Die Schülervertretung des Christophorus-Gymnasiums hat den TV-Star Nicolas Puschmann nach Werne geholt - um ein wichtiges Zeichen gegen Homophobie zu setzen. © Christophorus-Gymnasium
TV-Star in Werne

„Prince Charming“ Nicolas Puschmann in Werne: Zeichen gegen Homophobie gesetzt

Man kennt ihn aus den TV-Shows „Prince Charming“ und „Let‘s Dance“. Jetzt war Nicolas Puschmann, der offen mit seiner Homosexualität umgeht, in Werne. Und zwar am katholischen St.-Christophorus-Gymnasium.

TV-Star an der Schule: Was für viele Schülerinnen und Schüler wie ein Traum klingt, wurde nun Realität. Nicolas Puschmann (30), der durch TV-Shows mit „Prince Charming“ und „Let‘s Dance“ bekannt geworden ist, war am Donnerstag (1. Juli) zu Gast in Werne. Er wollte hier nicht nur Autogramme geben, sondern vor allem eins: ein Zeichen gegen Homophobie und für Diversität und Toleranz setzen.

Unter dem Motto „Gegen Homophobie“ hatte die Schülervertretung des St.-Christophorus-Gymnasiums – wohlbemerkt eine katholische Schule in Trägerschaft des Bistums Münster – einen Projekttag veranstaltet. Nicolas Puschmann, der vor allem für seine offene Art bekannt ist, stellte sich am „Diversity Day“ (zu deutsch Tag der Vielfalt) dabei den Fragen der Schülerinnen und Schüler der EF und Q1. „Wie stehst du zu Schwulenwitzen? Ist das Wort ‚schwul‘ eine Beleidigung für dich?“, wollten einige wissen.

Nicolas Puschmann berichtet in Werne über Coming Out

Zudem berichtete der 30-Jährige über sein Leben, das mit dem Coming Out nicht immer einfach war. „Es gibt viele, die sich angesprochen fühlen. Es war ein wichtiger Impuls für diejenigen, die ähnliche Lebensmuster haben und für die, die vielleicht skeptisch sind, konnte man für mehr Toleranz werben“, glaubt Schulleiter Thorsten Schröer.

Auch er selbst und sein Kollegium hatten sich mit dem TV-Star zuvor über die Themen Diversität, Gleichberechtigung, Toleranz und Homophobie ausgetauscht. „Auch für uns als Schule war es ein wichtiger Impuls zum Thema Vielfalt. Wir sind nunmal eine katholische Schule und daher eher konservativ bei gewissen Tabu-Themen“, so Schröer. Er machte noch einmal klar, dass das GSC und auch das gesamte Kollegium für Offenheit stehen.

Man sei als Lehrerin oder Lehrer aber oft in seiner Rolle gefangen. Man würde schließlich nicht über private Dinge in der Schule sprechen. „Unser Auftrag ist es aber, Offenheit zu zeigen“, sagt Schröer. Mit dem Projekttag, den die Schüler inklusive der Verpflichtung von Nicolas Puschmann selbst organisiert haben, habe man eine klare Botschaft gesendet. Und das ist bereits vor einem Dreivierteljahr und vor der Diskussion rund um die Fußball-EM und dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn geplant gewesen.

Schülersprecherin holt TV-Star an die Schule

Schülersprecherin Maya Dröge (18) kontaktierte das Management von Puschmann und bekam die Zusage, dass der TV-Star an die Schule kommt. Er sei zuletzt für sein Engagement bei der RTL-Show „Let‘s Dance“ ziemlich ausgebucht gewesen, erzählt die Abiturientin. Den ersten Kontakt mit Puschmann selbst gab es dann erst am Donnerstag am Christophorus-Gymnasium. „Er ist ein super aufgeschlossener Mensch und sehr herzlich. Er hat jede Frage individuell beantwortet“, erzählt die 18-Jährige.

Für sie selbst sei es eine Herzensangelegenheit gewesen, sich für das Thema Diversität und die damit verbundene Verpflichtung von Nicolas Puschmann stark zu machen. „Ich glaube, dass unsere Schülerschaft sehr weit ist und es Themen sind, die uns brennend interessieren. In der Schule kann so ein Stück weit Toleranz und Akzeptanz gefördert werden. Vor allem zwischen Lehrern und Schülern herrscht manchmal eine Barriere bei diesen Themen, habe ich das Gefühl. Umso sichtbarer man aber diese Themen macht, umso normaler werden sie auch“, glaubt Maya Dröge.

Nicolas Puschmann, der erste schwule TV-Bachelor, war ganz angetan von seinem Besuch in Werne. © Screenshot Instagram Nicolas_Puschmann © Screenshot Instagram Nicolas_Puschmann

Für den TV-Star Nicolas Puschmann – 123.000 Abonnenten bei Instagram – hat der Besuch in Werne selbst „mega viel Spaß“ gemacht, wie er auf seinem Instagram-Profil erzählt. Er habe an der Schule sehr viele gute Gespräche führen und mit Vorurteilen ausräumen können. „Man sieht richtig die Aha-Momente“, so der 30-Jährige über manche Reaktionen, die er in Werne – aber generell wohl nicht nur hier – erlebt hat.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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