Plötzliche Wende beim Bauprojekt am Roggenmarkt

Proteste hatten Erfolg

Die Kritik durch die Anlieger war einfach zu stark: Der Neubau am Werner Roggenmarkt wird kein Parkregal bekommen. Doch die Freude der Anwohner dürfte sich in Grenzen halten: Statt des modernen, automatischen Parkhauses ist nun eine konventionelle Tiefgarage geplant.

WERNE

, 30.09.2014, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles andere als froh hatte sich zuvor auch Planungsdezernent Bülte gezeigt. „Ich bedauere das sehr“, sagte er, als er dem Bauausschuss im Stadthaus die Kehrtwende mitteilte: „Das Parkregal wird es nicht mehr geben.“ Dieses automatische Parkhaus mit der Fassade einer Scheune – daran hatte Bülte im vergangenen Vierteljahr nie einen Zweifel gelassen – wäre städtebaulich für den kleinen Roggenmarkt eine gute Lösung gewesen.

Eine Meinung, mit der Bülte allerdings alleine da stand. In einer Bürgerversammlung, in mehreren Leserbriefen und „in vielen, vielen Gesprächen“, wie der Stadtplaner sagte, hatten die Anlieger Kritik und Sorgen geäußert. Der automatische Auf- und Abtransport der Fahrzeuge sorge für Geräusche, der Bau führe zu Absackungen, Brand- oder sogar Explosionsgefahren lauerten.

Der Investor habe irgendwann abgewunken, so Bülte. „Seine erste Lösung war zwar städtebaulich schön, aber wirtschaftlich bereits grenzwertig“, wies Bülte auf die hohen Kosten für das Regal hin. Die Aussicht auf eine teure juristische Auseinandersetzung habe ihn jetzt eine Tiefgarage wählen lassen.

Bültes einziger Trost: „Damit man nicht auf die Autos gucken muss, wird es eine 1,20 bis 1,50 Meter hohe Mauer geben.“ Dass das Grundwasser beim Bau in die Tiefe Probleme machen könnte, sieht Bülte nicht. „Das kriegen wir in den Griff.“

Für Anwohner Karlheinz Marckhoff bleibt das Grundproblem bestehen: „Wir bekommen zuviel Verkehr in den Roggenmarkt.“ Vor über zehn Jahren habe die Stadt die Anwohner noch zur Kasse gebeten für eine autofreie Gestaltung des historischen Platzes: „Daraus wird nichts mehr.“ Anlass für den Bau des Parkregals und jetzt der Tiefgarage ist ein Wohnbauprojekt. Die Bauunternehmung Austrup aus Lüdinghausen will in zwei Baulücken an der Burgstraße und der kleinen Burgstraße Wohnhäuser errichten. Dafür muss sie Stellplätze nachweisen – auf dem Roggenmarkt.

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