seit 2004 ist die Dienstzeit beim Zivildienst genauso lang wie beim Wehrdienst. Wird dieser also auf sechs Monate verkürzt, wird auch die Dauer des Zivildienstes vermutlich sofort angepasst und bald nur noch ein halbes Jahr betragen. "Es sei jetzt schon schwierig mit den zurzeit geltenden neun Monaten, die Zivis in den betrieblichen Ablauf einzubauen, meint Kock. "Mit sechs Monaten ist das nicht mehr darstellbar", so Egon Kock weiter.Ausbildung dauert zu lange

Der Grund: Die Ausbildung zum Rettungssanitäter dauert einfach zu lang und die eigentliche Zeit im Einsatz auf dem Krankentransportwagen der Stadt Werne würde nicht mal mehr die Hälfte der eigentlichen Zivildienstzeit ausmachen.

Die Ausbildung an der DRK-Landesschule Münster beträgt einen Monat ebenso wie die anschließenden Praktika im Werner Krankenhaus und auf dem Rettungswagen (RTW), bevor nochmals die einwöchige Prüfung zum Rettungssanitäter erfolgt.Erster Zivi leistete 16 Monate Dienst

"Die Ausbildung lässt sich nicht verkürzen und dann lohnt sich hier der Zivildienst im Prinzip nicht mehr", sagt auch der jetzt ausscheidende "Zivi" im Rettungsdienst Philipp Hinkelmann (20), denn zu den drei Monaten Ausbildung kommen noch ein paar Wochen Urlaub dazu. Dann würden bei sechs Monaten Zivildienst nur noch zwei Monate Dienstzeit auf dem Krankentransportwagen der Stadt übrig bleiben.

Zurzeit hat die Stadt noch zwei Zivi-Stellen im Rettungsdienst im Angebot. Am Montag könnte jedoch mit Jungfeuerwehrmann Björn Spatzier (19) aus Werne der eventuell letzte "Zivi" im Rettungsdienst seinen Dienst antreten und dann wäre nächstes Jahr Schluss. 1982 hatte Martin Krone als einer der ersten Zivis dort noch volle 16 Monate abgeleistet.

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