Die Spielgeräte am Moormannplatz könnten um ein Rollstuhlfahrer-Karussell erweitert werden - das schlägt zumindest die Unabhängige Wählergemeinschaft Werne (UWW) vor. © Carina Strauss
Inklusion

Partei fordert Rollstuhlfahrer-Karussell für Moormannplatz in Werne

Eine Spielplatzprüferin hat Werne im vergangenen Jahr kein besonders gutes Zeugnis ausgestellt. Nun rückt neben dem Zustand der Spielplätze ein weiterer Aspekt in den Vordergrund.

Um die Spielplätze in Werne ist es nicht allzu gut bestellt – in etwa so lässt sich das Ergebnis deuten, zu dem eine zertifizierte Spielplatzprüferin im vergangenen Jahr gekommen war. Insgesamt 41 Mängel hatte die Expertin bei ihrer Begutachtung der Spielplätze in der Lippestadt festgestellt. In der Politik sorgte das in der Folge für Empörung. Unter anderem Rolf Weißner (CDU) sprach im Jugendhilfeausschuss im September 2020 von einem „katastrophalen Ergebnis“.

Der Etat in Höhe von rund 25.000 Euro, den die Stadt bis dato für die Instandhaltung der Spielplätze jährlich zur Verfügung hatte, sei deutlich zu klein, hieß es. Auch das fehlende Konzept im Zuge einer Spielplatzentwicklungsplanung wurde von der Politik stark kritisiert.

UWW fordert: Inklusion nicht nur beim Neubau berücksichtigen

Die Unabhängige Wählergemeinschaft Werne (UWW) will in der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag (27. Mai) mit Blick auf die Spielplätze einen weiteren Aspekt in den Fokus rücken: den Inklusionsgedanken. Konkret beantragt die UWW, dass „alle städtischen Spielplätze unter dem Gesichtspunkt der Inklusion entwickelt werden“ sollen. Darüber hinaus solle geprüft werden, ob diese Forderung auch bei privaten Spielplätzen zur Auflage gemacht werden kann.

Die Forderung soll aber keineswegs auf die Planung neuer Spielplätze beschränkt bleiben, sondern auch beim Austausch von bestehenden Spielgeräten, dem Umbau von bestehenden Spielplätzen und der Renovierung berücksichtigt werden. Zudem fordert die Wählergemeinschaft das Aufstellen eines behinderten gerechten Karussells für Rollstuhlfahrer – und schlägt als möglichen Standort den Moormannplatz vor.

Dieser würde als zentraler Punkt in der Innenstadt „am ehesten das Miteinander darstellen“, heißt es in dem Antrag. Die Kosten schätzt die UWW auf 24.000 bis 28.000 Euro und verweist in diesem Zusammenhang auf eventuelle Förder- und Stiftungsgelder. Grundsätzlich und perspektivisch dürfe es allerdings nicht nur beim Austausch und der Neuanschaffung einzelner Spielgeräte bleiben, denn das sei „viel zu eng gedacht“, um dem Thema Inklusion gerecht zu werden.

Auf Seiten der Stadtverwaltung hat man auf diesen Antrag bereits reagiert – zumindest dezent. In einer Vorlage zum Sachstandsbericht der Spielplatzentwicklungsplanung, der ebenfalls in der Sitzung am Donnerstag gegeben werden soll, heißt es, man werde den UWW-Antrag bei der Spielplatzentwicklungsplanung berücksichtigen.

Im Zuge ihrer inzwischen wieder aufgenommenen Planung will die Stadt zusammen mit externen Beratern ein entsprechendes Handlungskonzept aufstellen. In den gesamten Prozess sollen unter anderem auch der Behindertenbeirat und das Sportamt involviert sein.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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