Ortsumgehung in Horst ist wohl endgültig vom Tisch

Geringes Verkehrsaufkommen

Seit Jahren setzt sich die CDU für eine Umgehungsstraße in Horst ein. Vor allem der Umleitungsverkehr von der Autobahn führe zu Verkehrsbehinderungen. Der Kreis Unna lehnte die Straße nun ab – weil er in 24 Stunden weniger als 2000 Fahrzeuge zählte.

Werne

von Helga Felgenträger

, 08.11.2017, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zur Entlastung des Horster Ortskerns sollte die Mühlenstraße von Süden aus an Horst vorbeigeführt werden.

Zur Entlastung des Horster Ortskerns sollte die Mühlenstraße von Süden aus an Horst vorbeigeführt werden. © Helga Felgenträger

Zähneknirschend nahmen die Mitglieder des Bezirksausschusses am Dienstag die Nachricht aus Unna entgegen. „Der Kreis wird die Umgehungsstraße in Horst nicht weiter verfolgen“, sagte Adrian Kersting von der Stadt Werne, der die schlechte Nachricht übermittelt hatte. Seit Jahren hatten sich die Politiker für die südliche Ortsumgehung, die den Verkehr von der Mühlenstraße am Ortskern vorbei auf den Autobahnzubringer führen soll, eingesetzt.

1800 Fahrzeuge in 24 Stunden

Einer der Gründe für die Entscheidung ist das zu geringe Verkehrsaufkommen, wie der Kreis bei einer Verkehrszählung (Hellstraße Einmündung Mühlenstraße) feststellte. Innerhalb von 24 Stunden erfassten die Verkehrszähler 1800 Kraftfahrzeuge. Davon entfallen 3,1 Prozent auf Schwerlastverkehr, Lkw und Busse.

Von den gezählten Fahrzeugen würden aber maximal 50 Prozent, also 900 Fahrzeuge, die Ortsumgehung nutzen, prognostizierte der Kreis. Das sei eindeutig zu wenig, gab Kersting an den Ausschuss weiter. Großen Widerstand befürchtet die Behörde auch bei den Grundstückserwerben für die Umgehungsstraße. Einige Eigentümer hätten schon mit Klage gedroht.

Erneute Verkehrszählung

Seit Jahren plädieren die Politiker für die Ortsumgehung. Vor allem der immer wiederkehrende Umleitungsverkehr von der Autobahn A1 führe zu hohem Verkehrsaufkommen, hatte die Ausschussvorsitzende Annegret Lohmann (CDU) in mehreren Sitzungen betont. Ihre Partei forderte die Stadt zu Gesprächen mit dem Kreis auf. Letztendlich ohne Erfolg.

Um nichts unversucht zu lassen, machte Frank Adamietz von der Stadt den Politikern einen Vorschlag. „Bis zur Beratung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr können wir noch mal eine Zählung vornehmen.“

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