4 Schülerinnen sortierten ihre Fundsachen vom Ufer der Lippe mit Lehrer Marius Gregg. © Meisel-Kemper
Umweltverschmutzung

Plastik in der Lippe – AFG-Schüler finden bei Projekt nicht nur Motorroller-Teile

Bei einem Projekt ist ein Erdkunde-Kurs des AFG auf genau das gestoßen, was er gesucht hat: Reichlich Plastik in der Lippe. Darunter waren nicht nur Teile eines Motorrollers.

Zwischen Wohngebiet und Fabrikgelände der Maschinenwerke Böcker führen direkte Wege an die Lippe, ein beliebtes Naturschutzgebiet für Spaziergänger und Radwanderer und ein Paradies für Fauna und Flora. Doch was macht der Mensch daraus? Wie sehr schädigt er durch Müll das Ufer und das Wasser der Lippe?

Genau das untersuchten 19 Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) Werne direkt vor Ort. Einen ganzen Vormittag lang hielten sie sich dort auf, entnahmen Wasserproben und untersuchten Teile des Ufers. Marius Gregg, Erdkundelehrer, hatte das Praxisprojekt im Unterricht in den letzten 14 Tagen vorbereitet. Kern des Projekts ist die Frage, wie viel Plastik landet in den Flüssen und gelangt auf diese Weise durch die Flüsse in die Meere.

EU-weites Projekt zur Erforschung der Plastikverschmutzung

Damit beteiligt er sich mit seiner Klasse an dem Projekt der „Plastic Pirates – go Europe“, das er schon seit Jahren kennt. Die Teilnehmer werden selbst zu Forschenden, indem sie die Fließgewässer ihrer Heimat untersuchen. Früher fand dieses Projekt nur in Deutschland statt. Mittlerweile beteiligen sich Slowenien und Portugal ebenfalls daran. Die Daten fließen an die Kieler Forschungswerkstatt der dortigen Universität. Das Ziel ist eine Erhebung, wie viel Mikro- und Makroplastik sich in den Flüssen befinden.

„Ich bin froh, dass wir in diese Themen tiefer abtauchen können. Das ist ein Globalisierungsthema, das Aufmerksamkeit verdient“, so Gregg. An drei verschiedenen Stellen an der Lippe hielten sich die Schüler dazu auf. Ein Team war das Reporterteam, das mit einer Drohne und dem Fotoapparat die Aktion begleitete und für die Instagram-Seite der Schule dokumentierte.

„Ich finde das gut, dass wir das selber machen können. Es ist ein Problem, was die ganze Welt betrifft. Ich achte schon immer darauf, nicht so viel Plastik zu verwenden“, so Selina Swat. Zusammen betrachteten sie den Inhalt eines tütenförmigen Netzes, mit dem sie von der Lippebrücke eine Wasserprobe entnommen hatten. „Durch die Vorbereitung ist mir viel bewusster geworden, wie viel wirklich in den Flüssen schwimmt“, ergänzte David Most. „Das ist genau das, worum es geht bei diesem Projekt, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, Plastik zu vermeiden“, bestätigte Gregg das Ziel des Projekts.

Lehrer Marius Gregg (li.) mit Schülern auf der Lippebrücke. Sie haben mit einem Netz in der Lippe Algen gefischt, die dsie untersuchen werden.
Lehrer Marius Gregg (li.) mit Schülern auf der Lippebrücke. Sie haben mit einem Netz in der Lippe Algen gefischt, die dsie untersuchen werden. © Meisel-Kemper © Meisel-Kemper

Ein paar hundert Meter weiter hatten vier Mädchen im Umkreis von nur 3 Metern das Lippeufer abgesucht. Sie fanden ein Teil eines Rollers, Flaschen, jede Menge Zigarettenkippen, eine Batterie und Fetzen von Plastikverpackung. Im Gebüsch entdeckten sie noch Anglerzubehör, obwohl das Angeln im ausgewiesenen Naturschutzgebiet verboten ist. „Als wir hier hinkamen, haben wir erst nichts gesehen. Einiges haben wir dann doch gefunden“, so Paula Jaehrling. „Es ist sinnlos und unnötig, das wegzuschmeissen“, kritisierte Leandra Kampmann. Und Marie Brauer zog ihr Fazit: „Jetzt achte ich mehr auf Verpackungen und benutze weniger Einwegpackungen.“

Über die Autorin
Freie Journalistin
Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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Elvira Meisel-Kemper

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